Beim Autotuning entscheidet der persönliche Geschmack. Die Frage nach Sinn oder Unsinn ist hier eigentlich fehl am Platz. Meistens jedenfalls. Denn auch bei Fahrzeugmodifikationen gibt es mehr oder weniger Empfehlenswertes. Zu letzterem gehören flammenspuckende Auspuffanlagen. Im Rennsport ist das ein unvermeidlicher Nebeneffekt und kommt etwa durch Anti-Lag-Systeme oder lange Ventilöffnungszeiten zustande, wenn unverbranntes Gemisch im heißen Auspuff nachbrennt. Bei Straßenautos können die Flammen auch zu Showzwecken durch Einspritzdüsen im Endtopf herbeigeführt werden, was aber schädlich bis sehr gefährlich ist. Das musste ein britischer Nissan GT-R-Besitzer erfahren, als sein Sportwagen beim exzessiven Posen plötzlich in Flammen aufging. Ein Video des Vorfalls landete auf Youtube.

Auspuff wurde viel zu heiß

Nissan GTR R35
Die glühend heiße Auspuffanlage hat offenbar umliegende Kunststoffteile in Brand gesteckt.
Der Vorfall ereignete sich Anfang November 2020 in London. Kurz vor der Verschärfung der COVID19-Maßnahmen veranstalteten Autofans noch einmal ein letztes Treffen. Im geposteten Video sind verschiedene Autos vom Alpine A110 bis zum BMW M2 zu sehen. Der Fahrer eines getunten Nissan GT-R wollte dabei das Publikum mit seiner flammenspuckenden Auspuffanlage beeindrucken und drehte den serienmäßig bis zu 570 PS starken Biturbo-V6 immer wieder in den Begrenzer. Offenbar zu oft, denn der Auspuff wurde dabei so heiß, dass er den Allrad-Sportler in Brand setzte. Die Umstehenden versuchten das Feuer mit Jacken zu ersticken und mit Wasser zu löschen. Aber erst ein Feuerlöscher konnte dem Brand den Garaus machen. Um den Brandherd zu erreichen, musste die Heckschürze teilweise abgerissen werden. Der über 100.000 Euro teure Sportwagen ist zwar nicht komplett heruntergebrannt, der angerichtete Schaden dürfte aber alles andere als günstig zu reparieren sein. Verletzt wurde zum Glück offenbar niemand. Diesen und weitere Poser-Unfälle zeigt das Video.

Von

Moritz Doka