Audi, BMW, Mercedes – und jede Menge Luxus auf vier Rädern: Die Mitglieder der immer noch jungen Bundesregierung steigen auch 2025 in noble Limousinen und top gesicherte Sondermodelle. Kanzler Friedrich Merz (CDU) bleibt bei Mercedes, während viele Minister in Audi A8 oder BMW 7er unterwegs sind.
Dabei ist es eigentlich ein gut gehütetes Geheimnis, was genau in den Garagen der Bundesministerien steht. Viele Häuser mauern bei Nachfragen und verraten höchstens mal den Antrieb – wenn überhaupt. Konkrete Modelle: meist Fehlanzeige. Ein möglicher Grund: Viele der aktuellen Dienstwagen stammen noch aus der Ära der Vorgänger – zumindest, solange das Leasing noch läuft.

Audi dominiert die Flotte – SUV für den Umweltminister

Fest steht: Die Dienstwagen mit den vier Ringen sind beliebt im aktuellen politischen Mobilitätsbetrieb. Nach Recherchen der Zeitung Automobilwoche stellt Audi im Sommer 2025 die meisten Fahrzeuge für die 18 Kabinettsmitglieder: Mindestens sieben Ministerien nutzen ein Auto aus Ingolstadt – zum Teil in der speziell gepanzerten Security-Version. BMW folgt mit sechs Ministerien, während Mercedes zwei Top-Politiker bedient. Umweltminister Carsten Schneider setzt als Einziger auf ein SUV: den Audi Q6 e-tron.
Die deutschen Minister-Mobile
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) lässt sich wie sein Vorgänger im Mercedes S 680 Guard chauffieren.
Bild: Mercedes
Die schwersten Geschütze fährt natürlich die Staatsspitze auf: Bundeskanzler Friedrich Merz nutzt traditionell einen Mercedes S 680 Guard 4Matic. Diese Spezialversion der S-Klasse ist das Nonplusultra unter den zivilen Panzerfahrzeugen: Ein 612 PS starker V12-Biturbo schleppt den fast vier Tonnen schweren Benz auf bis zu 190 km/h. Die Schutzklasse VR10 hält militärischer Munition, Granaten und Sprengsätzen stand. Türen, Scheiben, Reifen – alles ist speziell geschützt, sogar eine eigene Feuerlöschanlage und ein Notluftsystem für Gas- oder Rauchangriffe sind verbaut. Preis für die rollende Sicherheitszelle: rund 600.000 Euro.
Die deutschen Minister-Mobile
Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) fährt im Audi A8 L Security vor.
Bild: dpa
Auch Finanzminister Lars Klingbeil und Verteidigungsminister Boris Pistorius vertrauen auf Sonderschutz. Beide steigen in den Audi A8 L Security, der mit 571 PS aus einem V8-Biturbo, Panzerplatten und Notfallsystemen ähnlich kompromisslos auftritt wie der Kanzler-Benz. Serienmäßig sind Notausstiegsluken, Sauerstoffversorgung, Feuerlöschanlage und runflat-taugliche Reifen. Selbst Beschuss mit Sturmgewehren aus zehn Meter Entfernung, Scharfschützen, Handgranaten oder Schnellfeuerwaffen übersteht die Luxuslimousine.
Kein Wunder also, dass der A8 L Security ordentlich Speck angesetzt hat: Mit 3875 Kilogramm Leergewicht ist er fast doppelt so schwer wie ein normaler A8. Audi musste dafür Achsen, Querlenker, Bremsen und Dämpfer massiv verstärken.

Leise, stark, elektrisch: BMW punktet mit Diskretion

Mit Ausnahme dieser beiden Panzerwagen ist indes ein Trend erkennbar: Die Elektrifizierung macht auch vor den Ministerien keinen Halt. Aus München sind vor allem vollelektrische oder Plug-in-Hybrid-Varianten des BMW 7er gefragt. Mehrere Ministerinnen und Minister, darunter Außenminister Johann Wadephul (CDU), setzen auf den BMW i7 und/
oder den M760e.
Dabei könnte er ganz unauffällig ebenfalls die gepanzerte "Protection"-Variante nutzen, deren Dach sogar Drohnenangriffen standhalten kann. Der Clou: Von außen sind die Protection-Modelle praktisch nicht von einem regulären BMW 7er oder i7 mit M-Sportpaket zu unterscheiden. Und auch innen sollen Platzangebot und Sitzkomfort kaum eingeschränkt sein.
Die deutschen Minister-Mobile
Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kommt in einem BMW 7er (Hybrid) zu Dienstterminen.
Bild: BMW
Auch das zeigt: Diskretion gehört bei den Minister-Karossen zum guten Ton. Wann der nächste Tausch ansteht und welcher Hersteller dann das Rennen macht, wird deshalb nicht verraten.