Festival "Rock the Race"
Mini-Rock in Oschersleben

Beim neuen Festival "Rock the Race" trifft Rennsport auf Musik. Top-Act bei den Autos: die Mini Challenge. AUTO BILD MOTORSPORT-Reporter Martin Westerhoff war dabei und hat festgestellt: Nicht nur auf der Strecke geht es hier rund.
Bis zum Boxengebäude drängen sich Menschen. Sie stehen überall, füllen das gesamte Fahrerlager. Kein einziger Rennwagen, keine Transporter weit und breit. Dafür eine riesige Konzertbühne und wummernde Bässe. Die fantastischen Vier, Deutschlands neuer "Superstar" Thomas Godoj und Herbert Grönemeyer sind die Stars von Oschersleben. Aber: Rennwagen sind auch da! Etwas abseits, im provisorischen Fahrerlager. Da, wo die Rennfans normalerweise parken. "Rock the Race" heißt der neue Mix aus Musik-Festival und Autorennen.
Alles ist dabei: vom Nachwuchstalent über Profi bis zum Gentleman-Piloten
Ich bin mittendrin im Getümmel. Als Gaststarter in der Mini Challenge. Die soll hervorragend hierhin passen. Denn: Mit den baugleichen Rennern (1,6-Liter-Turbo, 211 PS) ist in der Clubsport-Serie vom Nachwuchstalent über den Profirennfahrer bis zum Gentleman-Piloten (Alter über 50 Jahre) ein bunt gemischtes Feld unterwegs, das gemeinsam mit viel Spaß die Rennwochenenden verbringt. Doch das bedeutet nicht, dass es auf der Strecke lasch zugeht. "Du musst richtig sauber fahren, sonst lässt du Zeit liegen", stellt Jeroen Bleekemolen (26) nach der Qualifikation etwas verwundert fest. Der Niederländer ist Ex-DTM-Pilot und Top-Fahrer im internationalen Porsche Supercup.
Ein Schwarm von Teenies zieht ständig hinter den Kamps her

Bild: Werk
In dem riesigen Catering-Zelt herrscht Clubatmosphäre. Ruhige Elektro-Musik, während draußen die Bässe aus Richtung Bühne rüberwummern. Dazu eine Bar. Ein Hindernis-Parcours mit ferngesteuerten Mini-Modellen für die Kleinen. Und ein Kicker – für jedermann. Mit Bleekemolen in der Abwehr trete ich an zum EM-Mischspiel gegen Ehepaar Kamps. Schnell ist klar: Gegen die beiden ist kein Kraut gewachsen. Sebastian Kamps macht das Spiel, donnert ein Tor nach dem anderen rein. Von der Bühne kriege ich heute nicht mehr viel mit. Meine einzige Frage: Wie kann ich mich morgen im Rennen verbessern? Am Auto fummeln – unmöglich. Denn Wolfgang Scheider, Vater von Audis DTM-Pilot und ABMS-Kolumnist Timo Scheider (29), wacht als technischer Kommissar in der Mini Challenge darüber, dass sich alle ans Reglement halten. "Aber ohne vorher getestet zu haben, tut sich hier jeder schwer", tröstet er mich.
Am Abend werden die Fahrer zu Fans: Grönemeyer rockt die Challenge

Bild: Werk
Fahrer oder Gast? Der Weg in die Mini Challenge
Piloten in der Mini Challenge müssen mindestens 18 Jahre alt sein und eine internationale C-Lizenz besitzen. Ein rennfertiger Mini John Cooper Works Challenge kostet neu 49.897 Euro. Hinzu kommt ein unterschiedlich hohes Saisonbudget: Reisekosten, Einschreibegebühren, möglicher Lohn für Mechaniker und Ersatzteile müssen berücksichtigt werden. Wer nur fahren will, kann bei den Teams nach einem freien Cockpit fragen. Wer ein Wochenende lang lieber zuschauen möchte, kauft ein Fan-Paket mit Eintrittskarte (ab 66 Euro). Mit Zugang zur Paddock-Lounge kostet das Ganze ab 298 Euro.
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