Fahrbericht: Honda e:Ny1
Wie gut fährt sich der unaussprechliche e-Honda?

Bild: Honda
Man kann gar nicht anders, als Honda zumindest ein klein wenig zu mögen. Das beginnt im Kleinen bei den vielen schrulligen Abkürzungen, die die Japaner seit Jahrzehnten in Modellnamen, Projekte und selbst in die Bordcomputer ihrer Autos einbauen.
Nur ein Beispiel: Der Stauassistent im neuen e:Ny1 (auch so ein Name) heißt TJA – wie Traffic Jam Assistant. Oder eben wie: Tja, jetzt stehen Sie wohl im Stau... Und trotzdem haben sich Hondas Verkaufszahlen in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren stark rückläufig entwickelt.
Preiswerte, aber solide gemachte Modelle mit Saugbenziner und Turbodiesel laufen eben nicht mehr so gut, aber genau das war lange Zeit das Metier der Japaner. Trotzdem versuchen sie es weiter mit der markeneigenen Philosophie, nach der vor allem Zuverlässigkeit eine große Rolle spielt.

Die loungige Atmosphäre innen gefällt. Schade, dass die Magic Seats des HR-V hier nicht drin sind.
Bild: Honda
Insofern passt der Neue als teilearmer Vollelektriker eigentlich bestens ins Programm. Äußerlich dem hybridisierten HR-V zum Verwechseln ähnlich, sitzt der e:Ny1 auf einer neuen Plattform, die Honda e:N Architecture F nennt. Nichts Abgedrehtes, der Motor ist weiterhin vorne. Vor allem die Steifigkeit will man durch mehr hochfeste Stähle verbessert haben. Unterflur sitzt ein Akku, der mit 61,9 kWh Nettokapazität eine Reichweite von ungefähr 412 Kilometern (WLTP) bringen soll.
e:Ny1 auf Komfort getrimmt
Auf Landstraßentour fällt vor allem auf, wie komfortabel sie den e:Ny1 abstimmt haben. Die Federn sind weich, die Lenkung ist nicht wirklich direkt, aber alles passt ganz gut zusammen und wirkt soweit harmonisch. Und langsam fährt das Kompakt-SUV auch nicht.

Zwischen 361 und 1176 Liter passen rein. Das geniale Klappsystem aus Jazz und HR-V fehlt.
Bild: Jonas Uhlig / Auto Bild
204 PS und 310 Nm treiben es in 7,6 Sekunden auf 100 km/h, durch Kurven trägt die serienmäßige 18-Zoll-Bereifung (225er) mit weniger Untersteuern, als man zunächst glauben würde. Daran hat sicherlich auch das moderate Leergewicht von 1730 Kilogramm einen Anteil. Nur so viel Ballast wie nötig – typisch Honda.
E-Motor vermittelt S-Bahn-Flair
Allerdings kennt man aus anderen Modellen den Hang, an der Dämmung zu sparen, was hier ebenfalls zutrifft. Der E-Motor ist bei Leistungsabruf gut hörbar und vermittelt ein gewisses S-Bahn-Flair. Laden mit maximal 78 kW haut auch keinen vom Hocker. Dafür soll die Peak-Ladeleistung recht lange bereitstehen und der Akku so geschont werden.

Beinahe farblose Rückleuchten baute Honda bereits beim Jazz Hybrid (2011) ein. 18-Zoll-Räder sind hier Serie.
Bild: Honda
Innen durften die Designer noch mal ran, haben ein zweigeteiltes Panoramadach entwickelt und das Infotainment umgebaut. Der mittlere Bildschirm misst jetzt 15,1 Zoll. Softwareseitig hat man einfach drei Einzelbildschirme zusammengeschraubt, was anfangs überfordern kann. Und billig ist das alles auch nicht: Mindestens 47.590 Euro werden fällig.
Technische Daten und Preis: Handy e:Ny1
- Motor E-Motor, vorne
- Leistung 150 kW (204 PS)
- max. Drehmoment 310 Nm
- Antrieb Frontantrieb/Einganggetriebe
- L/B/H 4387/2028/1584 mm
- Bodenfreiheit 135 mm
- Leergewicht 1730 kg
- Kofferraum 361–1176 l
- 0–100 km/h 7,6 s
- Höchstgeschw. 160 km/h
- Verbrauch 18,2 kWh/100 km
- Preis ab 47.590 Euro
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