Erster Fahrbericht Mercedes SLS AMG
Der neue Mercedes SLS im Alltags-Test

Erster Härtetest im neuen Mercedes SLS: 1111 Kilometer auf Landstraßen und Autobahnen, durch Städte und über Pässe. Eine Traum-Tour im völlig legalen, aber 177.000 Euro teuren Suchtmittel für betuchte Speed-Junkies.
- Georg Kacher
Kilometer 0,0: Affalterbach, Nabel der AMG-Welt, Freitagmorgen um neun. Erstes Kennenlernen mit Hindernissen. Der SLS-Kofferraum fasst nur 176 Liter. Also eine Fototasche plus Stativ, aber keine Wechselwäsche. Wird nach zwei Tagen streng riechen, das Flügeltier. Innen gibt's mehr Ablagen als in einem Jumbo, aber die stark komprimierte Kopffreiheit wäre Gift für die toupierte Elvis-Presley- und-Marika-Kilius-Generation. Stilecht: die vier Düsenkreuz-Belüftungsrosetten, die LED-Hochschaltanzeige im DTM-Look, der griffige Wählknubbel für die Speedshift-Box. Weniger toll: die überzeichneten Instrumente, die grottenschlechte Sicht nach schräg hinten, der verletzliche Phallus-Bug.
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Bild: Mark Bramley
Gruppenbild mit Karpfen und Hecht

Bild: Mark Bramley
Bunter Vogel im Stau
Kilometer 350,9: Freitagnachmittagsstau Richtung Salzburg. Wir zuckeln stop-and-go durch den Nieselregen, ein bunter Vogel mit vom dichten Verkehr gestutzten Flügeln. Wir sitzen auf edlem Designo-Leder in x-fach verstellbaren Schalensitzen mit Lehnen aus Magnesium. Die Ellenbogen haben alle Luft der Welt, doch direkt hinter den Schultern schwabbelt's im aufrechten 85-Liter-Tank. Am Dachhimmel ziehen dunkle Wolken auf, die Beine spüren die wärmende Nähe des Frontmittelmotors, und aus den Tiefen des Armaturenbretts macht der Verkehrsfunk im 15-Minuten-Takt mobil gegen Mozarts Kleine Nachtmusik.
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Bild: Mark Bramley
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