An Sheldon van der Linde führte auf dem Lausitzring kein Weg vorbei. Startplatz zwei und Sieg am Samstag, Pole Position und der nächste Sieg am Sonntag: Der 23-Jährige hat das zweite Rennwochenende der DTM im BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport nahezu nach Belieben dominiert.
Der Lohn: Der Südafrikaner ist nach vier von 16 Saisonrennen neuer Tabellenführer. Er verwies am Sonntag Maro Engel (GruppeM-Mercedes) und René Rast (Abt-Audi) auf die Plätze zwei und drei und steht nun bei 66 Punkten.
"Ich habe wieder keine Worte. Es war schwieriger als gestern", sagt van der Linde. "Ich habe versucht, Maro in Schach zu halten, das hat zum Glück funktioniert. Das ganze Wochenende ist ein Traum, das schönste in meiner Karriere."
Nicht am Start war indes der Brasilianer Felipe Fraga, denn sein AF-Corse-Ferrari brannte im Qualifying ab. Kurios: Der Brasilianer sprang blitzschnell aus dem Auto und schnappte sich sogar noch einen Feuerlöscher. Doch der Bolide war nicht zu retten. Die wichtigste Nachricht: Fraga geht es nach dem Schockmoment gut. Für AF Corse war es ein schwarzer Sonntag, denn Fragas Teamkollege Nick Cassidy schied im Rennen vorzeitig aus.

Zwei Rückkehrer auf dem Podium

Der Sieg van der Lindes war nie ernsthaft in Gefahr. Er blieb nach dem fliegenden Start an der Spitze und behielt die Führung auch nach den Boxenstopps. Die Verfolger Engel und Rast (Abt-Audi) hielt er souverän in Schach.
Mit Engel und Rast stehen zwei Rückkehrer erstmals wieder auf dem Podium. Engel, der nach 2008 bis 2011 und 2017 zum dritten Mal in der DTM fährt, schaffte es zuletzt im Juli 2017 auf das Podium. Bei Rast war das bei seinem letzten Titelgewinn im November 2020 zuletzt der Fall.
Sheldon van der Linde.
Der Jubel bei Schubert Motorsport kannte am Sonntag keine Grenzen, denn van der Lindes Teamkollege Philipp Eng fuhr als Vierter nur knapp am Podium vorbei, er hielt Nico Müller (Rosberg-Audi) und Mirko Bortolotti (Grasser-Lamborghini) knapp hinter sich. Die Top Ten komplettierten Ricardo Feller (Abt-Audi), Lucas Auer (Winward-Mercedes), Laurens Vanthoor im Porsche von SSR Performance und Marco Wittmann im Walkenhorst-BMW. Bortolotti belegt in der Gesamtwertung mit 51 Punkten Platz zwei vor Auer, der bei 48 Zählern steht.
Pech hatte erneut Thomas Preining. Der Österreicher vom KÜS Team Bernhard schied bereits nach wenigen Runden aus. Bereits am Samstag musste der 23-Jährige seinen Porsche 911 vorzeitig abstellen.
Die DTM macht im Juni weiter und reist dann wieder ins Ausland: Vom 17. bis 19. Juni wird in Imola das dritte Rennwochenende mit den Läufen fünf und sechs ausgetragen.

Lausitzring – 2. Rennen

1. Sheldon van der Linde (Südafrika) – BMW M4 GT3 56:42,296 Min.
2. Maro Engel (München) – Mercedes-AMG GT3 +0,347 Sek.
3. René Rast (Minden) – Audi R8 GT3 +1,817
4. Philipp Eng (Österreich) – BMW M4 GT3 +6,907
5. Nico Müller (Schweiz) – Audi R8 GT3 +7,338
6. Mirko Bortolotti (Italien) – Lamborghini Huracan GT3 +7,682
7. Ricardo Feller (Schweiz) – Audi R8 GT3 +14,572
8. Lucas Auer (Österreich) – Mercedes-AMG GT3 +14,872
9. Laurens Vanthoor (Belgien) – Porsche 911 GT3 R +15,426
10. Marco Wittmann (Fürth) – BMW M4 GT3 +16,236

Fahrer-Wertung
Stand nach 4 von 16 Rennen

1. Sheldon van der Linde (Südafrika) – BMW 66 Pkt.
2. Mirko Bortolotti (Italien) – Lamborghini 51
3. Lucas Auer (Österreich) – Mercedes 48
4. Nico Müller (Schweiz) – Audi 38
5. Luca Stolz (Brachbach) – Mercedes-Benz 37
6. Maro Engel (München) – Mercedes 33
7. René Rast (Minden) – Audi 21
8. Felipe Fraga (Brasilien) – Ferrari 20
9. Kelvin van der Linde (Südafrika) – Audi 20
10. Laurens Vanthoor (Belgien) – Porsche 18

Hersteller-Wertung

1. Mercedes 130 Pkt.
2. Audi 97
3. BMW 94
4. Lamborghini 54
5. Porsche 30
6. Ferrari 23

Von

Andreas Reiners