Für die Kirsche auf der Torte sorgte Felipe Fraga selbst: An seinem 27. Geburtstag fuhr der Brasilianer im AF-Corse-Ferrari zunächst auf die Pole Position und anschließend beim achten DTM-Saisonrennen auf dem Norisring auch zu seinem ersten Sieg in der Traditionsrennserie. Und das auf sehr souveräne Art und Weise.
Für Fraga ist der Erfolg nicht nur ein passendes Geschenk zum Ehrentag, sondern auch eine besondere Genugtuung, denn er war in dieser Saison bislang von Pech und Zwischenfällen verfolgt.

"Ein perfektes Rennen"

„Ich liebe euch alle, das ist der beste Geburtstag meines Lebens“, jubelte Fraga am Funk. „Ich liebe euch alle, das ist der beste Geburtstag meines Lebens“, jubelte Fraga am Funk. „Wir hatten die Pole nach so viel Pech. Und im Rennen blieb es diesmal ohne Crashs. Es war ein normales Rennen, ohne verrückte Dinge. Das Team hat einen perfekten Stopp hingelegt. Und ich habe keine Fehler gemacht – ein perfektes Rennen."
Gleichzeitig spitzt sich der Titelkampf langsam zu. Mirko Bortolotti schlug nach einem für ihn schwarzen Samstag beeindruckend zurück, fuhr im Grasser-Lamborghini auf Platz zwei und eroberte zugleich mit 89 Punkten die Gesamtführung. Er ist damit nach acht von 16 Rennen der Halbzeit-Meister. Vom Titel will er aber nichts hören. „Das bedeutet gar nichts. Es bedeutet, dass wir neun Punkte mehr haben als die anderen. Für die Rechenspiele ist es viel zu früh“, sagte Bortolotti.
Mittendrin ist inzwischen auch der dreimalige Meister René Rast, der im Abt-Audi als Dritter wie schon am Samstag auf das Podium fuhr. Er ist mit 79 Punkten Gesamtdritter, einen Zähler hinter Sheldon van der Linde, der im Schubert-BMW nur 17. wurde. „Wir haben Halbzeit, und es sieht nicht schlecht aus. Ich musste mich erst einmal einleben, jetzt fühle ich mich immer wohler“, sagte Rast.
Jubel bei Felipe Fraga.
Lokalmatador Marco Wittmann (Walkenhorst) verspielte ein mögliches Podium an der Box, da sein Stopp zu lange dauerte. Er wurde am Ende Vierter vor Dennis Olsen (SSR Performance) im Porsche. Champion Maximilian Götz landete im Winward-Mercedes auf Rang sechs vor Ayhancan Güven. Der Fraga-Teamkollege rundete seine gute Leistung am ganzen Wochenende bei seinem DTM-Debüt mit Rang sieben ab.

Preining sammelt Punkte

Thomas Preining sammelte nach dem umjubelten Sieg am Samstag weitere Punkte, der Österreicher vom Team Bernhard, der wegen des Sieges 25 Kilogramm Zusatzballast einladen musste, wurde Neunter.
Nach dem Crash-Festival vom Samstag mussten die Fahrer am Sonntag bei der Rennleitung antanzen und bekamen einen auf die Mütze. „Mehr Disziplin bitte“, lautete das Motto. Und die Piloten hielten sich an die Anweisung, größere Zwischenfälle blieben aus. Was wiederum bedeutete, dass es an der Spitze wenig Abwechslung gab. Polesetter Fraga behielt die Führung vor Bortolotti, Wittmann, Rast und Olsen.
Was am Samstag an Würze deutlich zu viel war, fehlte am Sonntag fast komplett. Die Fahrer an der Spitze spulten ihr Rennen ab, machten keine Fehler und hielten ihre Positionen. Die Pflicht-Boxenstopps in der Schlussphase des Rennens brachten nur einen Wechsel: Rast holte sich den letzten Podiumsplatz, weil der Stopp von Wittmann zu lange dauerte.

DTM Norisring
2. Rennen

1. Felipe Fraga (Brasilien) – Ferrari 488 GT3 56:17,533 Min.
2. Mirko Bortolotti (Italien) – Lamborghini Huracan GT3 +2,709 Sek.
3. René Rast (Minden) – Audi R8 GT3 +5,747
4. Marco Wittmann (Fürth) – BMW M4 GT3 +9,505
5. Dennis Olsen (Norwegen) – Porsche 911 GT3 R +15,172
6. Maximilian Götz (Uffenheim) – Mercedes-AMG GT3 +17,429
7. Ayhancan Güven (Türkei) – Ferrari 488 GT3 +18,011
8. Luca Stolz (Brachbach) – Mercedes-AMG GT3 +22,510
9. Thomas Preining (Österreich) – Porsche 911 GT3 R +24,294
10. Maro Engel (München) – Mercedes-AMG GT3 +24,747

Fahrer-Wertung
Stand nach 8 von 16 Rennen

1. Mirko Bortolotti (Italien) – Lamborghini 89 Pkt.
2. Sheldon van der Linde (Südafrika) – BMW 80
3. René Rast (Minden) – Audi 79
4. Nico Müller (Schweiz) – Audi 62
5. Lucas Auer (Österreich) – Mercedes 60
6. Felipe Fraga (Brasilien) – Ferrari 50
7. Ricardo Feller (Schweiz) – Audi 48
8. Marco Wittmann (Fürth) – BMW 48
9. Luca Stolz (Brachbach) – Mercedes-Benz 47
10. Thomas Preining (Österreich) – Porsche 43

Von

Andreas Reiners