Alexander Graf zu Reventlow (41) wirkt noch ein wenig angeschlagen. Verständlich. Am Vortag hat er mit seinem Team und einigen Hundert Gästen die Eröffnung des Campingplatzes Dorotheenpark gefeiert. Wie man hört, ging die Sause mit Live-Musik, Barbecue von Starkoch Brian Bojsen und Weinverkostung in der Champagner-Lounge bis spät in die Nacht. Ein angemessenes Event, wenn man sich die Dimension des neuen Glamping-Platzes unweit von Ostsee und gräflichem Landgut betrachtet.
Auf einer Fläche von rund 80.000 Quadratmetern (was etwas mehr als elf Fußballplätzen entspricht) sind 210 Wohnmobilstellplätze zum Teil kreisförmig um ein idyllisch anmutendes Zentrum angeordnet. Rund um einen Naturteich befinden sich dort ein Bistro, eine Lodge, eine Kreativscheune und eine Feuerstelle zum Grillen. "Das Ganze strahlt bewusst einen dörflichen Charakter aus und steht für nachhaltigen Tourismus im Einklang mit der Natur", sagt Alexander zu Reventlow, dessen Familie in vierter Generation im Besitz des rund anderthalb Kilometer entfernten Landgutes aus dem 15. Jahrhundert ist.

Shuttle zum Gut und regionale Küche

An Wochenenden soll es künftig durch einen Shuttle-Service an den Dorotheenpark angeschlossen werden, damit Gäste das dortige Restaurant "Kuhhaus" bequem erreichen. Auf der Karte steht unter anderem Wild aus der eigenen Jagd sowie regionales Fleisch, Fisch und Gemüse, zum Teil auch direkt von den Äckern und Gärten des Landgutes.
Graf zu Reventlow bei der Eröffnung im vergangenen Oktober. 2026 startet der Dorotheenpark in seine erste Frühjahrs- und Sommersaison.
Bild: Dorotheenpark
Luxus und Natur, sozusagen Hand in Hand – diesem Konzept folgt das Restaurant ebenso wie der Dorotheenpark. Das fängt schon bei der Weitläufigkeit des ausschließlich für Wohnmobile, Vans und Autos mit Dach- oder Vorzelten gedachten Platzes an. Die Stellflächen auf dem riesigen Gelände sind bis zu 200 Quadratmeter groß, in der einfachsten Kategorie immerhin noch 112 Quadratmeter (8 mal 14 Meter). Erste Camper, die bereits vor der Eröffnung in einer Art Testphase im Dorotheenpark Station machten, wissen das zu schätzen.
Margrit (65) und Hans-Werner Maskow (69), die mit ihrem Weinsberg-Camper angereist sind, freuen sich, dass selbst ein großer Liner auf dem Nachbarplatz ihnen nicht die Sonne nimmt. "Hier ist alles so geräumig – da kann man sich gegenseitig eigentlich nicht in die Quere kommen", sagen sie.
Der "Dorfteich" bildet das Herzstück des Dorotheenparks und lädt zum Entspannen ein.
Bild: Sven Krieger
"Tatsächlich ist der Platz extra so angelegt, dass er auch mit großen Fahrzeugen problemlos befahren werden kann", erklärt Milena Pfannkuche (39), die sich im Gut Damp und Dorotheenpark um das Marketing kümmert. Sie stellt uns Rebecca und Michael Meinen (beide 62) aus Hildesheim vor. Ihre Meinung: "Die Kombination aus viel Natur, Ruhe und edlem Ambiente ist richtig schick." Dazu gehört – an einigen Parzellen – auch der Meerblick. Die Ostsee ist so nah, dass sie auf den "Filetplätzen" im hinteren Teil des Platzes blau schimmernd zu sehen ist.
Anderer Glamping-Schick erschließt sich oftmals im Detail, wie zum Beispiel an den eleganten Messingarmaturen, die außen an den Sanitäreinrichtungen angebracht sind – und natürlich an den Bädern selbst. Neue, hochwertig eingerichtete Einzelbäder mit Dusche, WC und Waschbecken stehen allen Campern zur Verfügung. „Premium-Plus“-Stellplätze bieten ein eigenes, privates Badehaus direkt am Stellplatz. Fitnessraum, privat buchbare Sauna, eine Lodge mit Kicker, Billard und Tischtennis machen den Dorotheenpark zu einem Ganzjahrescampingplatz.
Alle Parzellen verfügen über einen eigenen Stromanschluss.
Bild: Sven Krieger

Flexible Preise je nach Saison

Das hat natürlich alles seinen Preis. "Wir haben keine einheitliche Preisliste, sondern berechnen flexibel je nach Saison, Wetterlage und Auslastung", sagt Alexander zu Reventlow. Außerhalb der begehrtesten Zeiten lässt sich somit zuweilen ein Schnäppchen machen. So starteten die Kosten für einen normalen Komfort-Stellplatz mit eigenem Strom- und naheliegendem Frischwasseranschluss im vergangenen November schon bei unter 20 Euro. Für den gleichen Platz werden in der Hauptsaison Mitte Juli bereits ab 69 Euro aufwärts fällig. Ein Premium-Plus-Platz (170 Quadratmeter, Privatbad, alle Anschlüsse am Platz) liegt dann bei 99 Euro oder mehr.
Als Ganzjahresplatz ein Muss: die einzeln buchbare Sauna für kalte, ungemütliche Tage.
Bild: Sven Krieger
Gratis gibt's in jedem Fall die tolle Landschaft ringsum. Ausgedehnte Felder, sanfte Hügel, uralte Eichen und die Ostsee nur einen Katzensprung entfernt, dazu das Licht und die frische Küstenluft – das genießen Urlauber zu jeder Jahreszeit. Für den kommenden Sommer, so Milena Pfannkuche, liegen bereits jetzt viele Buchungen vor.

Nachhaltigkeit als fester Bestandteil

Apropos Landschaft und Natur: Durch die Anbindung des Platzes ans Landgut ist Nachhaltigkeit quasi gewährleistet. Die Bebauung erfolgte zum größten Teil mit Holz aus eigenen Wäldern, Wurst- und Fleischprodukte stammen aus der Region oder von selbst erlegtem Wild. Wer möchte, kann in der Jagdschule am Gut Damp sogar seinen eigenen Jagdschein machen. Hunde sind willkommen, und eine Kooperation mit dem benachbarten Reiterhof Tramm macht Ausflüge auf dem Pferderücken möglich.
Dogs welcome: Bulldogge Charlie hat es sich in einem Hundestrandkorb bequem gemacht.
Bild: Sven Krieger
Weitere Informationen gibt es unter www.gut-damp.de und www.damp-dorotheenpark.de.