DTM: Saisonfinale in Hockenheim 2019

DTM-Ausstieg von Aston Martin

Berger: "Gute Gespräche mit Herstellern und Teams"

Nach dem Ausstieg von R-Motorsport steht die DTM nur noch mit zwei Herstellern da. Gerhard Berger nimmt das Aston-Martin-Aus als Herausforderung.
Gerhard Berger hatte bis zuletzt gehofft. Immer wieder in den vergangenen Monaten setzte er darauf, dass Aston Martin auch 2020 an den Start gehen wird. Verwies auf die bislang einwandfreie Zusammenarbeit mit R-Motorsport und Florian Kamelger. Betonte, dass er sich immer auf das Wort des Teamchefs verlassen konnte. Schließlich hatte Kamelger bis dato seine Zusagen immer eingehalten. Weshalb sollte Berger also an der Ansage zweifeln, dass man auch 2020 dabei sein wird?
R-Motorsport steigt aus: Hier lesen.
Nun, es kam anders. Es ist ein gewaltiger R√ľckschritt, ein heftiger Schlag, den die Serie am Freitag verkraften musste, auch wenn er am Ende nicht mehr v√∂llig √ľberraschend kam. Aber R-Motorsport orientiert sich um und zieht die Rei√üleine: Die DTM verliert mit dem Ausstieg ihren so dringend ben√∂tigten dritten Hersteller und zudem vier Autos in der Startaufstellung. Dabei hatte man sich nach dem Mercedes-Aus 2018 gerade wieder gefangen, war auf einem guten Weg.
"Der Schritt von R-Motorsport kommt zu einem sp√§ten Zeitpunkt. Wir sind von einem l√§ngeren DTM-Engagement des Teams ausgegangen", erkl√§rte Berger. Er k√ľndigte an: "Wir befinden uns in guten Gespr√§chen mit mehreren Automobil-Herstellern und Teams ‚Äď und sind uns sicher, dass wir den DTM-Fans auch in der Saison 2020 ein volles Starterfeld pr√§sentieren werden. Insbesondere unsere treue Fangemeinde hat es verdient, dass wir diese Herausforderung mit voller Kraft annehmen und auch meistern werden."

Aston Martin war 2019 mit vier Autos dabei.

Klar: Auch f√ľr BMW "ergibt sich nat√ľrlich eine ver√§nderte Gesamtsituation f√ľr die DTM, die wir gemeinsam mit der ITR genau analysieren werden", wie Motorsportdirektor Jens Marquardt erkl√§rte. Er betont: "Grunds√§tzlich bieten sich mit dem internationalen Class-1-Reglement, der geplanten Hybridisierung der Motoren sowie der Vision einer vollelektrischen Serie viele gute Perspektiven."
Um das Potenzial der Serie jedoch mittel- und langfristig voll aussch√∂pfen zu k√∂nnen, sei die Teilnahme weiterer Hersteller essenziell, so Marquardt: "Die Basis daf√ľr ist durch das Class-1-Reglement gegeben. Welche Tragweite diese internationale Perspektive f√ľr die DTM hat, konnten wir 2019 bei den gemeinsamen Events in Hockenheim und Fuji mit den japanischen Herstellern erleben. Daran gilt es nun anzukn√ľpfen und zugleich kurzfristige L√∂sungen mit Blick auf die Saison 2020 zu erarbeiten. BMW wird die ITR auf diesem Weg auch weiterhin nach Kr√§ften unterst√ľtzen."
 
Auch bei Audi herrscht Bedauern ob des R√ľckzugs von Aston Martin. Viel mehr als Durchhalteparolen gibt es aktuell nicht zu verk√ľnden. Schlie√ülich ist es nicht so, als h√§tte Berger nicht auch in der Saison 2019 bereits Gespr√§che mit m√∂glichen Neueinsteigern gef√ľhrt. Da sich die Automobilbranche generell in einer schwierigen Situation befindet, r√ľckt der Motorsport in den Hintergrund. "Die ITR und vor allem Gerhard Berger befinden sich im Moment in intensiven Diskussionen mit m√∂glichen Teams und Herstellern. Wir wissen, dass es keine Aufgabe ist, dies in den verbleibenden drei Monaten bis zum Saisonstart zu schaffen, aber wir sind sicher, dass wir den Fans eine attraktive Startaufstellung bieten k√∂nnen", sagte Audi-Boss Dieter Gass.
Bei DMSB-Pr√§sident Hans-Joachim Stuck h√∂rt es sich nicht viel anders an. Er appelliert an die √úberlebensk√ľnste der DTM, die sie in der Vergangenheit mehr als einmal unter Beweis gestellt hat. "Wie schon oft in der √ľber 30-j√§hrigen Geschichte der DTM ist jetzt der Moment, wo alle Beteiligten noch enger zusammenr√ľcken werden, um den Fans ein attraktives Starterfeld f√ľr die kommende Saison zu bieten", sagte Stuck: "Der DMSB wird alles in seiner Macht stehende tun, um die ITR dabei zu unterst√ľtzen."

Autor: Andreas Reiners

Fotos: ITR

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