Bei dieser Starterliste läuft Motorsport-Fans das Wasser im Munde zusammen: Die 24 Stunden von Daytona bieten zu ihrer 60. Ausgabe im Jahr 2022 wieder ein hochkarätig besetztes Feld mit insgesamt 61 Autos.
Für die Top-Kategorie sind sieben Prototypen (fünf Cadillac, zwei Acura) gemeldet. In den Cockpits sitzt mit IndyCar-Champions und Indy500-Siegern wie Scott Dixon, Alex Palou, Helio Castroneves, Simon Pagenaud und Alexander Rossi das Who is Who des US-amerikanischen Formelsports. Aber auch Ex-Formel-1-Stars wie Kevin Magnussen und Marcus Ericsson sind mit von der Partie.
Aus deutscher Sicht hat Mike Rockenfeller die besten Chancen auf den Gesamtsieg, der sich den Ally-Cadillac mit Le-Mans-Sieger Kamui Kobayashi, NASCAR-Legende Jimmie Johnson und Tourenwagen-Weltmeister Jose Maria Lopez teilt. Im Vorjahr reichte es für das Team in Daytona immerhin zu Rang zwei.
61 Autos gehen bei den 60. Daytona 24h an den Start
Die Bestzeit im Abschlusstraining zum Langstreckenklassiker in Florida erzielt am Freitag aber Sebastian Vettels Ex-Teamkollege Sebastien Bourdais im Cadillac-Prototypen von V-Performance. Die Pole-Position ist indes schon vor einer Woche in einem 100-minütigen Quali-Rennen vergeben worden, an den bereits im Vorjahr siegreichen Konica-Minolta-Acura des Quartetts Albuquerque/Rossi/Stevens/Taylor.
Hochklassiges Racing versprechen auch die anderen Klassen. Neben dem mehrmaligen DTM-Meister René Rast (G-Drive) sind in der LMP2 unter anderem Le-Mans-Klassensieger Ferdinand Habsburg und Formel-E-Pilot Nico Müller (beide Oreca) mit dabei, genauso wie IndyCar-Supertalent Colton Herta (DragonSpeed).
Mit besonderer Spannung wird in der GTD-Kategorie das werksseitige Renndebüt des neuen BMW M4 GT3 erwartet. Die Münchner setzen von ihrem neuen Flaggschiff für den GT-Sport drei Fahrzeuge ein (zwei davon in der Pro-Kategorie). Am Steuer: Marco Wittmann, Philipp Eng, Sheldon van der Linde und Nick Yelloly, sowie Augusto Farfus, Connor De Phillippi, John Edwards und Jesse Krohn.
Letzterer berichtet nach den Test- und Trainingseindrücken im Gespräch mit ABMS über den Nachfolger des M6: "Das Auto fährt sich sehr gut, ist deutlich komfortabler und reagiert vom Setup her, so wie wir es uns erwartet haben. Ein wirklich ein gutes Paket."
BMWs neuer M4 GT3 feiert in Daytona seine Premiere
Allerdings macht das unbeständige Wetter in Florida die Eingewöhnung an den brandneuen M4 GT3 nicht gerade leichter für die Münchner. Nach einem verregneten Donnerstag ist es erst im vierten und letzten Training am Freitag größtenteils trocken. "Eigentlich geht es jetzt erst richtig los, denn die Sessions davor waren mit dem Regen fast nutzlos für uns", erklärt Krohn.
Im weiteren Verlauf des Wochenendes soll es trocken bleiben, für das Rennen ist besseres Wetter angesagt - die Temperaturen gehen laut Vorhersage dann allerdings in den Keller.
Rennstart am Samstag ist um 19.40 Uhr (deutscher Zeit), zu sehen ist das Rennen im kostenlosen Live-Stream auf der offiziellen Website der IMSA.
Farfus, Wittmann und Co.: BMW setzt auf Erfahrung
Einschalten lohnt sich, denn auch im Kampf der deutschen Hersteller ist die Konkurrenz für BMWs Neuen stark: Porsche ist in den GT-Kategorien gleich mit sieben 911 GT3R vertreten, Mercedes mit sechs AMG GT3.
Für die Marke mit dem Stern greifen unter anderem der amtierende DTM-Meister Maximilian Götz, Lucas Auer und Vorjahres-Klassensieger Maro Engel ins Lenkrad. "Für mich war der Sieg hier letztes Jahr die Erfüllung eines Kindheitstraums, weil Daytona eine der berühmtesten Rennstrecken der Welt ist", sagt Engel. "Diesen Erfolg will ich zum 60. Geburtstag des Rennens gerne wiederholen, aber der Wettbewerb hier ist groß."
Und bald wird er noch größer, denn für die Nachricht des Tages in der GT-Szene sorgt im Vorfeld des Klassikers von Daytona Lokalmatador Ford: Der US-Autobauer kündigt am Freitag den neuen Ford Mustang GT3 an, das Debüt des Autos soll in exakt zwei Jahren an Ort und Stelle erfolgen. Entwicklungsfahrer für das Projekt ist der ehemalige DTM-Pilot Joey Hand.

Von

Frederik Hackbarth