E-Auto laden: Start-up Gravity macht Tesla Konkurrenz
Ladebaum statt Ladesäule? So funktioniert die Technik

Das New Yorker Start-up Gravity will mit seinen Ladebäumen herkömmliche Schnellladesäulen in den Schatten stellen. Was steckt hinter den "DEAP Trees"?
Bild: Gravity
- Sandra Bültermann
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur schreitet voran. Jetzt hat ein New Yorker Start-up eine völlig neue Art von Ladesäulen präsentiert, die schnelle Ladevorgänge in Städten verspricht. Die Ladebäume namens "DEAP Trees" fallen sowohl durch ihr ungewöhnliches Design als auch ihre Ladeleistung auf. Gravity plant, mit seiner neuen Schnelllader-Generation ein größeres Ladenetz aufzubauen als derzeit Tesla mit seinen Superchargern.
Platzsparende Konstruktion
Gravitys Ladebäume sollen vor allem in Städten zum Einsatz kommen, wo Fahrer von E-Autos leichten Zugang von der Straße aus brauchen. Die DEAP Trees (Distributed Energy Access Points, auf Deutsch: verteilte Energiezugangspunkte) stehen wie Laternen am Straßenrand und sehen auch ähnlich aus, nur dass sie über einen schwenkbaren Ladearm verfügen. Dieser klappt zum Aufladen herunter und gibt das Ladekabel frei.
Diese Flexibilität macht das System mit jedem Elektrofahrzeug kompatibel, unabhängig davon, wo sich dessen Ladeanschluss befindet. Ist der Ladevorgang beendet, hebt sich der Arm und das Ladekabel verschwindet wieder am Pfosten, was die Stolpergefahr verhindern soll.
Höhere Ladegeschwindigkeit als Teslas Supercharger
Auffällig ist aber nicht nur das Design. Nach Angaben des Unternehmens laden die Deap Trees mit bis zu 500 Kilowatt (kW). Damit sollen sie E-Autos in nur fünf Minuten mit einer Reichweite von rund 320 Kilometern betanken. Die 200-Kilowatt-Variante braucht für denselben Vorgang 13 Minuten. "Diese Ladegeschwindigkeiten sind weit schneller als die der derzeit in NYC betriebenen Tesla Supercharger, die Ladeleistungen zwischen 72 kW und 150 kW bieten", erklärt Moshe Cohen, Gründer und CEO von Gravity.
Laut Gravity erfordert die Installation der Ladebäume keinen zusätzlichen Ausbau des Stromnetzes. Städte könnten die Lademasten zudem für Straßenbeleuchtung, Verkehrssicherheitskameras, öffentliches WLAN, Luftqualitätssensoren und integrierte Audio- oder Videosysteme für die öffentliche Kommunikation nutzen. Zunächst muss das neuartige Konzept aber die Stadtplaner von New York überzeugen. Ob Gravity die Ladebäume auch in Deutschland "pflanzen" will, ist nicht bekannt.
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