E-Bikes des niederländischen Unternehmens VanMoof waren lange Zeit der große Renner. Dennoch geriet der Hersteller im Juli 2023 in Geldnot, wurde zahlungsunfähig und meldete Insolvenz an. Lange blieb unklar, wie es mit der Firma weitergehen würde. Der Verkauf von Fahrrädern wurde eingestellt, Reparaturdienste für bereits verkaufte Bikes ebenso und auch die stationären Filialen in Berlin, Amsterdam, Paris und London machten dicht. Nun scheint die Talfahrt ein Ende zu haben. Wie VanMoof unlängst per Pressemeldung verkündete, verkauft das Unternehmen ab sofort wieder E-Bikes über seinen Onlineshop. Zum Auftakt stehen die beiden bereits bekannten Modelle VanMoof S5 und VanMoof A5 zur Auswahl.
Die Räder schlagen jeweils mit 3.300 Euro zu Buche. Wer mit diesem Preis leben kann, bekommt mit dem S5 einen elektrifizierten Drahtesel mit 27,5-Zoll-Rädern und 250 Watt starkem Vorderradnabenmotor. Das A5 setzt auf den gleichen Antrieb, begnügt sich aber mit 24-Zoll-Felgen. Wer jetzt ordert, bekommt sein E-Bike laut Website innerhalb von sieben Tagen geliefert. Auch um das Thema Service und Reparaturen müssen sich Kundinnen und Kunden laut Hersteller nicht mehr sorgen. Diese Dienste übernimmt VanMoof zwar nicht mehr selbst, arbeitet aber mit externen Partnern zusammen, die die Räder auch zum Kauf anbieten.

Hersteller will Vertrauen zurückgewinnen

Um sicherzustellen, dass jeder VanMoof-User eine passende Werkstatt in der Nähe hat, bietet das Unternehmen seine Räder aktuell nur in den entsprechenden Regionen an. Das Netzwerk an Service-Partnern soll aber stetig und schnell wachsen. VanMoof erklärt den Wiederaufbau von Vertrauen in die Marke zum wichtigsten Ziel der kommenden Jahre. Die Firma wurde im Zuge der Insolvenz von dem zum McLaren-Applied-Konzern gehörenden Unternehmen Lavoie für eine nicht näher genannte zweistellige Millionensumme übernommen. Lavoie war bislang vor allem auf die Herstellung und den Vertrieb von E-Scootern spezialisiert. Wie sich die Marke VanMoof unter neuer Flagge entwickelt, dürfte stark von der Qualität der Räder abhängen.
Die sollen laut Ankündigung bereits von der neuen Unterstützung durch die McLaren-Applied-Ingenieure profitieren. Gemeinsam hat man demnach Monate damit verbracht, Schlüsselkomponenten zu überarbeiten, eine neue Firmware zu entwickeln und die eigene Plattform weit über die Grenzen der aktuellen Industriestandards hinaus zu testen. Beim S5 und dem A5 handele es sich daher um zwei der fortschrittlichsten E-Bikes auf dem Markt. Es sei gelungen, das mechanische System der Räder so zu optimieren, dass es auch unter schweren Bedingungen zuverlässig funktioniert. Das sind vollmundige Ankündigungen. Ob sie sich in der Praxis bewahrheiten, müssen Tests zeigen.