Der Endoskop-Test
Welcher Hersteller hat den Durchblick?
AUTO BILD testet acht Endoskope. Welche Modelle zeigen im Schweller, Ansaugkrümmer oder Brennraum, was sonst verborgen bleibt?
- Martin Henze
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1.
Ralcam
H408B
1,3
sehr gut
- Fernbedienbarer Sondenkopf
- hohe Kamera- und Bildschirmauflösung
- großer Monitor
- Aufbewahrungskoffer
- hoher Qualitätseindruck
- Display muss vor dem Verstauen immer abgeschraubt werden

2.
Ralcam
N308
1,5
gut
- fernbedienbarer Sondenkopf
- ausreichend hoch auflösende Kamera und Display
- Aufbewahrungskoffer
- Sondenbeleuchtung manchmal etwas dunkel

3.
DEPSTECH
DS650DE
2,0
gut
- fernbedienbarer Sondenkopf
- sehr großer Monitor
- besonders schlanke Kamera
- Aufbewahrungskoffer

4.
Quimic
G20
2,2
gut
- hohe Bildqualität
- einfache Bedienung
- lange Sonde
- hoher Preis
- Steuerung nur per Hand möglich
Rost, der sich heimlich in Hohlräumen ausbreitet. Der Albtraum vieler Autofans bleibt oft lange unbemerkt, ihn frühzeitig zu entdecken ist schwierig, denn die Öffnungen sind meist winzig. Ebenso, wenn man den Motor prüfen will, ohne ihn zu zerlegen. Da führt der Weg durch den Zündkerzen-Schacht. Hier kommen Endoskope ins Spiel. Sie ermöglichen präzise Einblicke in enge Bereiche und helfen, Schäden früh zu erkennen. AUTO BILD hat verschiedene Modelle getestet, vom günstigen Einsteigermodell bis zu hochwertigen Profi-Endoskopen. Welche konnten uns überzeugen?
Das Wichtigste in Kürze
- Suche nach Verschleiss: Endoskope machen Hohlräume, Motorbereiche und enge Stellen sichtbar, ohne das Auto zu zerlegen.
- Preisrange: Geräte gibt es schon ab ca. 30 Euro, hochwertige Modelle kosten über 100 Euro – der Unterschied liegt vor allem in Ausstattung und Bildqualität.
- Testfokus: Bewertet wurden Bildschärfe, Ausleuchtung, Handhabung, Flexibilität der Sonden und Zusatzfunktionen wie Speichern oder Schwenkmechanik.
- Fazit: Für Gelegenheitsnutzer reichen günstige Modelle, wer regelmäßig inspiziert, sollte in bessere Technik investieren – Präzision und Komfort zahlen sich aus.
Das Ralcam Endoskop H408B für 140 Euro wurde als einziges von acht getesteten Geräten mit "sehr gut" bewertet und erreichte damit den 1. Platz in unserem Test. Es überzeugt durch eine ferngesteuerte Kamerasonde, die lediglich 8,5 Millimeter dick ist und dennoch um fast 180 Grad nach hinten blicken kann, durch einen 4,3 Zoll großen HD-Monitor, eine mitgelieferte SD-Karte für den am Display integrierten Speicherkartenslot – und nicht zuletzt durch einen Hartschalen-Aufbewahrungskoffer. Dieses Endoskop ist nicht nur besonders gut ausgestattet, sondern bietet auch eine exzellente Abbildungsleistung. Der Kamerakopf ist zudem öl- und wasserdicht, und der 1,5 Meter lange, halbstarre "Schwanenhals" reicht für fast alle Anwendungsbereiche aus. Nicht nur die Note 1,3, sondern auch der Testsieg sind somit absolut verdient.
Mit gerade einmal 25,99 Euro ist das Quimic Endoskop G20 das günstigste Gerät im Test. Doch es überrascht: Mit 1080p-HD-Auflösung bietet es eine durchaus akzeptable Bildqualität und kann dank fast fünf Metern Schwanenhalslänge auch weit entfernte Bereiche erreichen – die dank passabler LED-Ausleuchtung auf dem 2,4 Zoll großen Monitor gut erkennbar dargestellt werden. Angesichts des Preises ist es verschmerzbar, dass nur eine Livebild-Funktion vorhanden ist – das heißt, eine Speicherung oder Übertragung auf externe Speichermedien ist nicht möglich. Immerhin gehören Haken, Spiegel und Magnet zum Lieferumfang, mit denen sich kleine Gegenstände entdecken und bergen lassen. Damit ist das Endoskop ideal für Gelegenheitsnutzer, die sich ad hoc einen Überblick über schwer zugängliche Stellen verschaffen möchten, ohne Wert auf Bilddokumentation zu legen. Mit der Note 2,2 ("gut") und einer UVP von nur 25,99 Euro wird das Quimic Endoskop G20 zum Preis-Leistungs-Sieger!

Mit einem Messschieber ermitteln wir den Durchmesser der Kamera: Je dicker der Kamerakopf ist, desto mehr Punktabzug gibt es.
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Im ersten Schritt packten wir die Endoskope aus und prüften den Lieferumfang: Gab es einen Aufbewahrungskoffer oder eine passende Tasche? Wie sah es mit Zubehör wie Winkelspiegel, Haken oder Magneten aus? Anschließend nahmen wir Maß: Nicht nur die Länge der Sonde, sondern auch der Durchmesser der Kamera wurde von uns festgehalten und bewertet.

Vor der Inbetriebnahme folgt ein Blick in die Bedienungsanleitung: Wie verständlich ist sie formuliert? Hilft sie bei der intuitiven Bedienung der Geräte?
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Anschließend ging es an die Inbetriebnahme – doch vorher warfen wir noch einen Blick in die Bedienungsanleitung und prüften, wie verständlich sie verfasst war. Danach nahmen wir die Betriebsart unter die Lupe: Gab es einen Akku oder wurden Batterien für die Inbetriebnahme benötigt? Und die wichtigste Frage: Kommen die Endoskope vormontiert oder müssen sie noch zusammengebaut werden? Gibt es außerdem eine Möglichkeit, Aufnahmen zu speichern?

An einem langen, geraden Rohr testen wir, wie stabil die Sonden der Endoskope sind: Sind sie zu flexibel, verklemmen sie sich – Punktabzug!
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Dann folgte die Bedienung. Gab es einen ferngesteuerten Kamerakopf, floss das positiv in die Bewertung ein. Zudem mussten sich die Geräte in gleich zwei Härtetests beweisen: In einem langen Rohr prüften wir, ob die Sonde durchhängt oder stabil genug ist, um sich nicht zu verkeilen. In einem geschweißten Winkelstück testeten wir, ob die Sonden dennoch flexibel genug sind, um auch Ecken zu meistern.

An einem Motorraum wurde der Praxistest vollzogen: Die Endoskope mussten an einem Brennraum und einem Ansaugkrümmer beweisen, wie gut die Handhabung, die Verarbeitungsqualität und die Bedienung ist.
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Zum Schluss kam der Praxistest: Sowohl im Ansaugkrümmer als auch im Brennraum eines Alfa Romeo Spider aus den 1970er-Jahren mussten die Endoskope zeigen, was in ihnen steckt. Hier bewerteten wir nicht nur die Haptik und den subjektiven Qualitätseindruck, sondern auch die Handlichkeit und die Bedienung. Zudem betrachteten wir die Ausleuchtung der Hohlräume, den Kontrast des Bildschirms sowie die Bildqualität der Geräte.

Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Endoskope gibt es mittlerweile schon für einen zweistelligen Betrag. Damit sind die nützlichen Helfer auch für Hobbyanwender oder für Gelegenheitsnutzer im Profibereich erschwinglich geworden. Die von uns getesteten Geräte unterschieden sich allerdings nicht nur im Preis, sondern auch im Ausstattungs- und Funktionsumfang zum Teil erheblich.

Praktische Ausstattung: Ein ferngesteuerter Kamerakopf sorgt dafür, dass man sich selbst in engen Kanälen "umgucken" kann.
Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Eine Alternative zum Testsieger (Ralcam H408B) kommt von derselben Firma: Die Ralcam N308 ist mit 110 Euro etwas günstiger, ohne dass es an wesentlichen Funktionen mangelt. Auch dieses Endoskop verfügt über einen fernbedienbaren Kamerakopf, allerdings ist die flexible Leitung nur einen Meter lang – was für die meisten Anwendungsbereiche jedoch ausreicht. Das Display ist etwas kleiner, aber ein stabiles Aufbewahrungsköfferchen gehört ebenso zum Lieferumfang wie eine SD-Karte zur Bildspeicherung im eingebauten Kartenslot. Mit der Note 1,5 ("gut") ist die N308 durchaus eine interessante Alternative zu teureren Produkten.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Die Note 2,0 haben gleich zwei Endoskope erreicht: das Depstech-Endoskop DS650DE und das Bosch-Endoskop GIC 12V-5-27 C Professional. Das Depstech-Endoskop, das für knapp 120 Euro angeboten wird, verfügt über einen fernbedienbaren Kamerakopf, der sich sogar um satte 210 Grad schwenken lässt. Dennoch gelang es uns im Test mit dem 90 Grad gewinkelten Vierkantrohr nicht, "um die Ecke" zu schauen – der Kamerakopf ließ sich im Hohlraum nur etwas störrisch schwenken. Mit 4,5 Zoll ist der Monitor sehr groß, sodass sich dank der guten Kamera stets ein scharfes Bild, auch in Detailansichten, ergibt. Besonders positiv fällt der mit nur 6,2 Millimetern sehr schlanke Kameradurchmesser auf, der Untersuchungen auch unter beengten Bedingungen ermöglicht. Auch dieses Endoskop wird in einem Koffer geliefert – und ist ebenfalls eine interessante Alternative zum Testsieger.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Das Bosch-Endoskop GIC 12V-5-27 C Professional überzeugt mit einer markentypisch hochwertigen und robusten Geräteanmutung, bietet allerdings keine fernbedienbare Kamerasonde und auch keinen Aufbewahrungskoffer. Immerhin gehören ein Ladegerät und ein Wechselakku zum Lieferumfang. Dennoch: Für den Preis von rund 290 Euro bekommt man beim teuersten Gerät im Test nicht den gleichen Ausstattungsumfang wie bei deutlich günstigeren Endoskopen.

Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Kompakt, praktisch, gut – möchte man zum einfachen, robust verarbeiteten Bosch-Endoskop UniversalInspect sagen. Bosch-Qualität für gut 80 Euro eben. Auch eine Aufbewahrungstasche sowie Winkelspiegel, Haken und Magnet sind im Lieferumfang enthalten. Der rund einen Meter lange Schwanenhals lässt sich praktisch ums Gehäuse wickeln. Bis zu acht Bilder können im internen Speicher des Geräts abgelegt werden, alternativ lassen sich Fotos auf einer Micro-SD-Karte speichern. Dass das Gerät "nur" auf Platz 6 landete, ist in erster Linie dem für dieses Preisniveau relativ kleinen 2,3-Zoll-Display, der geringen Auflösung von lediglich 320 × 240 Pixeln sowie dem Betrieb mit vier AA-Batterien statt eines eingebauten Akkus zuzuschreiben. Einen schwenkbaren Kamerahals sucht man auch hier vergeblich.

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Das Lightswim-Endoskop C30 schaffte es auf den 7. Platz in unserem Ranking. Für den Preis von nur 35,90 Euro bietet es dennoch einige interessante Features – etwa ein respektabel großes 4,3-Zoll-Farbdisplay sowie einen fast fünf Meter langen Schwanenhals, an dessen Ende eine Kameralinse mit sehr ordentlicher 1920p-HD-Auflösung sitzt. Den vorletzten Platz erhält das Gerät in erster Linie wegen der fehlenden Speichermöglichkeit für Bilder.

Bild: Sven Krieger/AUTO BILD
Auch das auf dem 8. Platz gelandete Endoskop Aopick 5M findet sich vor allem wegen der fehlenden Speichermöglichkeit für Bilder dort wieder. Denn technisch ist an dem Gerät – mit fast fünf Meter langem Schwanenhals, 1080p-Kameraauflösung und 4,3 Zoll großem Monitor – sonst nichts auszusetzen. Zumal auch der Preis von 35,99 Euro durchaus als "heiß" bezeichnet werden kann. Am Ende ist es also eine Frage, welche Merkmale dem Nutzer wirklich wichtig sind – und diese Entscheidung muss er selbst treffen.
Endoskope im Vergleich

Bild: Sven Krieger/ AUTO BILD
Unser Test zeigt: Ein gutes Endoskop muss nicht teuer sein – doch je anspruchsvoller die Aufgabe, desto eher lohnt sich der Griff zum hochwertigeren Modell. Wer regelmäßig mit dem Endoskop in dunkle Ecken vordringen muss, sollte bei der Wahl seines Geräts nicht nur auf Preis und Auflösung, sondern auch auf Verarbeitung, Bedienkomfort und sinnvolle Zusatzfeatures achten.
Wissenswertes zu Endoskopen
Welches ist das beste Endoskop?
Das Ralcam H408B überzeugt mit ferngesteuerter, schwenkbarer Kamera (8,5 Millimeter), gestochen scharfem HD-Bild auf einem 4,3-Zoll-Display und umfangreicher Ausstattung inklusive SD-Karte und Hartschalenkoffer. Der 1,5 Meter lange, halbstarre Schwanenhals sowie der öl- und wasserdichte Kamerakopf machen das Endoskop vielseitig einsetzbar.
Wie viel sollte ein gutes Endoskop kosten?
Ein gutes Endoskop muss heute kein Vermögen mehr kosten. Im AUTO BILD-Test zeigten bereits Geräte ab rund 25 Euro ordentliche Leistungen – vor allem für Gelegenheitsnutzer oder einfache Sichtkontrollen, etwa im Haushalt oder an Fahrzeugen. Diese Einstiegsmodelle liefern meist ein brauchbares Livebild, verzichten jedoch oft auf Speichermöglichkeiten und bieten nur begrenzte Ausstattung.
Für regelmäßige Einsätze oder höhere Ansprüche – etwa an Bildqualität, Bedienkomfort oder Kamerasteuerung – lohnt sich der Griff zu einem Gerät der Mittel- bis Oberklasse im Bereich von 110 bis 150 Euro. Hier bekommt man bereits Funktionen wie ferngesteuerte Sondenköpfe, hochauflösende Displays, Speicherkartenslots sowie stabile Transportkoffer.
Das beste Gesamtpaket im Test bietet das Ralcam H408B für rund 140 Euro – mit präziser Kamerasteuerung, starker Bildleistung und praktischer Ausstattung. Damit liegt es deutlich unter dem Preisniveau früherer Profi-Endoskope, die noch vierstellige Summen kosteten.
Fazit:
- Für einfache Anwendungen reichen Modelle um 30–40 Euro aus.
- Für anspruchsvollere Einsätze sollten 110–150 Euro eingeplant werden.
- Teurere Geräte über 250 Euro wie das Bosch Professional zeigen zwar hohe Verarbeitungsqualität, bieten aber nicht zwangsläufig mehr Funktionen.
Was sollte ein gutes Endoskop können?
Diese Kriterien entscheiden über den praktischen Nutzwert eines Endoskops – egal ob im Heimwerkerbereich oder beim professionellen Einsatz:
- Bildqualität: Die Auflösung und Helligkeit der Kamera sind entscheidend, um Details klar erkennen zu können.
- Displaygröße und -schärfe: Ein gut ablesbares, scharfes Display erleichtert die Handhabung und ermöglicht eine bessere Beurteilung.
- Lichtquelle: Helle, idealerweise regelbare LED-Leuchten am Kamerakopf sorgen für klare Sicht in dunklen Bereichen.
- Sondenlänge und -flexibilität: Je nach Anwendung – etwa bei langen Rohrstrecken oder schwer zugänglichen Stellen – sind Länge und Biegsamkeit der Sonde entscheidend.
- Kameradurchmesser: Je kleiner die Kamera, desto besser gelangt sie auch in enge Öffnungen.
- Akkulaufzeit: Eine ausreichend lange Betriebszeit ist wichtig bei längeren oder wiederholten Einsätzen.
- Robustheit: Ein stoßfestes Gehäuse sowie eine wasserfeste oder zumindest spritzwassergeschützte Sonde erhöhen die Alltagstauglichkeit deutlich.
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