Elektronische Fahrtenbücher im AUTO BILD-Vergleich
Automatisches Fahrtenbuch statt Zettelwirtschaft
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AUTO BILD hat digitale Fahrtenbücher verglichen. Welche GPS Lösungen mit App erleichtern die Weitergabe der Daten ans Finanzamt und überzeugen in der Praxis?
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Ein Fahrtenbuch von Hand zu führen bedeutet oft zusätzlichen Aufwand. Datum, Uhrzeit, Strecke und Anlass jeder Fahrt müssen sorgfältig dokumentiert werden. Dazu kommen typische Probleme wie unleserliche Einträge, beschädigte Seiten oder das Verlegen zwischen anderen Unterlagen. Dennoch ist eine genaue Aufzeichnung für viele unverzichtbar, etwa um die pauschale Versteuerung nach der 1 Prozent Regel zu vermeiden, behördliche Vorgaben zu erfüllen oder weil der Arbeitgeber einen Nachweis verlangt.
Eine zeitgemäße Alternative ist das elektronische Fahrtenbuch. Es lässt sich einfach einrichten, erfasst alle relevanten Daten zuverlässig und erfüllt die Anforderungen des Finanzamts. Über eine Smartphone App stehen zudem Auswertungen und Statistiken zu den Fahrten zur Verfügung. AUTO BILD hat umfassende Informationen gesammelt und fünf Systeme namhafter Anbieter miteinander verglichen.
- Verwendungszweck: Elektronische Fahrtenbücher erfassen Fahrten automatisch und ersetzen das manuelle Protokoll. Sie eignen sich für steuerliche Zwecke, Dienstwagen und Nachweispflichten gegenüber Arbeitgebern oder Behörden.
- Testkriterien: Bewertet wurden rechtliche Konformität, Art der Fahrzeuganbindung, Bedienkomfort per App, Auswertungsmöglichkeiten, Kostenstruktur und Einsatz für Einzelwagen oder Flotten.
- Testerkenntnisse: Alle verglichenen Systeme arbeiten automatisiert und erfüllen die Anforderungen des Finanzamts. Unterschiede zeigen sich bei Funktionsumfang, Auswertungstiefe, Testmöglichkeiten und monatlichen Kosten. Günstige Lösungen reichen für Einzelpersonen meist aus.
- Kauf-Tipp: Vor dem Kauf prüfen, ob das System finanzamtkonform ist und zum Fahrzeug passt. Bei wenigen Privatfahrten lohnt sich der Einsatz besonders. Flottenfunktionen treiben die Kosten deutlich nach oben.
- Sicherheit: Geräte fachgerecht anschließen, Kabel sauber verlegen und App Einstellungen vor der Fahrt vornehmen, um Ablenkung während der Fahrt zu vermeiden.
Anbieter Paj gibt sich keine Blöße: Der monatliche Preis ist mit weniger als zehn Euro ziemlich niedrig, es gibt auch GPS-Tracker für Fahrzeuge ohne OBD2-Schnittstelle, das Finanzamt hat auch nichts zu meckern, wer unentschlossen ist, kann 30 Tage lang testen. Verschiedene Laufzeit-Pakete können die Kosten niedrig oder die Flexibilität hochhalten.
Ein Profi-Tool mit all seinen Vor- und Nachteilen: Einer Fülle von Auswertungsmöglichkeiten und dem großen Erfahrungsschatz des mehrfach ausgezeichneten Herstellers stehen vergleichsweise hohe Kosten von rund 30 Euro im Monat entgegen. Geprüft wurde die korrekte Funktion von der Wirtschaftsprüfer- und Steuerberatungsgesellschaft KMPG. Damit stehen Nutzer auf der sicheren Seite und können sich über ausgefeilte Berichte und den zuverlässigen Betrieb freuen.
Technologisch gesehen ein noch etwas günstigerer Ableger des Paj-Angebotes: Laut Anbieter wird dessen Fahrtenbuch-Technologie genutzt, während die Hardware selbst das eigene Logo trägt. Entsprechend stehen auch hier verschiedene Vertragslaufzeiten zur Wahl. Wer einfach ein elektronisches Fahrtenbuch führen will, hat sehr gute Chancen, dass er mit dem von Salind bei rund acht Euro monatlichen Kosten glücklich wird.
Der Hersteller wirbt neben den gängigen Funktionalitäten mit zusätzlicher Unterstützung bei der doppelten Haushaltsführung, mehreren Export-Formaten, Flottentauglichkeit (optional) und einer Vielzahl von Auswertungsmöglichkeiten. Dafür schlägt das System mit rund 25 Euro im Monat zu Buche. Verschiedene Fahrer können dank separat erhältlicher NFC-Sticker einfach und schnell erkannt und schon bei Fahrtantritt automatisch zugeordnet werden. Die Testphase von 14 Tagen fällt etwas knauserig aus.
Yukatrack: alles Wichtige an Bord
Auch der deutsche Anbieter Yukatrack leistet sich auf dem Papier keine Schwächen. Für umgerechnet weniger als acht Euro monatlich gibt es alle wichtigen Grundfunktionen, allerdings keine Desktop- oder Browser-Anwendung, sondern nur eine App. Das dürfte aber für die meisten schon ausreichen. Auch ist die Ortung des Fahrzeugs online möglich. Schade: Der Anbieter gibt keine Möglichkeit für eine Testphase an.
Die Auswahl der hier vorgestellten Produkte erfolgt insbesondere aufgrund ihrer Relevanz auf dem Zubehör-Markt sowie einer signifikanten Anzahl von positiven Bewertungen. Außerdem ist deren flächendeckende und kurzfristige Verfügbarkeit zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Vergleichs gewährleistet – mit Ausnahme von akuten Produktions- oder Lieferschwierigkeiten. Die Produkte wurden keinem Praxis-Test unterzogen. Dieser Vergleich dient vielmehr einer schnellen Übersicht zu gefragten elektronischen Fahrtenbüchern und ihren technischen Daten sowie deren Ausstattung.
Die wichtigsten produktspezifischen Kriterien des Vergleichs sind eine rechts- und Finanzamt-konforme Datenerhebung und –bertragung sowie eine sinnvolle und nützliche technische Ausstattung.
Auspacken, reinstecken, losfahren: Komfortables und schnelles Plug&Play bieten sämtliche hier vorgestellten Systeme. Auch das Versprechen, für die Finanzämter geeignete Daten zu liefern, geben alle Hersteller. Im Übrigen unterscheiden sich die Angebote vor allem im Bedienkomfort, dem Einsatz für Flotten und die Möglichkeiten zur genaueren Datenauswertung. Wer einfach ein Fahrtenbuch nicht mehr händisch, sondern elektronisch führen möchte, sollte auch mit den günstigeren Lösungen von Paj, Salind und Yukatrack gut bedient sein. Die Kosten liegen unter 10 bzw. sogar unter 8 Euro monatlich. Mehr muss es auch gar nicht unbedingt sein, wenn keine Flotte zu verwalten ist. Das können die teureren Angebote von Vimcar und Fleetize zwar gut und haben mitunter mehr Optionen für die Auswertung der Daten. Dafür sind die Kosten aber entsprechend höher – und ausgerechnet beim teuersten Fahrtenbuch von Vimcar bleibt der GPS-Tracker Eigentum des Verkäufers.
- Manipulationssicherheit: Das Finanzamt erkennt nur solche digitalen Lösungen an, die vor Manipulationen geschützt sind und nachträgliche Änderungen protokollieren. Eine einfache, selbst erstellte Excel-Tabelle reicht in der Regel nicht aus. Ebenso nicht solche, bei denen sich die aufgezeichneten Daten auch noch Wochen später ändern lassen. Wirbt ein Anbieter mit dieser Funktion, ist sie wahrscheinlich für die Zusammenarbeit mit dem Finanzamt nicht geeignet.
- Automatische Aufzeichnung: Besonders wenig Arbeit haben Nutzer von solchen digitalen Fahrtenbüchern, die automatisch den Fahrtbeginn sowie das Fahrtende nebst Uhrzeit und Ort erkennen. Andernfalls sind viele Daten händisch nachzutragen, was viel Zeit und Mühen kostet.
- Alarme: In der Regel kann der GPS-Tracker im Auto auch so programmiert werden, dass er das Verlassen eines bestimmten Bereichs (sog. Geo-Fencing) oder das Überschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit meldet.
- Mehrere Fahrer und Fahrzeuge: Auch für Fahrzeuge, die von mehreren Personen genutzt werden, kommen elektronische Fahrtenbücher infrage. Das Verwalten von Flotten ist ebenfalls bei einigen Produkten möglich, aber in der Regel mit Zusatzkosten verbunden.
Wissenswertes über elektronische Fahrtenbücher
Wie funktioniert ein elektronisches Fahrtenbuch?
Es ist eine Kombination aus GPS-Tracker und schlauer Software: Der Tracker wird üblicherweise an die Diagnose-Schnittstelle des Fahrzeugs (OBD2) angeschlossen oder an anderer Stelle fest im Fahrzeug verbaut. Der Tracker sendet nun bei jeder Fahrt Positions- und Zeitdaten über eine Mobilfunkverbindung an einen zentralen Server, wo alle Daten gesammelt werden. Über ein Programm auf dem Computer oder eine App auf dem Smartphone können diese Daten angezeigt, teilweise verändert und ausgewertet werden.
Warum können die im Fahrtenbuch angegebenen Kilometer von denen des Kilometerzählers im Auto ausweichen?
Das elektronische Fahrtenbuch und das Fahrzeug zählen die Kilometer mit völlig unterschiedlichen Methoden: Während das Fahrtenbuch die Entfernungen anhand von GPS-Daten erhebt, zählt der Kilometerzähler auf Basis der Radumdrehungen. Um die entstehende Abweichung zwischen Fahrzeug und digitalen Assistenten beizeiten zu korrigieren, haben die meisten Systeme eine entsprechende Option.
Warum sind so viele Angebote mit einem Abo verbunden?
In der Regel liegt das an der Mobilfunk-SIM-Karte, die die meisten Anbieter für die Datenübertragung vom Fahrzeug an den zentralen Datenspeicher nutzen. Es ist also wie ein Vertrag für mobile Datenübertragung, ohne die diese komfortable Art des Führens eines Fahrtenbuches nicht funktionieren bzw. viel Mühe bei einer manuellen Datenübertragung machen würde.
Mein Auto hat keine OBD2-Steckdose. Was kann ich tun?
Glückwunsch, Sie sind mit einem Youngtimer unterwegs: Erst ab 2001/2002 wurde die OBD2-Steckdose für neue Pkw zur Pflicht. Ihr Fahrzeug lässt sich ohne größeren Aufwand mit einem GPS-Tracker ausstatten, mit dem ebenfalls ein digitales Fahrtenbuch geführt werden kann, etwa mit einer direkt an die Autobatterie anzuschließenden GPS-Box wie beispielsweise bei Vimcar.
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