In den letzten Jahren war es um den Golf in sportlicher Hinsicht ziemlich ruhig geworden. Sicher, GTI und Golf R hatten ordentlich Dampf an der Kette. Doch knackigen Fahr- und Rennstreckenspaß boten eher die Produkte anderer Hersteller. Entgegen ihrer ewig diskreten Etikette fassten sich die Wolfsburger Anfang 2016 dann endlich ein Herz und präsentierten zum 40. Geburtstag des Golf GTI die verschärften Sondermodelle Clubsport und Clubsport S. Der eine ein Sport-Golf durch und durch, der andere gar ein echtes Tracktool.

Die schon sehr gute Basis bietet wenig Optimierungspotenzial

APR Clubsport S Oettinger Clubsport 2M Motorsport Clubsport
Getuntes Werkstuning: 2M Motorsport, Oettinger und APR wollen den GTI Clubsport noch besser machen.
Dank modifizierter Front- und Heckpartie sollten die Geburtstags-GTI die ersten ihrer Art sein, die Abtrieb an beiden Achsen generieren. Dazu Differenzialsperre, schwarzes Dach, Lenkrad mit Nullmarke und bis zu 290 PS (Overboost) im Clubsport. Dem S-Modell räumte VW zusätzlich das Heck aus, speckte es um insgesamt 100 Kilo ab und spendierte dem Zweiliter-TSI weitere 20 PS. Und erstmals sind für einen Golf Semislick-Reifen in Form des Michelin Pilot Sport Cup 2 optional erhältlich, der Clubsport S rollt damit sogar serienmäßig vom Band. Ja, und die Dinger fuhren sich dann auch so sportlich wie versprochen. Die Clubsport-Rundenzeit am Sachsenring liegt vier Sekunden unter der des alten GTI Performance. Der S flog nochmals 7 Sekunden früher über die Linie. Einigen Fans aber war das noch immer nicht Clubsport genug. Die einen wollten noch mehr Power, die anderen fanden den Sound zu mager, und wieder anderen war das Fahrwerks-Set-up nicht radikal genug.

Zwei Tuning-Neulinge wollen dem Altmeister ans Blech

Oettinger VW Golf GTI Clubsport
Altmeister am Golf: Seit dem ersten GTI kümmert sich Oettinger um die stärksten kompakten VW.
Hier kommen nun die Tuner ins Spiel. Natürlich hatten sie sich bereits Gedanken zu den Clubsport-GTI gemacht. Mehr Power sollte ohne Probleme möglich sein, das Fahrwerk hingegen entpuppte sich als Herausforderung. Denn die VW-Abstimmung ist von Haus aus schon nahezu perfekt und damit richtig schnell. Einer, der es dennoch besser machen will, ist Oettinger. Das Traditionsunternehmen hat sich seit dem Einser-GTI mit allen Golf-Generationen befasst. Zum Vergleichstest entsandten die Hessen einen rundum verfeinerten und auf 381 PS erstarkten GTI Clubsport. Auch zwei Newcomer waren zur Kraftprobe geladen: zum einen der Schweizer Rennstall 2M Motorsport, der einen weiteren Clubsport an den Start bringt. Der weiße Fünftürer wurde wie der Oettinger rundum optimiert und ist mit 408 PS nominell der Stärkste im Feld.Der zweite Neuling heißt APR und ist eine bekannte Tuninggröße in den USA. Der deutsche VW-Händler Stoll & Böttner hat sich des amerikanischen Programms angenommen und einen GTI Clubsport S lediglich auf 381 PS leistungsgesteigert; alles Weitere wie Fahrwerk oder Räder blieben im Serienzustand. Ob die Zusatzpower genügt, um gegen die aufgerüsteten Clubsport von Oettinger und 2M Motorsport zu bestehen?
Die Antwort auf diese Frage gibt es in der Bildergalerie.

Fazit

Über 40 Jahre Golf-Tuning – Oettinger weiß, wie's geht. Der Tuner stellt das fahrdynamisch reizvollste Clubsport-Paket und damit auch den Testsieger. Ganz knapp dahinter landet APR mit dem GTI Clubsport S. Die Newcomer würzen genau da nach, wo es der Serie fehlt. Die Leistungssteigerung ist ausgewogen und deutlich schneller als die Serie. 2M Motorsport verheißt mit 408 PS die meiste Leistung im GTI-Trio, bringt das Power-Plus aber nicht optimal zur Geltung. Zudem verhindern die Reifen ein besseres Ergebnis.