Glück im Unglück für Sheldon van der Linde, erneutes Drama um Mirko Bortolotti und mächtig Ärger bei René Rast: Im Titelkampf der DTM geht es weiterhin heiß her. Bortolotti war drauf und dran, nach einem für ihn frustrierenden fünften Rennwochenende auf dem Nürburgring zum Abschluss im zehnten Saisonrennen am Sonntag immerhin einen fünften Platz einzufahren.
Doch Bortolotti warf erneut wertvolle Punkte weg. Am Samstag verursachte er kurz vor Schluss im Kampf um den Sieg eine Kollision mit Felipe Fraga und schied aus, verlor so 18 Punkte. Sonntag lieferte er sich erneut einen sehenswerten Zweikampf, diesmal mit Kelvin van der Linde.

Erneut vermasselt

Kurz vor dem Ende setzte er einen Angriff – und vermasselte es erneut. Durch eine Berührung mit van der Lindes Audi schied Bortolotti mit einem Reifenschaden aus. Weitere zehn Punkte weg – und entsetzte Gesichter beim Grasser-Team.
Auch für den dreimaligen Meister Rast war der Nürburgring ein Rückschlag im Titelkampf. Samstag holte er ganze zwei Punkte, am Sonntag wurde er von David Schumacher abgeräumt und ging leer aus. Damit reist der 35-Jährige mit 81 Punkte ab, er ist nur noch Gesamtvierter.
Rast hatte nach dem Rennen einen Hals, nicht nur auf Schumi IV: "Das Verhalten mancher Fahrer hat nichts mehr mit professionellem Rennfahren zu tun. Die sollten vielleicht ein bisschen mehr Erfahrung in den Nachwuchsserien sammeln, es herrscht kein Respekt mehr untereinander", sagte er und wetterte, einmal in Stimmung: "Jeder macht hier was er will, das macht keinen Spaß mehr. Die verhalten sich wie ein Haufen Hunde, die erst einmal erzogen werden müssen."
Wieder konnte der Gesamtführende Sheldon van der Linde profitieren. Er wurde trotz Pole Position zwar nur Neunter, hat nun aber 110 Zähler auf dem Konto, Bortolotti bleibt bei 89 Punkten, mit denen er vor dem Nürburgring die Tabelle noch angeführt hatte.
Rene Rast.
„Es ist noch viel zu fahren, wir haben noch drei Events, es kann viel passieren. Aber ich bin zuversichtlich, denn wir haben gezeigt, dass das Auto funktioniert“, sagte van der Linde.

Sieg für Stolz

Den Sieg feierte Luca Stolz (HRT-Mercedes), es ist sein erster in der DTM. Zweiter wurde Dennis Olsen im SSR-Porsche, Dritter Lucas Auer (Winward-Mercedes), der durch seinen Podiumsplatz mit 85 Punkten neuer Dritter ist. Van der Linde fuhr trotz der heftigen Bortolotti-Attacke den vierten Platz ins Ziel vor Titelverteidiger Maximilian Götz (Winward-Mercedes), Nico Müller im Rosberg-Audi und Thomas Preining. Der Österreicher vom Team Bernhard holte nach seinem historischen Sieg am Norisring weitere wichtige Punkte. 
Die Entscheidung fiel früh, das Feld wurde durch eine Safety-Car-Phase, gefolgt von Massen-Pflichtboxenstopps kräftig durcheinandergewürfelt. Während Stolz beim Restart die Führung übernahm, fiel van der Linde – zu dem Zeitpunkt Zweiter – weit zurück. Anschließend passierte in der Spitzengruppe nichts mehr.

DTM Nürburgring
2. Rennen

1. Luca Stolz (Brachbach) - Mercedes-AMG GT3 1:00:43,674 Std.
2. Dennis Olsen (Norwegen) - Porsche 911 GT3 R +4,507 Sek.
3. Lucas Auer (Österreich) - Mercedes-AMG GT3 +11,354
4. Kelvin van der Linde (Südafrika) - Audi R8 GT3 +15,024
5. Maximilian Götz (Uffenheim) - Mercedes-AMG GT3 +15,711
6. Nico Müller (Schweiz) - Audi R8 GT3 +16,457
7. Thomas Preining (Österreich) - Porsche 911 GT3 R +19,523
8. Mika„l Grenier (Kanada) - Mercedes-AMG GT3 +20,518
9. Sheldon van der Linde (Südafrika) - BMW M4 GT3 +23,811
10. Marco Wittmann (Fürth) - BMW M4 GT3 +28,393

Fahrer-Wertung
Stand nach 10 von 16 Rennen

1. Sheldon van der Linde (Südafrika) - BMW 110 Pkt.
2. Mirko Bortolotti (Italien) - Lamborghini 89
3. Lucas Auer (Österreich) - Mercedes 85
4. René Rast (Minden) - Audi 81
5. Luca Stolz (Brachbach) - Mercedes-Benz 73
6. Nico Müller (Schweiz) - Audi 70
7. Kelvin van der Linde (Südafrika) - Audi 66
8. Ricardo Feller (Schweiz) - Audi 63
9. Dennis Olsen (Norwegen) - Porsche 59
10. Marco Wittmann (Fürth) - BMW 53

Von

Andreas Reiners