Die Mobilmacher: Folge 23
Osttiroler Qualität: Freizeit handgemacht

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Im Handumdrehen vom Alltagsfahrzeug in einen Camper-Traum – und wieder zurück: Mit einem Bulli-Bausatz des Österreichers Helli Mair geht das.
Bild: Vansolutions
Höchstens bis Málaga wollte der Österreicher Helli Mair aus Sillian im Bezirk Lienz im VW Bus seines Freundes mitfahren. Surfen, auch klettern, schlafen im Hotel. Zwei Monate lang waren sie schließlich unterwegs. Sie fuhren bis Mauretanien, nordwestliches Afrika, geschlafen haben sie im Bus. Danach packte Helli die Leidenschaft für diese Art des Reisens, und er begann, Vans selbst auszubauen. Fünf Jahre ist das jetzt her und mittlerweile eine Erfolgsgeschichte.
Eigentlich ist es einfach: Man nehme einen VW Bus, Typ Multivan, Caravelle oder Transporter. Ein Mercedes dieser Größe geht auch, ebenso ein Ford oder ein Citroën. Aber nicht viel größer, denn das ist der Clou: Helli verwandelt sie, die im Alltag dafür da sind, sperrige Dinge zu transportieren, Kinder zur Schule zu bringen, mit Freunden zum Surfen zu fahren, in vollständig ausgestattete Camper. Und das innerhalb von nur 20 Minuten – und in ausgesuchter Qualität.

Auf Wunsch liefert Helli Mair die Camper bis hin zum kleinen Löffel voll ausgestattet aus.
Bild: Vansolutions
Der Osttiroler arbeitet weitgehend mit Materialien aus seiner weiteren Umgebung. Der Lodenstoff für die Kaltschaummatratze beispielsweise stammt aus Südtirol. Das Holz bestellt er in Kärnten, verarbeitet wird es in seiner Werkstatt im Oberland. Kurz vor Italien, mit Blick auf die Dolomiten. Dank HPL-Beschichtung und bester Verleimung ist das Holz extrem feuchtigkeitsbeständig. "Hilft, wenn man oft im Van kocht und ans Meer fährt, wo die salzige und feuchte Luft alle Materialien angreift“, erklärt er.
Bis hin zum Löffel ist alles dabei
Keine 90 Kilogramm wiegt sein Einbau. Damit lässt er sich bequem von jedermann – und jeder Frau – innerhalb von 20 Minuten spielend ausbauen, und der Van ist wieder ein ganz normales Straßenfahrzeug.

Kochen, grillen, kühlen – die Küche wird unter dem Bett herausgezogen und bietet sogar ein ausziehbares Schneidebrett.
Bild: martinlugger.com
Mit den 90 Kilogramm ist der Einbau sogar leichter als die Original-VW-Sitze, sodass er das Fahrverhalten des Fahrzeugs nicht beeinflusst. Je nach Anspruch kostet der Einbau zwischen 1.900 und 9.000 Euro. Zur Wahl stehen die Module Black Edition, Cape Town, Tarifa, Trieste sowie die Modulküche.
Der Luxus in der Einfachheit
Wer die Luxusvariante wählt, muss sich nicht einmal mehr um Löffel oder Kochtopf kümmern; man kann einfach einsteigen und voll ausgestattet losfahren. Selbst das Gas für den Griller ist dabei. Und alles TÜV-konform, klar. Ein Feature, das Frauen besonders mögen: Aussparungen im Holz, an denen man alles Mögliche und Unmögliche aufhängen und befestigen kann. Überhaupt seien es vor allem Frauen, die sich einen Van von Helli ausstatten lassen.

Jedes noch so kleine Detail entsteht in Handarbeit.
Bild: Vansolutions
Die Anfragen kommen mittlerweile nicht nur aus Österreich und Deutschland, sondern auch aus der Schweiz und aus England. Ein Campingmobil ging gar nach Australien. Ein Trend zeichne sich dabei ab, sagt Helli. Häufig wünschen sich Kunden eine größere Küche als Ergänzung zu einem Hochbett. "Unterwegs gut kochen können und genießen wird immer wichtiger“, sagt er.
Bevor Helli sich professionell mit dem Ausbau von Vans beschäftigte, arbeitete er in der Formel 1 und mit Automobilrennfahrer Gerhard Berger in der DTM, zuletzt als Aufbauleiter. In der ganzen Welt war er mit den Profis unterwegs und weiß genau, worauf es ankommt, wenn in aller Einfachheit eine Kleinigkeit den großen Luxus ausmacht.

Alles passt exakt: Nur so lässt sich das Modul in kürzester Zeit ein- oder ausbauen.
Bild: Vansolutions
Die nächste Reise kommt bestimmt
Sein eigener großer Reisetraum führt derzeit durch 13 Länder: "Erst bis Moskau, dann über Finnland, Schweden und Norwegen wieder runter.“ Bis Helli diese Reise realisieren kann, fährt er am liebsten nach Sardinien – Sonne, surfen, klettern. Wenn er denn mal Zeit hat, denn seine Auftragsbücher werden voller und voller.
Trotzdem müssen die Kunden nicht allzu lange auf ihr Abenteuerfahrzeug warten: Die Vorlaufzeit von der Bestellung bis zur Übergabe beträgt derzeit gerade mal zwei Wochen. Es bleibt also noch etwas Zeit, sich das passende Fahrzeug ausstatten zu lassen. Aber dann kann einen nichts mehr halten.
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