Deutscher Premium-Automarkt: Audi verzeichnet größere Verluste
Audi kann mit BMW und Mercedes nicht Schritt halten

– 2024 war ein schwieriges Jahr für die Autoindustrie. Im Kampf der Premiumersteller trifft es eine Marke besonders stark und bei der Elektromobilität gibt es einen klaren Sieger.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
(dpa/AUTO BILD/KI) Im Jahr 2024 zeichnet sich ein deutliches Bild im Wettbewerb der großen deutschen Premium-Automobilhersteller ab: Audi hat mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen. Im Vergleich zu seinen Konkurrenten BMW und Mercedes-Benz, die ebenfalls von einer schwächeren Nachfrage in China und Deutschland betroffen waren, verzeichnete Audi durchgehend schlechtere Ergebnisse in verschiedenen globalen Märkten. Dies führte dazu, dass sich der Rückstand von Audi auf die beiden Branchenführer aus München und Stuttgart weiter vergrößerte.
BMW behauptete die Führungsposition in Bezug auf die Auslieferungen mit insgesamt 2,45 Millionen Fahrzeugen auf Konzernebene, einschließlich der Marken Mini und Rolls-Royce, was einem Rückgang von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Kernmarke BMW verzeichnete dabei einen Rückgang von 2,3 Prozent auf 2,2 Millionen Fahrzeuge. In der zweiten Jahreshälfte litten die Münchner unter Lieferstopps aufgrund von Problemen mit einem Bremssystem.
Mercedes-Benz erreichte auf Konzernebene eine Gesamtauslieferung von 2,39 Millionen Fahrzeugen, was ebenfalls einem Rückgang von 4 Prozent entspricht. Bei den reinen Automobilmarken ohne Vans meldete Mercedes-Benz Cars einen Rückgang von 3 Prozent auf 1,98 Millionen Autos, einschließlich etwa 6.000 Fahrzeugen der Marke Smart. Die Stuttgarter konnten jedoch bei den teureren und profitableren Baureihen Zuwächse verzeichnen.
200.000 Autos weniger bei Audi
Audi hingegen meldete für die Kernmarke weltweit 1,67 Millionen Auslieferungen, was einem deutlichen Rückgang von fast 12 Prozent oder über 200.000 Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Ingolstädter sprechen von einem Übergangsjahr und setzen ihre Hoffnungen auf eine positive Entwicklung durch neue Modelle im Jahr 2025.
Große Unterschiede bei der Elektromobilität
In Bezug auf Elektromobilität zeigt sich ebenfalls ein gemischtes Bild: Während BMW die Auslieferungen von rein elektrischen Fahrzeugen (BEVs) um 13,5 Prozent auf 427.000 steigern konnte, verzeichnete Mercedes-Benz einen Rückgang von 22 Prozent auf 205.000 BEVs. Audi verlor 8 Prozent und kam auf 164.000 ausgelieferte BEVs.
Alle vier Hersteller, einschließlich der Konzernschwester Porsche, hatten im strategisch wichtigen Markt China zu kämpfen, wobei Audi hier einen Rückgang von 11 Prozent auf 649.000 Autos verzeichnete. Insgesamt war der deutsche Heimatmarkt für alle drei großen deutschen Premiumhersteller schwierig, wobei Audi auch hier am stärksten betroffen war.
Service-Links