Ferrari 512 BB Koenig Specials (1980) zu verkaufen
Wilder wird es nicht: Ferrari 512 BB Koenig Specials zu verkaufen

Weißer Lack, rotes Leder, Widebody-Kit, Autotelefon und 450 PS: Dieser Ferrari 512 BB Koenig Specials ist nichts für schwache Nerven. Aber eins ist sicher: Auffälliger geht es nicht!
Bild: DDCLASSICS
Achtung, dieser Ferrari ist nichts für introvertierte Typen! Wem ein "normaler" Ferrari 512 BB in den 80er-Jahren nicht genug war, der konnte sich vertrauensvoll an Koenigs Specials wenden. Der Extrem-Tuner verwandelte den italienischen Sportwagen mit Widebody-Kit, Motortuning, Autotelefon und Musikanlage in ein rollendes Statement. Sogar ein Pager wurde verbaut!
Kurze Geschichtsstunde: Gegründet wurde Koenig Specials 1977 von Willy König. Genau genommen begann König jedoch schon 1974 mit dem Tuning. Der einfache Grund: Sein nagelneuer Ferrari 365 GT4 BB (das erste nach Deutschland ausgelieferte Exemplar) hatte ihm zu wenig Power. Kurzerhand verbaute König eine Sportabgasanlage, doch als auch die nicht den gewünschten Leistungszuwachs brachte, entschied er sich fürs klassische Motortuning. Schmiedekolben, überarbeitete Zylinderköpfe und neue Vergaser brachten die Leistung auf 450 PS und als König schon mal dabei war, entwickelte er auch gleich noch Kotflügelverbreiterungen, einen Heckspoiler und mehr.
Der Grundstein für Koenig Specials war gelegt. In den kommenden zwei Jahrzehnten avancierte das Unternehmen zu einem der berühmtesten Tuner der 80er- und 90er-Jahre. Völlig egal ob BMW, Mercedes, Jaguar oder eben Ferrari – kaum ein hochpreisiges Auto war vor Koenig Specials und den wilden Widebody-Kits sicher.

XXL-Heck: Bereits ab Werk ist ein Ferrari 512 BB kein Schmalhans. Das Breitbau-Kit von Koenig Specials transformiert den Ferrari.
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Damals bei einschlägigen Personen extrem beliebt, gab es eine Zeit Anfang der 2000er-Jahre als die Fiberglass-Umbauten von Koenig Specials nur müde belächelt und teilweise zu Spottpreisen gehandelt wurden. Doch diese Wahrnehmung hat sich verändert. Mittlerweile sind originale Koenig Specials-Umbauten sowas wie Tuning-Kulturgut. Und für diese Autos zahlen Sammler mittlerweile horrende Preise.
Das größte Problem ist: Originale Koenig Specials sind selten und schwer zu bekommen. Viele Autos wurden damals verheizt oder verbraucht, einige zurückgebaut. Heutzutage lösen vor allem die Mercedes-Modelle, die bei Koenig Specials veredelt wurden, einen regelrechten Hype aus.
Nichts für Fans klassischer Ferrari
Noch seltener, weil damals noch teurer, sind die Ferrari-Modelle. Beim Luxusautohändler DD Classics bietet sich aktuell jedoch die Gelegenheit einen originalen Ferrari 512 BB Koenig Specials zu erstehen. Wo Ferraristi die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, sind Freunde vom 80er-Jahre-Tuning vermutlich begeistert.
Der 1980 in Deutschland ausgelieferte und anschließend bei Koenig Specials in München umgebaute 512 BB ist nichts für schwache Nerven. Der wilde Auftritt beginnt schon bei der Farbkombi: k**sweißer Lack trifft auf rotes Leder, garniert wird das Ganze mit einem Satz goldener BBS-Kreuzspeichenfelgen mit einem Tiefbett in dem Kleintiere übernachten können.

Roter wird es nicht: Der knallrote Innenraum steht in krassem Kontrast zur weißen Außenhaut. Der Hörer des Autotelefons ist neben dem Fahrersitz platziert.
Bild: DDCLASSICS
Doch das ist erst der Anfang, denn der Erstbesitzer orderte seinerzeit das All-inclusive-Paket bei Willy König. Das bestand 1980 aus einem phänomenalen Widebody-Kit samt Frontsplitter, Kotflügelverbreiterungen, zusätzlichen Lufteinlässen oberhalb des Dachs und einem doppelten Flügel.
V12 mit 450 PS
Passend zum wilden Look wurde auch der V12 überarbeitet. Nach klassischer Manier wurden Schmiedekolben verbaut, die Zylinderköpfe überarbeitet und neue Vergaser installiert. Das Ergebnis sollen 450 statt der serienmäßigen 360 PS gewesen sein. In Verbindung mit einer längeren Übersetzung soll der 512 BB Koenig noch mal schneller gewesen sein, als der serienmäßige 512 BB, der laut Ferrari bis zu 302 km/h schaffen sollte, diesen Wert in den Tests von damals aber nie erreichte.

80er-Jahre-Tuning: Mehr ging damals nicht. Die Koenig Specials-Umbauten waren vor allem bei Größen aus dem Rotlicht-Milieu beliebt.
Bild: DDCLASSICS
Viel mehr als um die Performance ging es bei diesem Exemplar aber natürlich um den Look und passend zum wilden Exterieur wurde natürlich auch das Interieur modifiziert. Die Highlights im roten Innenraum sind ein kabelgebundenes Autotelefon auf dem Schweller der Fahrerseite, eine modifizierte Musikanlage und ein Pager der Marken Telefunken, womit in den 80er-Jahren die ganz legalen Geschäfte abgeschlossen wurden.
Der 512 BB ist keine Garagequeen
Innerhalb der letzte 44 Jahre stand der Ferrari 512 BB nicht nur in der Garage, er wurde ordentlich gefahren. Heute stehen knapp 58.000 Kilometer auf dem Tacho. In Vorbereitung auf den Verkauf wurden jedoch kaum Kosten und Mühen gescheut, um den 512 BB ordentlich herzurichten.

Hightech: Das Telefunken 8015 war eines der ersten Autotelefone überhaupt.
Bild: DDCLASSICS
So wurde der Sportwagen bis auf die Rohkarosse zerlegt und neu aufgebaut. Der Motor wurde überholt, die Karosse neu lackiert und um die weit heruntergezogene Frontschürze vor Geschwindigkeitshuckeln zu schützen wurde nachträglich ein Lift für die Vorderachse installiert.
350.000 Euro soll der Ferrari kosten
So wird der Ferrari 512 BB in hervorragendem Zustand für umgerechnet rund 350.000 Euro (299.950 britische Pfund) von DD Classics angeboten. Kein Schnäppchen, aber noch viel entscheidender als das Geld: Das entsprechende Ego muss der neue Besitzer ebenfalls mitbringen!
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