eCarTec 2010: Messerundgang
Mehr Nische als breite Masse

Die eCarTEc in München bezeichnet sich als "Leitmesse für Elektromobilität". Grund genug für AUTO BILD-Redakteur Hauke Schrieber, sich vor Ort mal genau umzusehen.
Bild: MunichExpo Veranstaltungs GmbH
Längst haben Elektroautos jede futuristische Anmutung verloren. Auf unseren Straßen sind sie zwar noch immer sehr selten, aber immer mehr Modelle drängen auf den Markt. In München ging jetzt die eCarTec, die "Leitmesse für Elektromobilität" über die Bühne. Erster Eindruck: 2010 war mehr los als 2009, immerhin anderthalb Hallen waren belegt. Dennoch ist die eCarTec noch immer eher eine Randgruppenveranstaltung denn eine Show für die breite Masse. Immerhin, BMW war erstmals mit einem Stand vertreten. Auch Peugeot und Renault waren da, wenn auch mit einem äußerst bescheidenen Auftritt. Wie 2009 war die eCarTec auch in diesem Jahr das Revier der Energiekonzerne, Dienstleister und Nischenanbieter. Allen voran die noch immer zahlreichen kleinen Firmen, die in Zukunft ihr Geld mit Ladesäulen für Elektroautos verdienen wollen. Das geht hin bis zu Geräten, in denen der Kunde 50-Cent-Stücke schmeißen kann, um dafür Strom zu tanken.
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Ach ja, Lotus war auch da. Der Evora 414e Hybrid stand aber nur da, um das von den Briten entwickelte Soundsystem für E-Autos vorzustellen, mit dem man seinem E-Auto einen individuellen Sound verpassen kann. Das auf der eCarTec präsentierte Geräusch klang irgendwie nach einem defekten Verstärker – einfach grauenhaft. Dafür kündigte Colin Peachey an, dass Lotus nach dem Modellfeuerwerk vom Pariser Salon 2010 auch in Sachen Elektrifizierung bald etwas zeigen wird – und muss, um den CO2-Durchschnittsausstoß zu drücken. Was sonst noch war? Naja, irgendwie wusste fast jeder, was die Zukunft bringt, aber alle anderen hier auf der Messe arbeiten ja in die völlig falsche Richtung. "Wir sind die einzigen, die das heute schon anbieten können", war der wohl am häufigsten gesagte Satz auf der Messe. Doch manchmal überraschte eine Aussage dann doch. Ein Leiter einer Energiefirma, der vorher bei einem Autobauer für den Bereich E-Autos zuständig war, flüsterte mir doch tatsächlich zu: "Die ganze Elektromobilität ist ein großer Irrtum." Na, dann bis zum nächsten Jahr.
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