Der Xiaomi 6 Ultra gehört zu den Spitzenreitern, die Xiaomi derzeit im E-Scooter-Programm hat: Mit 12-Zoll-Reifen, Dualfederung, einer Herstellerangabe von bis zu 75 Kilometern Reichweite und einem Gewicht von 33 Kilogramm richtet er sich an Fahrer, die mehr erwarten als einen klassischen Stadtroller. Statt auf maximale Portabilität setzt Xiaomi auf eine robuste Konstruktion, hohen Fahrkomfort und viel Reserven für längere Strecken.
Die technischen Daten sind schnell gelesen, doch die entscheidenden Fragen stellen sich erst unterwegs. Hamburg wird zur echten Härteprobe: Mal verschwindet der Radweg, mal wird aus Asphalt plötzlich Schotter, dann folgt eine Steigung, eine Baustelle oder die nächste Ampel. Für AUTO BILD bedeutete das: viele Kilometer quer durch die Hansestadt, um den Xiaomi 6 Ultra auf Herz und Nieren zu testen!

Xiaomi 6 Ultra im AUTO BILD-Test (2026)

Test-Empfehlung

Xiaomi

Electric Scooter 6 Ultra yellow

1,6
gut
  • Pro IconHervorragende Federung
  • Pro IconSehr hohe Fahrstabilität
  • Contra IconHohes Gewicht
  • Contra IconLange Ladezeit

Was zählt bei dem Xiaomi 6 Ultra wirklich?

  • Wie fährt sich der Scooter im Alltag?
  • Wie stabil und sicher fühlt er sich bei Tempo 20 an?
  • Wie komfortabel bleibt er auf längeren Strecken?
  • Wie gut kommt er mit schlechten Wegen zurecht?
  • Wie weit reicht der Akku unter realen Bedingungen?
Eine Person fährt mit einem gelben E-Scooter auf einem Weg am Wasser entlang. Der Hintergrund ist durch die Fahrtbewegung verwischt.“
Mit Tempo 20 bleibt die Fahrt entspannt, gleichzeitig geht es überraschend flott voran.
Bild: AUTO BILD/ Sven Krieger

Die Fahrleistung: Tempo 20 fühlt sich genau richtig an

Schon nach wenigen Metern wird klar, dass der Xiaomi seine Kraft anders einsetzt als viele andere E-Scooter. Bereits beim Anfahren zeigt er sich sportlich aber unaufgeregt. Er setzt sich sanft in Bewegung und beschleunigt zügig, ohne den Fahrer mit einem abrupten Leistungseinsatz zu überraschen. Bei den erlaubten 20 km/h entsteht nie das Gefühl, dass der Roller an seiner Grenze arbeitet. Auch bei Gegenwind oder auf längeren Anstiegen hält er das Tempo zuverlässig, ohne dabei angestrengt zu wirken.
Nach Kurven, Kreuzungen oder kurzen Verzögerungen beschleunigt der Xiaomi gleichmäßig wieder auf 20 km/h. Nicht explosiv, dafür angenehm berechenbar und leicht zu kontrollieren. Genau diese gelassene Art trägt zur sehr guten Fahrleistungsnote von 1,4 bei.
Ausschnitt eines Fahrers auf einem E-Scooter, der durch eine Pfütze fährt.
Tiefe Pfützen steckt der Scooter locker weg.
Bild: AUTO BILD/ Sven Krieger

Fahrstabilität: Dort, wo der Asphalt endet

Mehrere Baustellenabschnitte führten über Schotter, lose Erde, Sand und matschige Wege. Genau die Untergründe also, die man sich nicht aussucht, die im Alltag aber immer wieder auftauchen. Der Xiaomi fühlt sich dort deutlich wohler als viele klassische City-Scooter. Große 12-Zoll-Reifen, hohe Bodenfreiheit und die Federung sorgen dafür, dass die meisten Unebenheiten souverän weggesteckt werden.
Auch auf schlechten Radwegen und in tiefen Pfützen vermittelt der Scooter ein hohes Maß an Kontrolle. Ein breiter Lenker, große Reifen und die ausgewogene Gewichtsverteilung sorgen für ein sicheres Fahrgefühl. Die Lenkung arbeitet präzise und reagiert auch auf schnelle Richtungswechsel zuverlässig. Gleichzeitig überzeugt der Roller mit einem ruhigen Geradeauslauf, wie man ihn von vielen leichteren Modellen nicht kennt.
In Kurven bleibt er gut kontrollierbar. Selbst bei Unebenheiten entsteht selten das Gefühl, gegen den Roller arbeiten zu müssen. Statt hektischer Korrekturen genügt meist ein leichter Impuls am Lenker. Diese ausgewogene Abstimmung aus Lenkpräzision, Fahrstabilität und Gelassenheit erklärt die Note 1,4.
Ausschnitt eines Fahrers auf einem gelben E-Scooter während der Fahrt über Kopfsteinpflaster. Der Hintergrund ist durch die Bewegung unscharf dargestellt.
Die Dualfederung nimmt dem Kopfsteinpflaster viel von seinem Schrecken, wegzaubern kann sie es jedoch nicht.
Bild: AUTO BILD/ Sven Krieger

Komfort: Die Federung macht den Unterschied

Auf schlechten Radwegen, abgesenkten Bordsteinen und aufgerissenen Asphaltflächen filtert das Fahrwerk einen Großteil der Schläge heraus, die bei einfacheren Konstruktionen direkt in Handgelenken und Knien landen. Besonders auf längeren Strecken macht sich dieser Unterschied bemerkbar, die im Test vergebene Komfortnote von 1,5 kommt daher nicht von ungefähr. Allerdings sollte niemand Wunder erwarten. Historisches Hamburger Kopfsteinpflaster bleibt auch für den Xiaomi eine Herausforderung.
Zum hohen Fahrkomfort tragen nicht nur Federung und Reifen bei, sondern auch die gelungene Ergonomie. Die Lenkerhöhe erwies sich im Test als angenehm und ermöglichte selbst auf längeren Strecken eine entspannte Stehposition. Auch das Trittbrett bietet ausreichend Platz, ohne unnötig groß auszufallen. Besonders das Kicktail am Heck erwies sich als praktische Ergänzung. Der hintere Fuß lässt sich dort bequem abstützen, wodurch sich die Haltung immer wieder leicht variieren lässt. Die großen 12-Zoll-Reifen bieten viel Grip und harmonieren hervorragend mit der Federung.
Verbesserungspotenzial gibt es lediglich bei den Griffen. Sie liegen gut in der Hand, könnten aber etwas weicher und ergonomischer geformt sein.
Nahaufnahme des Hinterrads eines gelben E-Scooters mit grobstolligem Reifen, Scheibenbremse und schwarzer Schwinge mit Reflektor.
Kräftige Scheibenbremsen sorgen für kurze Bremswege und sichere Verzögerung.
Bild: AUTO BILD/ Sven Krieger

Sicherheit: Kontrolle in jeder Situation

Vor der ersten Fahrt lohnt sich ein Blick in die Einstellungen. E-ABS und Traktionskontrolle sind beim Xiaomi 6 Ultra nicht ab Werk aktiviert. Warum Xiaomi diese sicherheitsrelevanten Funktionen dem Nutzer überlässt, bleibt schwer nachvollziehbar. Aktiviert tragen beide Systeme zu einem insgesamt stimmigen und kontrollierten Fahrverhalten bei.
Das hohe Gewicht stellt besondere Anforderungen an die Bremsen. Der Xiaomi verzögert zuverlässig und bleibt selbst bei kräftigen Bremsmanövern aus 20 km/h stabil und spurtreu. Die Bremsen lassen sich präzise dosieren und vermitteln ein sicheres Bremsgefühl.
Bei der Sichtbarkeit zeigt sich der Scooter ordentlich aufgestellt. Die auffällige gelbe Rahmenfarbe sorgt bereits tagsüber für eine gute Wahrnehmbarkeit. Die Beleuchtung reicht für den Straßenverkehr aus, auch wenn der Lichtkegel auf dunklen Wegen etwas mehr Reichweite vertragen könnte. Zusätzliche seitliche Reflektoren an den Federarmen der Vorder- und Hinterradaufhängung erhöhen die Sichtbarkeit weiter und ergänzen die Beleuchtung sinnvoll. Die Blinker sind gut zu erkennen und werden zusätzlich durch einen Signalton unterstützt, sodass Fahrtrichtungswechsel auch im dichten Stadtverkehr gut wahrgenommen werden. Eine automatische Rückstellung nach dem Abbiegen gibt es allerdings nicht, weshalb die Blinker manuell deaktiviert werden müssen. Zuverlässige Bremsen, sinnvoll abgestimmte Assistenzsysteme und die insgesamt gute Sichtbarkeit sorgen für ein hohes Sicherheitsniveau. Entsprechend fällt die Bewertung mit der Note 1,9 gut aus.
Detailaufnahme der Verriegelung des Klappmechanismus am E-Scooter.
Der Klappmechanismus ist simpel, robust und zuverlässig.
Bild: AUTO BILD/ Sven Krieger

Verarbeitung: solide Konstruktion

Der Xiaomi 6 Ultra wirkt wie ein Fahrzeug, das auf Langlebigkeit ausgelegt wurde. Nichts klappert. Nichts knarzt. Nichts wirkt improvisiert. Der massive Rahmen aus Carbonstahl, die saubere Verarbeitung und die insgesamt robuste Konstruktion können überzeugen. Dabei sind es oft die kleinen Details, die den Unterschied machen: Das Trittbrett ist robust ausgelegt. Die Klappmechanik verriegelt sauber und spielfrei. Auch Lenker und Bedienelemente wirken hochwertig. Schweißnähte, Übergänge und Passungen sind sauber verarbeitet.
Die verwindungssteife Konstruktion sorgt für einen ausgesprochen soliden Gesamteindruck. Auch unter hoher Belastung zeigt sie keinerlei Schwächen. Vibrationen oder Hinweise auf nachgiebige Bauteile traten im Test nicht auf. Der Xiaomi bleibt angenehm ruhig. Materialauswahl, Verarbeitung und Stabilität bewegen sich auf hohem Niveau, entsprechend erhielt der Xiaomi in dieser Disziplin die Note 1,3.
Detailaufnahme des Displays eines Xiaomi 6 Ultra mit Anzeige von Reichweite, Akkustand und Fahrmodus.
75 Kilometer Reichweite klingen beeindruckend. In der Praxis sind die dafür notwendigen Idealbedingungen selten.
Bild: AUTO BILD/ Claudia Bode

Reichweite und Akku: die Reichweitenfrage

Die Reichweite gehört zu den Angaben, auf die Käufer besonders achten. Schließlich nützt der komfortabelste E-Scooter wenig, wenn schon nach wenigen Kilometern die nächste Steckdose gesucht werden muss. Gleichzeitig ist sie eine der am schwierigsten vergleichbaren Angaben. Temperatur, Fahrergewicht, Wind, Streckenprofil und Fahrmodus haben erheblichen Einfluss darauf, wie weit ein Roller tatsächlich kommt. Xiaomi gibt für den 6 Ultra eine Reichweite von bis zu 75 Kilometern an. Wer überwiegend im Sportmodus fährt, sollte sich eher an der Herstellerangabe von 55 Kilometern orientieren.
Für den AUTO BILD-Test wurde zunächst der Akku vollständig aufgeladen. Die Teststrecke führte über mehr als 50 Kilometer durch Hamburg und umfasste unterschiedliche Untergründe und mehrere Steigungen. Phasen mit Gegenwind, sowie zeitweise Regen blieben nicht aus, damit unter Bedingungen, die viele Nutzer eher antreffen als die idealisierten Voraussetzungen eines Herstellerwerts. Gefahren wurde ausschließlich im Sportmodus. Am Ende standen rund 54 Kilometer auf dem Tacho, bevor die Akkureserven erschöpft waren. Damit bewegt sich der Xiaomi mehr als nah an der Herstellerangabe für den Sportmodus.
Zur guten Reichweitennote von 1,7 trägt nicht allein die erzielte Distanz bei. Der große Akku sorgt für starke Werte, fordert beim Laden aber Geduld: Eine volle Ladung dauert laut Herstellerangabe rund zehneinhalb Stunden. Wer regelmäßig längere Strecken fährt oder den Scooter täglich nutzt, kann zum optionalen Xiaomi-Schnellladegerät für 59,99 Euro greifen. Damit schrumpft die Ladezeit auf etwa drei bis vier Stunden und der 6 Ultra ist deutlich schneller wieder startklar.
Die 54 Kilometer wirken in der Praxis noch beeindruckender, als es die Zahl zunächst vermuten lässt. Für den Arbeitsweg, Besorgungen oder längere Fahrten durch die Stadt bleiben reichlich Reserven. In der Regel erreicht man die eigenen Grenzen früher als die des Akkus.
Eine Person hebt den zusammengeklappten E-Scooter am Rahmen an.
Der Faltmechanismus macht ihn kleiner, nicht leichter.
Bild: AUTO BILD/ Sven Krieger

Handling im Alltag: Wenn das Gewicht zum Thema wird

Im täglichen Umgang wirkt der Xiaomi durchdacht. Wichtige Funktionen sind schnell gefunden, und die Menüführung gibt kaum Rätsel auf. Wer bereits einen modernen E-Scooter genutzt hat, findet sich innerhalb weniger Minuten zurecht.
Gelungen präsentiert sich das Cockpit, das 3 Zoll große Farbdisplay fällt zwar nicht übermäßig groß aus, bleibt aber selbst während der Fahrt gut ablesbar. Geschwindigkeit, Akkustand und Fahrmodus lassen sich auf einen Blick erfassen. Wer detailliertere Fahrdaten oder zusätzliche Informationen abrufen möchte, muss dafür zur Xiaomi Home App greifen. Das ist allerdings kein wirklicher Nachteil. Die App erweitert den Funktionsumfang sinnvoll, bietet verschiedene Einstell- und Monitoring-Funktionen und ermöglicht den Zugriff auf Fahrdaten sowie Fahrzeugparameter. Im Test arbeitete die Verbindung überwiegend zuverlässig, auch wenn die Synchronisation gelegentlich einen zweiten Anlauf benötigte.
Zum Bedienkonzept gehören drei Fahrmodi. Neben einem Fußgängermodus mit Schrittgeschwindigkeit stehen ein D-Modus mit bis zu 15 km/h sowie der Sportmodus mit den in Deutschland zulässigen 20 km/h zur Verfügung. Je nach Verkehrssituation oder persönlicher Vorliebe lässt sich so schnell zwischen den verschiedenen Fahrmodi wechseln. Zum Ausstattungsumfang gehört außerdem ein elektronischer Diebstahlschutz mit PIN-Sperre, Wegrollschutz und Alarmfunktion. Das erschwert den spontanen Diebstahl, ersetzt eine klassische Sicherung jedoch nicht. Wer den Scooter im öffentlichen Raum abstellt, sollte ihn daher zusätzlich mit einem Schloss sichern.
Praktisch und einfach gelöst ist der Ladeanschluss. Seine Position ist gut erreichbar, die Abdeckung sitzt sicher, und das Anschließen des Ladegeräts gelingt ohne umständliches Hantieren. Das hohe Gewicht bleibt beim Handling die größte Einschränkung. Der Xiaomi gehört nicht zu den Rollern, die man gedankenlos unter den Arm klemmt. Schon beim ersten Anheben wird klar, dass hier viel Material bewegt werden will. Wer den Roller gelegentlich ins Auto, Wohnmobil oder in den Keller hebt, wird damit zurechtkommen. Sobald jedoch regelmäßig Treppen ins Spiel kommen, wird das Gewicht zum Thema. Der Xiaomi lässt sich zwar tragen, fühlt sich aber auf dem Asphalt deutlich wohler als auf der Schulter.

Fazit: ein Scooter für die Extrarunde

Gelber E-Scooter auf einem Gehweg vor einer Graffiti-Wand.
Mit dem Xiaomi 6 Ultra wird aus dem Weg zum Ziel manchmal eine kleine Extrarunde.
Bild: AUTO BILD/ Claudia Bode
Der Xiaomi 6 Ultra fährt komfortabel, vermittelt ein hohes Maß an Sicherheit und überzeugt auch auf langen Strecken. Sein hohes Gewicht macht ihn beim Tragen allerdings weniger handlich. Wer damit leben kann, bekommt einen E-Scooter, der einen nicht nur souverän von A nach B bringt, sondern auch Lust auf eine Extrarunde macht.

Die wichtigsten Fragen zum Xiaomi 6 Ultra

Wie komfortabel fährt sich der Xiaomi 6 Ultra?

Der Fahrkomfort gehört zu den großen Stärken des Xiaomi 6 Ultra. Dualfederung und 12-Zoll-Reifen machen schlechte Wege deutlich angenehmer. Kopfsteinpflaster bleibt jedoch spürbar, wegzaubern kann die Federung es nicht.

Wie weit kommt der Xiaomi 6 Ultra wirklich?

So weit, dass die Reichweite im Alltag kaum noch eine Rolle spielt. Im AUTO BILD-Test schaffte der Roller im Sportmodus rund 54 Kilometer und lag damit nahezu auf dem Niveau der Herstellerangabe für Fahrten bei Höchstgeschwindigkeit.

Ist der Xiaomi 6 Ultra alltagstauglich?

Reichweite, Fahrkomfort, Ausstattung und Bedienung machen den Xiaomi 6 Ultra zu einem überzeugenden Begleiter für den täglichen Einsatz. Einschränkungen gibt es dort, wo der Roller regelmäßig getragen werden muss. Mit rund 33 Kilogramm wird Tragen schnell zur Kraftprobe.

Für wen lohnt sich der Xiaomi 6 Ultra?

Wer einen komfortablen und souverän fahrenden E-Scooter für längere Strecken sucht, liegt mit dem Xiaomi 6 Ultra richtig. Das hohe Gewicht bleibt ausschließlich beim Tragen ein Nachteil. Ist der Roller erst einmal unterwegs, macht er vor allem eines: Lust auf eine Extrarunde.

Test-Empfehlung

Xiaomi

Electric Scooter 6 Ultra yellow

1,6
gut
  • Pro IconHervorragende Federung
  • Pro IconSehr hohe Fahrstabilität
  • Contra IconHohes Gewicht
  • Contra IconLange Ladezeit

Hinweis

Dieser E-Scooter wurde uns für den Test von Xiaomi zur Verfügung gestellt. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie hier.