Elektroroller: Sechs E-Roller im Test

Elektroroller: Test

Diese E-Roller machen Bock!

AUTO BILD düst mit sechs E-Rollern durch die City. Macht ja auch Sinn: Sie sind günstig, sauber, können überall parken. Und mit Führerschein-Klasse B oder 3 darf jeder ans Steuer. Aber welchen kaufen? Hier kommt der Elektroroller-Test.
Sechs Elektroroller hat AUTO BILD im Test unter die Lupe genommen. E-Mobilität ist teu­er? Weit gefehlt, das günstigste Modell, der Rolektro eco-City 45 V.2 Plus, kos­tet sonnige 1279 Euro. So viel verlangt BMW für die elektrische Sitzverstel­lung mit Memory-Funktion im 5er! Am teuersten in unserem Testfeld ist die Schwalbe für 6450 Euro. Neben dem Preis spielen natürlich auch Reichweite, Fahrverhalten und Sicher­heit eine Rolle beim Roller. Fazit: Viel Sonnenschein im Testfeld. Aber ein Kandidat kann Ihnen den Sommer verhageln.
So hat AUTO BILD getestet: Bremsen aus Tempo 30, Beschleunigung, Lade­dauer und eine Verbrauchsfahrt standen auf dem Programm.

Niu N1S: Fast nix zu meckern!

Niu setzt mit dem Roller N1S auf modernes und eigenständiges Design.

Die chinesische Marke Niu ist Weltmarktführer bei E-Rollern – entsprechend hoch sind die Erwar­tungen an den N1S. Bis zu zwei Personen können mit dem Elektroroller fahren. Besonders praktisch sind die Fußstützen für den Hintermann, die einfach ein- und ausklappbar sind. Das Fahrverhalten ist agil. Drei Fahrmodi stehen zur Auswahl, die vor allem das Ansprechverhalten des Rollers kontrollieren. Weitere Pluspunkte sind das klare Display sowie die Niu-App, mit deren Hilfe die Fahrer immer und überall auf Informationen wie den Akkustand des Rollers zugreifen können. Kritik gibt es für die Federung, auf schlechten Straßen wird es schnell rumpelig. Der Niu war der einzige E-Roller im Test­feld, der mit nur einem Akku an den Start fuhr. Der optionale Zweitakku kostet 1499 Euro Aufpreis, viel zu teuer. Trotzdem Platz 1.
Fahrzeugdaten: Gewicht (mit Akkus): 105 kg; Länge/Breite/Höhe: 1800/700/1130 mm; Sitzhöhe: 410 mm; Motor: Bosch-Elektromotor (2400 W); Spitze: 46 km/h; Leistung: 3,2 PS; Fahrmodi: 3; Akku-Kapazität: 1,7 kWh; Preis: 2699 Euro; Aufpreis Zweitakku: 1499 Euro.
Testdaten: Bremsweg bei 30 km/h: 4,7 m; Beschleunigung (0-30 km/h): 6,13 s; Reichweite (gemessen/Werksangabe): 66 km/80 km; Verbrauch: 2,6 kWh/100 km; Ladedauer: 6,09 Stunden. Note: 1-

Govecs E-Schwalbe: Echt cool, aber leider teuer

Breitbeinig: Füße zusammenstellen geht bei der E-Schwalbe nicht.

Was die Schwalbe am besten kann? Beschleunigen! Im "Boost-Modus" marschiert der Retro-Elektroller richtig nach vorn, hat aber auch gut zupackende Bremsen mit an Bord. Der Spaßfaktor ist bei diesem Elektroroller am größten, das Handling stimmt. Trotzdem ist der E-Roller gut gefedert, auch dank des Ge­wichts von 135 Kilogramm – schwerer ist im Test keiner. Um das Rangieren an engen Stellen zu erleichtern, gibt es einen "Schleichfahrmodus", sowohl vorwärts als auch rückwärts. Klappt prima. Der Startvorgang ist nervig: Erst wenn drei unterschied­liche Knöpfe gedrückt werden, kann es losgehen. Ach ja, und dann sind da noch die hohen Preise.
Fahrzeugdaten: Gewicht (mit Akkus): 135 kg; Länge/Breite/Höhe: 1960/880/1130 mm; Sitzhöhe: 500 mm; Motor: Bosch-Elektromotor (4000 W); Spitze: 45 km/h; Leistung: 7 PS; Fahrmodi: 4; Akku-Kapazität: 4,8 kWh; Preis: 5390 Euro; Aufpreis Zweitakku: 790 Euro.
Testdaten: Bremsweg bei 30 km/h: 4,4 m; Beschleunigung (0-30 km/h): 4,25 s; Reichweite (gemessen/Werksangabe): 81 km/125 km; Verbrauch: 5,9 kWh/100 km; Ladedauer: 4,45 Stunden. Note: 2+

Emco Novantic C2000: Die Vespa-Kopie ohne Geknatter

Emco Novantic C2000: Angenehme Sitzposition auch für größere Fahrer.

Dem Novantic C2000 sieht man sein elektrisches Herz nicht an – die Retro-Optik ist gut gelungen, sieht aus wie 'ne Vespa. Für die Fahrer gibt es viel Bein- und Kniefreiheit. Durch seine angenehme Sitzhöhe gibt einem der Emco ein sicheres Gefühl im Straßenverkehr. Trotzdem wirkt er nicht behäbig. Das Display wirkt alter­tümlich, die sehr ungenaue Akku-Anzeige ist ein echtes Problem. Auch dass die verschiedenen Fahrmodi nur per Smartphone und nicht direkt am Elektroroller eingestellt werden können – ärgerlich! Das Fahrwerk ist nicht optimal abgestimmt, Stöße werden hart weitergegeben, und auf unebener Fahrbahn klappert der Emco wie eine alte Waschmaschine beim Schleudern.
Fahrzeugdaten: Gewicht (mit Akkus): 100 kg; Länge/Breite/Höhe: 1860/810/1340 mm; Sitzhöhe: 530 mm; Motor: Elektromotor (2000 W); Spitze: 44 km/h; Leistung: 2,7 PS; Fahrmodi: 4; Akku-Kapazität: 3,6 kWh; Preis: 3949 Euro; Aufpreis Zweitakku: 1499 Euro.
Testdaten: Bremsweg bei 30 km/h: 4,5 m; Beschleunigung (0-30 km/h): 7,13 s; Reichweite (gemessen/Werksangabe): 108 km/130 km; Verbrauch: 3,3 kWh/100 km; Ladedauer: 9 Stunden. Note: 2

Unu Standard: Der flitzt durch die City

Auch Unu kann Retro, nur eine Nummer kleiner als die Schwalbe.

Der Unu Standard ist klein. Längere Strecken sind daher nur etwas für Fahrer bis 1,80 Meter. Die freuen sich beim Unu nicht nur über einen sehr bequemen Sitz, sondern auch über eine gute Federung und den höchsten Topspeed im Ver­gleich. Bei der Verbrauchsfahrt fuhr der kleine Unu fast immer vorneweg. Der Wendekreis ist klein, der steile Lenkkopfwinkel machts möglich. Das kann aber zu sehr scharfem Einlenken führen, nichts für Anfänger. Insgesamt ist das Handling aber sicher. Das analoge Display ist schick, der Elektroroller simpel zu bedienen – Schlüssel rein, und los geht's. Gewöhnungsbedürftig sind hingegen die Brem­sen: Sie sprechen zu weich an. Werden sie nicht voll angezogen, verzögert der Unu viel zu mau.
Fahrzeugdaten: Gewicht (mit Akkus): 76 kg; Länge/Breite/Höhe: 1700/660/1030 mm; Sitzhöhe: 420 mm; Motor: Bosch-Elektro-Radnabenmotor (2000 W); Spitze: 46 km/h; Leistung: 2,7 PS; Fahrmodi: 1; Akku-Kapazität: 2,9 kWh; Preis: 2299 Euro; Aufpreis Zweitakku: 699 Euro.
Testdaten: Bremsweg bei 30 km/h: 5,2 m; Beschleunigung (0-30 km/h): 8,14 s; Reichweite (gemessen/Werksangabe): 87 km/100 km; Verbrauch: 3,3 kWh/100 km; Ladedauer: 6,40 Stunden. Note: 2-

Torrot Muvi City: Der riskiert 'nen Lauten

Die Lenkung des Torrot ist schwergängig, dadurch ist das Handling schlecht.

Ist das nicht ein Emmy? Ja, isser! Der ist in einigen Städten als Sharing-Roller unterwegs. Mit seiner hohen Sitzposition ist er auch für größere Fahrer geeignet. Im Fahrbetrieb macht er mit lautem Sum­men auf sich aufmerksam. Vorteil: Andere Verkehrsteilnehmer werden an der Kreuzung nicht von ihm überrascht. Der Torrot nimmt das Gas nach kurzer Verzögerung auf, be­schleunigt danach aber zügig. Allerdings ist die Lenkung ziemlich schwergängig, das Handling dadurch mäßig. Ein weiteres ärger­liches Detail ist das Ladegerät: Es ist fast so laut wie der Elektroroller selbst, rücksichtsvolle Kollegen laden nicht im Großraumbüro.
Fahrzeugdaten: Gewicht (mit Akkus): 85 kg; Länge/Breite/Höhe: 1855/680/1150 mm; Sitzhöhe: 530 mm; Motor: Elektromotor (2650 W); Spitze: 44 km/h; Leistung: 3,6 PS; Fahrmodi: 2; Akku-Kapazität: 2,3 kWh; Preis: 4499 Euro; Aufpreis Zweitakku: - (Serie).
Testdaten: Bremsweg bei 30 km/h: 6,2 m; Beschleunigung (0-30 km/h): 8,55 s; Reichweite (gemessen/Werksangabe): 51 km/60 km; Verbrauch: 4,6 kWh/100 km; Ladedauer: 5,15 Stunden. Note: 3

Rolektro Eco-City 45 V.2 Plus: Gut ist hier nur der Preis

Der Rolektro kostet nur 1279 Euro, richtig günstig. Heckkoffer und optionale Seitentaschen bieten gute Verstaumöglichkeiten. Leider merkt man dem Rolektro seinen niedrigen Preis auch an. Die Blinker sind billig verarbeitet und schlecht zu bedienen. Die Sitzposition ist sehr hoch, der Roller aber schmal – eine gute Sitzposition zu finden ist schwierig. Schnell gefahrene Kurven werden hier zur Mutprobe, wenn denn der Rolektro den nötigen Speed aufgebaut hat. Das dauert nämlich lange, mehr als 38 km/h schaffte er im Test nur bergab. Auch beim Bremstest gab es schlechte Noten mit einem Bremsweg von rund 14 Metern aus Tempo 30.
Fahrzeugdaten: Gewicht (mit Akkus): 75 kg; Länge/Breite/Höhe: 1850/780/1240 mm; Sitzhöhe: 430 mm; Motor: Elektromotor (500 W); Spitze: 38 km/h; Leistung: 0,68 PS; Fahrmodi: 1; Akku-Kapazität: 1 kWh; Preis: 1279 Euro; Aufpreis Zweitakku: 359 Euro.
Testdaten: Bremsweg bei 30 km/h: 14,6 m; Beschleunigung (0-30 km/h): 11,46 s; Reichweite (gemessen/Werksangabe): 44 km/45 km; Verbrauch: 2,2 kWh/100 km; Ladedauer: 7,30 Stunden. Note: 4-

Elektroroller: Sechs E-Roller im Test

Autoren: Robin Kittelmann, Tim Dahlgaard

Stichworte:

Elektroroller

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