DTM: Wehrlein gewinnt in der Lausitz
Jüngster DTM-Sieger aller Zeiten

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Festtag für Mercedes und BMW: Pascal Wehrlein gewinnt bei schwierigen Bedingungen am Lausitzring, Marco Wittmann sichert sich vorzeitig den Titel.
Bild: Picture-Alliance
Der Meister der DTM-Saison 2014 steht fest. Marco Wittmann sicherte sich durch seine Fahrt auf den sechsten Platz auf dem Lausitzring bereits zwei Rennen vor Saisonende den Titel. Der BMW-Pilot, dessen Titelkonkurrenten Mattias Ekström (Ausfall), Edoardo Mortara (17.) und Mike Rockenfeller (10.) aus dem Audi-Lager nicht ausreichend Boden gutmachen konnten, kürte sich zum Champion im Jubiläumsjahr der deutschen Rennserie (30 Jahre DTM).
"Was für ein unglaubliches Jahr", jubelte Wittmann erleichtert nach der Zieldurchfahrt im Funk. Im BMW-Lager wurden sofort T-Shirts für die Meisterparty ausgepackt. "Es war ein schwieriges Rennen mit schwierigen Bedingungen. Ich musste mich heraushalten und Kontakte vermeiden. In den letzten Runden keine Fehler machen", so der neue Champion in der 'ARD' mit Tränen in den Augen. "Es sind so viele Emotionen, ich bin so glücklich."
Das Rennen in der Lausitz entschied Polemann Pascal Wehrlein für sich. Der junge Mercedes-Pilot, der sich am Samstag erstmals die beste Startposition in der DTM hatte sichern können, zeigte bei anfangs nasser Fahrbahn eine beeindruckende Leistung. Wehrlein trat nach dem Start die Flucht nach vorn an, setzte sich schnell um rund zehn Sekunden vom Rest des Feldes ab. Auf dem Zielstrich blieben ihm 15,4 Sekunden Vorsprung auf Markenkollege Christian Vietoris (2.) und Timo Scheider (3./Audi).
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Jüngster Sieger: Wehrlein extrem cool

Freude auf dem Podium: Sieger Wehrlein (2. v. l.) mit Vietoris (l.) und Scheider (2. v. r.)
Bei nur langsam abtrocknender Strecke in der Lausitz war Mercedes in einer eigenen Liga unterwegs. Phasenweise belegten gleich drei C-Klassen die ersten drei Ränge. Allerdings verschenkte Daniel Juncadella beim Mücke-Heimspiel einen möglichen Podestrang. Der Spanier war unter Gelb zu schnell, rutschte bei einer Durchfahrtsstrafe auf den vierten Rang ab. Robert Wickens (5.) rundete das sensationelle Ergebnis für die Stuttgarter weiter ab.
"Es ist geil für uns. Es zeigt, dass sich die Arbeit lohnt. Wir haben einen Aufwärtstrend. Hoffentlich geht es so weiter", freut sich Vietoris, der sich in der vorletzten Runde noch einmal einer harten Attacke durch Timo Scheider erwehren musste. "Mein Rennen war gut, bei sehr schwierigen Bedingungen. Ich bin happy, dass wir endlich mal ein gutes Ergebnis eingefahren haben", so die Bilanz des zweimaligen Champions aus dem Audi-Lager.
Der neue Champion Wittmann hatte von Startplatz sieben zunächst einen schweren Stand. Vor allem flog Vietoris in starker Manier schnell an ihm vorbei. Der junge Fürther blieb jedoch in den teils chaotischen Phasen mit Drehern und Duellen äußerst cool und brachte sein Auto sicher über die Linie. "Ich habe versucht, ruhig zu bleiben und meinen Job möglichst gut zu machen", so der neue Meister voller Emotionen. "Da kommen mal Tränen, vor allem in den Armen der Eltern, die seit Kartzeiten immer dabei sind."
Familie Wittmann: Tränen der Freude

Daumen hoch: Wittmann hat es geschafft - der Franke ist neuer DTM-Meister 2014!
Vor den ausstehenden Rennen in Zandvoort und Hockenheim hat Wittmann an der Spitze der Gesamtwertung 69 Punkte Vorsprung auf Vietoris. Der Mercedes-Pilot hat sich durch einen zweiten Rang in der Lausitz an Ekström und Mortara vorbeischieben können. Bei den beiden Audi-Speerspritzen lief gar nichts. Mortara wurde beim Start auf nasser Piste mit Slicks losgeschickt und fuhr hoffnungslos hinterher. Bei Ekström ging der Start schief, in Runde 27 zog die Abt-Mannschaft beim Stopp das Rad vorne links nicht fest: das Aus.
"Erst ein schlechter Start, dann kein Tempo auf Regenreifen. Dann war ich neben der Strecke und das Ende war der Boxenstopp", fasst Ekström nach dem Ausfall genervt zusammen. Von Startplatz zwei war der Schwede als klarer Siegkandidat gehandelt worden. Aber wieder einmal konnte Audi das solide Tempo nicht in einen großen Erfolg umsetzen. "Wenn das Auto fährt, dann fahre ich. Aber diesmal waren halt nur drei Radmuttern drauf", klagt Ekström.
Auch andere Ex-Champions hatten in der Lausitz nicht viel Freude. Mike Rockenfeller (Audi) holte sich in einem mäßigen Rennen als Zehnter einen mageren Punkt, Gary Paffett (13./Mercedes) war chancenlos und Paul di Resta verlor einen möglichen Podestrang. "Ich hatte irgendwo Kontakt. Die Lenkung war defekt. Ich bin von Rang 22 auf Platz sechs gefahren. Es ist ein Jahr, in dem viele Dinge schiefgehen", so der Schotte. Timo Glock musste seinen BMW ebenfalls wegen mehrerer Kampfspuren abstellen.
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