Die allgegenwärtige Umwelt- und Wirtschaftskrisenpropaganda zeigt Wirkung: Speziell große Autos, die kaum vom Abwrackprämien-Strohfeuer erfasst werden, verkaufen sich eher schleppend. So geht auch die Nachfrage nach dem großen Audi Q7 zurück – nicht allein, weil ihm der kleine Bruder Q5 Käufer wegnimmt. Zeit für ein Facelift. Das Umweltgewissen beruhigt der neue TDI clean diesel, der mit SCR-Kat nicht nur voll USA-kompatibel ist, sondern auch schon die künftige Euro 6-Abgasnorm erfüllt. Wenn Motoren auf niedrigeren Schadstoffausstoß getrimmt werden, hatte das bisher fast immer eine schlechtere Fahrbahrkeit und einen erhöhten Verbrauch zur Folge. Anders beim "Ei des Kolumbus" gegen die speziell bei Dieselmotoren auftretenden Stickoxidemissionen: dem SCR-Kat mit Harnstoffeinspritzung. Dabei werden mit der so genannten Selektiven Katalytischen Reduktion (SCR) rund 90 Prozent der schädlichen der bei hohen, wirtschaftlichen Verbrennungstemperaturen entstehenden Stickoxide in Wasserdampf und harmlosen Stickstoff zerlegt. Nötig ist dazu Ammoniak, der aus der fein dosiert ins Abgas eingespritzten Harnstofflösung namens Ad-Blue gewonnen wird.

Der Sechszylinder-Diesel reagiert überdurchschnittlich angenehm

Audi Q7 3.0 TDI clean diesel
Bild: Werk
Diese Technik ist seit Jahren in Lastwagen und Bussen bewährt; einer der Vorteile ist, dass man die zur Stickoxid-Reduzierung bisher ausschließlich benutzte Abgasrückführung schwächer auslegen kann. Das erhöht die Motoreffektivität und verbessert das Ansprechverhalten. Der Audi Q7 TDI clean diesel hat daher einen um 0,2 l/100 km reduzierten Normverbrauch und einen entsprechend um 5 g/km geringeren CO2-Wert. Ein verbessertes Ansprechverhalten kann man eher ahnen als spüren. Der Sechszylinder-Diesel reagierte hier auch bisher schon überdurchschnittlich angenehm. Untergebracht ist das Additiv in zwei Behältern links und rechts des normalen Dieseltanks. Der linke wird beheizt, um das AdBlue auch bei strenger Winterkälte fließfähig zu halten. Befüllt werden beide Behälter über einen zusätzlichen Stutzen hinter der Tankklappe; der Fahrer braucht sich darum nicht zu kümmern – der Vorrat reicht von einer Inspektion zur nächsten.