Felgen reinigen: DIY-Felgen-Waschbecken
Endlich Felgen entspannt reingen

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Felgen gründlich zu reinigen ist meist mühsam und anstrengend. Deshalb haben wir eine eigene Lösung gebaut: ein Becken auf Stehhöhe mit Rollen, auf denen sich das Rad bequem drehen lässt. So gelingt die Felgenreinigung deutlich entspannter. Ideal, um Räder vor der Einlagerung für Sommer oder Winter noch einmal gründlich zu säubern.
Bild: Christoph Börries
Perfekt saubere Felgen oder ein schmerzfreier Rücken – für Liebhaber gepflegter Autos ist das oft ein Zielkonflikt. Klar ist: Im demontierten Zustand lassen sich Felgen oder Kompletträder am besten reinigen. Allerdings bedeutet auch das meist eine dauerhaft gebückte Haltung in der Waschbox. Am Wochenende kommen gratis genervte Blicke von Autofahrern dazu, die schon zu lange auf die nächste freie Box warten.

Holz, Mörtelwanne, Ablauf, Paketrollen und Kleinteile – wer mit Bedacht einkauft und Reste verwendet, stellt den Felgen-Waschstand für unter 100 Euro auf die Beine.
Bild: Stefan Novitski
Perfekte Felgenreinigung sieht anders aus. Wie machen das eigentlich die Profis? Detailer, so viel Neid muss sein, besitzen oft ihre eigene Waschanlage. Das sprengt zwar das Budget, aber die kleinen Felgenständer mit praktischen Rollen lassen sich nachbauen. Montiert auf einem mobilen Wägelchen mit Ablaufbecken lassen sich die Räder entspannt zu Hause schrubben.

Als Tisch dient der Rest einer Küchenarbeitsplatte. Die Stichsäge besorgt den Ausschnitt für das Becken.
Bild: Stefan Novitski
Kollege Jan Horn wirft ein: "Wieso auf Knöchelhöhe malochen? Hiev die Wanne auf 80 Zentimeter!" Guter Punkt, zur Küchenarbeitsplatte (Reste der letzten Küchenrenovierung) also gleich noch vier Kanthölzer (6 x 8 x 70 Zentimeter) und vier Schwerlastrollen gekauft, zwei mit Stoppfunktion (kann man auch weglassen – billiger, aber auch unbeweglicher). Als Ablaufbecken dient eine rund vierzig Zentimeter tiefe und hohe sowie 80 Zentimeter breite Maurerbalge – auch Mörteltrog genannt. Für ein paar Euro gibt es die Kunststoffwanne im Baumarkt, der typische Geruch ist inklusive.

Das Gestell wird mit Querstreben (hier aus Latten) versteift. Schwerlastrollen sind nicht notwendig, wenn der Waschtisch einen festen Platz bekommt.
Bild: Stefan Novitski
Das Becken bekommt zusätzlich einen Ablauf, damit sich das Gemisch aus Teerresten, Bremsstaub und Felgenreiniger kontrolliert entsorgen lässt. Herzstück der Konstruktion sind zwei rund 40 Zentimeter lange Paketrollen (etwa 30 Euro), die per Winkel im Becken befestigt werden und das Rad aufnehmen. So bleibt alles bequem drehbar. Eine schwenkbare LED-Leuchte sorgt dafür, dass auch hartnäckiger Schmutz sichtbar wird.

Mit Winkel werden die beiden Paketrollen in der Wann montiert. Über vier kleine Löcher in der Wanne verbinden wir die Gewindestangen der Rollen mit den außenliegenden Winkeln. Die könnten beim nächsten Mal etwas länger sein, sodass die Rollen tiefer in der Wanne sitzen.
Bild: Stefan Novitski
Der Aufbau dauert rund zwei Stunden. Wichtig: Die langen Füße zunächst mit kleinen Winkeln ausrichten, dann mit Querstreben stabilisieren. Darunter sitzt eine Ablageplatte auf kurzen Kanthölzern, auf der ein flaches Auffangbecken Platz findet. Zusätzlich lassen sich Kunststoffboxen zwischen den Füßen befestigen – ideal für Felgenreiniger, Bürsten, Schwämme und Reifenglanz.

Fertig! Jetzt lassen sich Felgen ganz entspannt und mit ausreichend Licht gründlich reinigen.
Bild: Christoph Börries
Zeit für den Praxistest: Ein 16-Zoll-Rad von unserer Dauertest-A-Klasse muss her. Das Ergebnis: erstaunlich komfortabel. Ohne gebückte Haltung lässt sich das Rad drehen, gezielt bearbeiten und dank Beleuchtung gründlich reinigen. Aus allen Winkeln gut erreichbar – so macht Felgenpflege fast schon Spaß.

Bild: Christoph Börries
Für Perfektionisten ist der Waschstand ein echtes Garagen-Upgrade. Ein Wasseranschluss in der Nähe wäre praktisch, aber auch mit einer Zwei-Liter-Kanne funktioniert es problemlos – etwa zwei Füllungen pro Rad reichen. Die Wanne fasst rund 60 Liter, das Schmutzwasser lässt sich dank Stöpsel im Ablauf stufenweise ablassen.

Bild: Christoph Börries
Das war mein erster Felgenwaschstand, sollte ich einen weiteren bauen, würde ich die Paketrollen tiefer in die Wanne einbauen (mit Hilfe längerer Winkel kein Problem) und nicht parallel, sondern ein paar Grad gespreizt installieren, so dass frontlastige Kompletträder nicht drohen, vorzukippen.

Bild: Christoph Börries
Eine wasserdichte Rückwand würde zusätzlich vor Spritzern schützen. Und ein großer Cupholder könnte verhindern, dass die Wasserkanne künftig das Kamera-Equipment unseres Fotografen gefährdet – sorry noch mal, Christoph!

Bild: Christoph Börries
Fazit
Kein Hightech, kein Schnickschnack, aber eine einfache Lösung mit entspanntem Effekt. Der selbst gebaute Felgen-Waschstand bringt das Rad auf angenehme Arbeitshöhe, macht es drehbar und schont den Rücken. Ganz entspannt kann man seine Felgen hier auf Hochglanz schrubben. Der Aufbau ist ziemlich einfach, und auch die Kosten bleiben im Rahmen. Kleine Konstruktions-Schwächen lassen sich beim Nachbau leicht ausbügeln. Wer regelmäßig Räder reinigt, wird sich fragen, warum er sich das Leben nicht schon früher einfacher gemacht hat.
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