DTM: Saisonfinale in Hockenheim 2019

DTM: Zukunft von Aston Martin

Aston Martin und HWA: Scheidung?

Wird die Partnerschaft zwischen R-Motorsport und HWA nach nur einem Jahr beendet? Möglicherweise geht Aston Martin 2020 mit neuen Motoren an den Start.
Fährt Aston Martin nächstes Jahr nicht mehr mit Motoren und Autos von HWA? Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT kriselt es heftig in der Ehe zwischen dem Schweizer Einsatzteam R-Motorsport und Technikpartner HWA. Sogar eine mögliche Trennung wurde schon ausgelotet. 
Aston Martin geht in Rauch auf: Hier lesen.
Das würde bedeuten: Aston Martin steht für 2020 erst einmal ohne Motoren da und ist auf der Suche nach einem neuen Partner. Dabei wäre der Motor bei einer Trennung nicht das einzige Problem, schließlich war HWA auch maßgeblich am Bau und an der Entwicklung der vier Boliden beteiligt. Die technische Betreuung müsste dann wohl auch durch einen neuen Partner gestemmt werden.
Fakt ist: Der 2019 in der DTM neu eingeführte Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor, von HWA entwickelt und gebaut, war lange der Schwachpunkt des Vantage DTM. Neben der schlechteren Performance gegenüber der Konkurrenz von Audi und BMW hatte Aston Martin zudem immer wieder Motorschäden zu beklagen.
Wie zuletzt beim Saisonfinale in Hockenheim, als im letzten Rennen zum "krönenden" Abschluss der Bolide von Daniel Juncadella in Rauch aufging. Die Aston-Martin-Fahrer sammelten 2019 insgesamt 64 Punkte, setzten immer mal wieder Highlights. Auch wenn die Konkurrenz (noch) nicht der Maßstab ist: Meister Audi kommt auf 1132 Punkte, BMW 550. Klar ist daher: 2020 muss es und soll es auch besser werden.
Von AUTO BILD MOTORSPORT mit den Trennungsgerüchten konfrontiert, sagt R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger: "Wenn es nicht ganz sauber läuft und es viele Motorenschäden gibt, wird am Ende einer Saison die Zusammenarbeit gerne angezweifelt. Das sind Gerüchte, die ich nicht kommentiere. Wir geben unseren Plan für die nächste Saison bald bekannt."

Gerhard Berger und Florian Kamelger.

Auf den Hinweis, dass er die Gerüchte damit nicht dementiere, betont er: "Gerüchte gibt es am Ende einer Saison immer. Wenn ein paar Leute schreien: 'Die werden sicher nicht mehr zusammenarbeiten', dann kann ich das nicht kommentieren. Warten Sie, bis wir die Änderungen oder Neurungen mitteilen."
Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT soll ein Motor eines anderen DTM-Herstellers zwischenzeitlich eine Alternative gewesen sein, der Deal kam aber nicht zustande. Insider sehen Honda nun als mögliche Option, da die Japaner in der Super GT für 2020 von einem Mittel- auf einen Frontmotor wechseln.
"Ich habe auch davon gehört, dass es zwischen Aston Martin und HWA knistern soll", bestätigt DTM-Chef Gerhard Berger gegenüber ABMS zumindest Unstimmigkeiten. Der Österreicher weiß allerdings: "Es gibt nicht nur HWA als Technikpartner, da gibt es einige Alternativen." Sorgen, dass er 2020 plötzlich nur noch mit Audi und BMW da steht, mache er sich keine, wie er betont: "Denn ich bin davon überzeugt, dass R-Motorsport weiß, was sie tun und im Fall der Fälle einen Partner finden werden. Auch wenn ich es schade fände. Aber Aston Martin hat zuletzt erst klargestellt, dass sie für das nächste Jahr gut aufgestellt sein werden. Das hatte auch Aston-Martin-CEO Andy Palmer am Nürburgring bestätigt."
In der Tat: "Wir haben weder eine Mindest- noch eine maximale Dauer für dieses Projekt definiert", hatte Palmer beim vorletzten Rennwochenende erklärt. "Wir wollen aus den Anfangsschwierigkeiten in diesem Jahr lernen, dann hoffentlich mindestens gelegentlich um Podiumsplätze mitfahren, und, bei einem Dreijahresprogramm, im dritten Jahr hoffentlich wettbewerbsfähig sein."

Autoren: Andreas Reiners,

Fotos: ITR

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