VW Touran 2.0 TDI im Dauertest

Dauertest: VW Touran 2.0 TDI

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Im Dauertest: VW Touran 2.0 TDI. Dieser Wolfsburger hilft gegen Stress, lässt sich bis unters Dach beladen und macht kaum Zicken. Grund genug, nach 100.000 noch mal 50.000 Kilometer nachzulegen.
Kennen Sie das? Wenn einem einfach nichts zu einem Thema einfällt, man einfach sprachlos ist. Genau so ging es uns, als sich unser allzeit geliebter Freund anschickte, sich zu verabschieden. Wir reden hier nicht von einem Kollegen der Redaktion, obwohl er eigentlich auch dazugehört, wir reden hier von unserem treuen Begleiter VW Touran. WOB-CW 978 war Mitte 2017 als Dauertester aufgenommen worden und seither fast nonstop auf Achse. So beliebt, bei Fotografen wie bei Dienstreisenden, war noch keiner unserer Langzeit-Testwagen. Doch wie schon erwähnt, irgendwann war es Zeit, ihn zu verabschieden. Die mit Volkswagen vereinbarten 100.000 Kilometer waren Ende 2018 abgespult, es galt, Tschüss zu sagen. Und immer wieder keimten bei den Kollegen Diskussionen auf, ob man den Touran nicht noch verlängern könne. Er habe doch bisher keinen Ärger gemacht. Die Verbräuche seien sensationell, das Fahrtenbuch voller Lobeshymnen. Irgendwann hat das auch Volkswagen zur Kenntnis genommen und kurzentschlossen weitere 50.000 Kilometer freigegeben. Ein geschätzter Kollege ist also weiterhin im Dauertest: VW Touran 2.0 TDI. Aus diesem Grund kommt hier noch nicht der Abschluss-, sondern ein ausführlicher Zwischenbericht.

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Die 190 PS machen den Touran zum Reiseriesen

Die 5,4 Liter gehören zu den Verbrauchs-Highlights. Doch mit einem Tank schafft man immer 800-900 Kilometer.

Auf den ersten 30.000 Kilometer pilotierten immerhin 21 verschiedene Fahrer den Touran 2.0 TDI DSG Highline ohne einen einzigen negativen Eintrag im Fahrtenbegleiter – das gab es bisher noch nie. Erst nach 36.322 Kilometern findet sich die erste Klage – über Peanuts wie vereiste Sensoren. Die Sprachlosigkeit lässt sich nur so erklären, dass sich der Touran selbst erklärt: bekannter Name, bekannte Variabilität, bis zu sieben Sitze, Platz ohne Ende. Aus dem Rahmen fällt nur der exotische Diesel: ein bärenstarker Turbo, dessen 190 PS den immerhin 1737 Kilo schweren Kasten zum Reiseriesen veredeln. "Der schiebt ohne Turboloch und hat auch jenseits der 160 km/h noch reichlich Schub in petto", lobt Redakteur Manuel Iglisch. Und selbst dann schießt der Verbrauch nicht ins Maßlose. Die obligatorische Verbrauchsrunde absolvierte er mit 5,6 Litern, ein Kollege holte sogar einmal auf einer Langstrecke eine 5,4 auf das Display des Bordcomputers. Reichweiten von bis zu 1000 Kilometer waren bisher keine Seltenheit.
Überblick: Alles zum VW Touran

Die dauerhaften Beladung setzt den hinteren Bremsscheiben zu

Ob die komplette Fotostudio-Ausrüstung oder zwei, drei Fahrräder – der Touran nimmt es sehr gelassen.

Ein Grund für die kostengünstigen Touren ist auch das Doppelkupplungsgetriebe. Das gefiel mit schnellen Gangwechseln, aber auch mit verbrauchsoptimierten Schaltstrategien. Kurz vor der 100.000er-Marke gab es aber auch leise Kritik dazu: Das Getriebe schalte immer langatmiger, verzettele sich ab und zu in den Gängen oder wechsele auch mal abrupt den Gang. Vielleicht liegt es an der Kupplung, die Werkstatt meinte, alles sei in Ordnung. Etwas auffällig, aber noch lange nicht mangelhaft: die Themen AdBlue und Bremsen. Merkwürdigerweise waren bei km 44.921 nicht die vorderen, sondern die hinteren Bremsscheiben und -beläge fällig. Der Verschleiß rührt her von der dauerhaften Beladung. In der Folge wird der Hinterachse mehr Bremskraft zugeteilt. Inzwischen hat der VW rund 107.000 Kilometer auf der Uhr, und es ist bald wieder Zeit für neue hintere Bremsen. Thema AdBlue: Das nervt, ehrlich. Denn der Verbrauch steigert sich rapide. Alle 5000-6000 Kilometer meldet sich die Anzeige und will mit mindestens vier Litern bedient werden. Klar gibt es inzwischen passende Tanksäulen, trotzdem nerven die kurzen Intervalle. Außerplanmäßige Werkstattaufenthalte? Nur einen, wegen Marder. Dem schmeckte eine der vorderen Achsmanschetten, das Fett lief aus, und die Antriebswelle machte komische Geräusche. Der Biss kostete mal eben 350 Euro.

Selbst bei sieben Personen bleibt Platz für kleines Gepäck

Der Zugang zur dritten Sitzreihe ist auch für Erwachsene ohne Verrenkungen zu meistern.

Trotz sportlichem Antrieb blieb der VW über 100.000 Kilometer der große Entschleuniger: beruhigend im Geradeauslauf, effektiv beim Bremsen. Das in der Härte einstellbare Adaptivfahrwerk hält auch grobe Straßensünden von den Insassen fern und wiegt die meisten Fahrer in Sicherheit. Auch die in der dritten Reihe. Denn unser Touran hat die optionale dritte Sitzreihe an Bord. Die wurde zwar meistens nur von Kids und zierlichen Damen genutzt, dennoch kommen sieben Personen locker unter. Selbst dann bleibt noch genügend Platz fürs kleine Gepäck. Ebenfalls gut angenommen wurde das Glasschiebedach. Die Fotografen nutzen es gern für ihre Aufnahmen aus höherer Perspektive, manche Kollegen empfanden auf ihren Dienstreisen gar ein gewisses Cabrio-Feeling.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Fahrzeugdaten
VW Touran 2.0 TDI DSG
Motor R4-Turbo
Ventile pro Zylinder / Nockenwellen 4 / 2
Hubraum (cm3) / Nockenwellenantrieb 1968 / Kette
Leistung (kW / PS) bei 1/min 140 (190) / 3500-4000
Drehmoment (Nm) bei 1/min 400 / 1900-3300
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 220
Abgasnorm / Abgas CO2 (Mix, g/km) Euro 6 / 122
Getriebe / Antrieb 6-G.-Doppelkupplung / Vorderrad
Tankvolumen (l) / Kraftstoffsorte 58 / Diesel
Leergewicht / Zuladung (kg) 1737 / 503
Anhängelast gebremst / ungebremst (kg) 2000 / 750
So hat "unser" Touran 100.000 Kilometer fast ohne Auffälligkeiten abgespult. Doch der Kompaktvan ist auch ein Nutzfahrzeug. So schleppte er des Öfteren Auto- oder Pferdeanhänger von A nach B. Oder er transportierte ein komplettes Fotostudio. Das hinterlässt natürlich auch beim hochwertigsten Lastesel Spuren. Und damit meinen wir in erster Linie das Interieur. Die teilweise schwarz lackierte Mittelkonsole sieht zwar gut aus, ist aber sehr kratzerempfindlich. Ebenfalls gezeichnet sind die Plastik-Seitenteile im Kofferraum. Das bringt der harte Dauertestalltag nun mal mit sich. Apropos Alltag: Das Navigationssystem ist einfach eine große Empfehlung. Schnell, übersichtlich, zielführend, besser kann man es nicht beschreiben. Auch sonst ist der Touran mit allem bestückt, was man sich zum Wohlfühlen wünscht. Kein Wunder bei der Highline-Ausstattung und dem stolzen Preis von 54.367 Euro. Doch alle Extras haben ihren Sinn. W-LAN erfreut die Jugend, das LED-Licht den Fahrer, und die Standheizung ist was für die Damen. Also für jeden etwas dabei.

VW Touran 2.0 TDI im Dauertest

VW Touran 2.0 TDIVW Touran 2.0 TDIVW Touran 2.0 TDI

Messwerte 1)
VW Touran 2.0 TDI DSG
Beschleunigung 0-50 km/h (s) 3,1
0-100 km/h (s) 8,6
0-130 km/h (s) 14,3
Elastizität 60-100 km/h 4./ 5. Gang (s) 7,0 / 3,1
80-120 km/h 5./ 6. Gang (s) 10,0 / 17,0
Bremsweg aus 100 km/h kalt (m) 34,4
aus 100 km/h warm (m) 34,7
Testverbrauch (l/100 km) 5,6 D
1) Dauertestbeginn

Guido Naumann

Fazit

Die 100.000 Kilometer hat der VW Touran mit Bravour gemeistert. Der Van ist kein Sorgenkind, steht nur für Inspektionen in der Werkstatt, abgesehen von einem Marderbiss. Gute Vorzeichen für weitere 50.000 Kilometer.

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