DTM: Sieg-Premiere für Da Costa
BMW dominiert in Zandvoort

Nach dem Siebenfach-Triumph vom Samstag gab es für BMW in Zandvoort auch am Sonntag einen Fünffach-Sieg, angeführt von Antonio Felix Da Costa.
Bild: Picture-Alliance / ARD
- Frederik Hackbarth
BMW war an diesem Wochenende im niederländischen Zandvoort einfach nicht zu schlagen. Wie bereits im ersten Lauf am Samstag starteten vier BMW von den erster vier Plätzen und wie am Vortag gaben die Münchner die Spitze im Rennverlauf nicht mehr aus der Hand. Ganz im Gegenteil: War am Samstag noch der historische Siebenfach-Sieg für BMW gelungen, legten die Münchner im zweiten Lauf am Sonntag immerhin mit einem fünffachen Triumph nach. Angeführt wurde dieser von Antonio Felix Da Costa, der sich damit für seine Geduld am Vortag belohnte.
So lief das Qualifying: Da Costa holt Sonntags-Pole

BMW-Festspiele: Nachdem am Samstag sieben BMW vorne waren, waren es am Sonntag immerhin fünf
Haug schimpft über Tambay
Da Costa erwischte einen perfekten Start und behielt seine Führung vor den Markenkollegen Bruno Spengler, Augusto Farfus und Marco Wittmann. Miguel Molina war im Audi auf P5 zunächst bester Verfolger. Während es an der Spitze ruhiger zuging, kamen sich im Hinterfeld bald die ersten Kontrahenten ins Gehege. Maxime Martin (BMW) wurde bereits nach einem Umlauf ans Ende des Feldes zurückgereicht. Auslöser war ein Kontakt mit Adrien Tambay (Audi). DTM-Experte Norbert Haug kritisierte Tambay anschließend für seine Fahrweise. „Leider muss man sagen, dass es bei solchen Aktionen immer wieder Tambay ist. Sobald es raucht und kracht, ist er gerne dabei“, sagte Haug.

Kollision mit dem Meister: Rookie Auer (r.) kriegt von Wittmann (M.) die Härte der DTM gezeigt
So lief der Samstag: Wittmann führt Siebenfach-Sieg für BMW an
Wie bei einer Gasthausschlägerei
Als eine Runde später auch Spengler, Wittmann und Molina zum Reifenwechsel kamen, benötigten sie mehr Zeit und lediglich Spengler konnte sich knapp vor Glock halten, wohingegen die anderen beiden hinter den ehemaligen F1-Piloten zurückfielen. Noch einen Umlauf später stoppten die Führenden Da Costa und Farfus, sie behielten ihre Nase jedoch deutlich vor den Verfolgern. Für Action auf der Piste sorgten fortan diverse hart ausgetragene Rad-an-Rad-Duelle. Wittmann bahnte sich mit der Brechstange seinen Weg vorbei an Lucas Auer (Mercedes), der zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Box war. Hinter Wittmann kam es dann auch zur Kollision zwischen Martin Tomczyk (BMW) und Molina.

Juncadella geht fliegen: Nach einer Kollision mit Mortara (r.) hebt der Spanier (l.) ab
Juncadella sauer auf Mortara
Juncadella, der sich bei seinem wilden Ritt eine leichte Rückenverletzung zuzog, schäumte anschließend vor Wut: „Manche Fahrer können einen nur überholen, wenn sie einen berühren. Wir haben ja alle gesehen, bei Mortara ist das schon viele Male passiert.“ Eine Mitschuld an der Kollision wollte Juncadella nicht einräumen. „Ich habe normal überholt, aber Mortara wollte nur in mich reinfahren und mich nach außen drehen. Dabei habe ich das Auto verloren und bin abgeflogen“, so der Mercedes-Pilot, dessen Markenkollege Robert Wickens wenig später in die nächste Karambolage verwickelt war. Der Norisring-Sieger wurde von Tom Blomqvist umgedreht, wofür der BMW-Fahrer eine Durchfahrtsstrafe erhielt.

Großer Jubel im Ziel: Da Costa feierte seinen ersten Sieg überhaupt in der DTM
Da Costas Trick vor Kurve eins
„Ein super Gefühl“, jubelte Sieger Da Costa. Der 23-Jährige vom Team Schnitzer fand, dass seine Kollegen es ihm nicht leicht gemacht hatten. „Ich musste heute wirklich schwitzen und hatte die ganze Zeit großen Druck von meinen Hintermännern.“ Am Ende habe er sich eine Strategie zurechtgelegt, um die Führung zu behalten. „Es ging darum, das Risiko zu kalkulieren und die Reifen zu schonen. Immer vor Kurve eines habe ich versucht, einen besonders großen Abstand herauszufahren und in den letzten zwei, drei Kurven der Strecke daher wie verrückt Gas gegeben, damit mich dort keiner angreifen kann - denn das ist die beste Überholmöglichkeit.“ Da Costas Plan ging auf, Farfus und Spengler konnten keine ernsthafte Attacke lancieren und mussten sich mit den übrigen Plätzen auf dem Podium zufriedengeben.

Die Top-3 auf dem Podium (v.l.n.r.): Farfus, Da Costa, Spengler und Teamchef Charly Lamm
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