Feuchtigkeit im Auto ist besonders in den kalten und nassen Monaten bei vielen Autofahrern Thema. Kein Wunder, die kalte Luft speichert weniger Feuchtigkeit als die warme, dadurch beschlagen die Scheiben schneller. Viele Autofahrer tragen mit ihrem Verhalten aber auch aktiv dazu bei, dass sich Feuchtigkeit im Auto sammelt. Und ist die Feuchtigkeit erst einmal im Auto, geht sie nicht so einfach wieder weg.
Mit der Zeit kann sie für schwerwiegende Probleme sorgen: In der feuchten Luft fühlen sich Bakterien und Schimmelpilze nämlich pudelwohl. AUTO BILD erklärt, welche Fehler Sie vermeiden sollten und wie Sie den Wagen wieder trockenlegen.

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Feuchtigkeit im Auto: Sechs Fehler, die Sie vermeiden sollten

1. Ablaufkanäle nicht reinigen

Antennensockel entwickeln sich mit zunehmendem Alter leicht zur Leckstelle. Winzige Tröpfchen, besonders bei feinem Nieselregen, unterwandern die Abdichtung und kleckern in die Kabine.
Laub und Schmutz verstopfen die Abläufe. Sie müssen regelmäßig von Hand freigelegt werden.
Bild: AUTO BILD
Häufig vergessen Autofahrer, regelmäßig die Ablaufkanäle für Regenwasser zu checken und zu säubern. Deswegen sind sie nicht selten durch Schmutz und Laub verstopft, wodurch sich das Wasser staut. Nicht selten sickert es sogar in die Lüftung oder in den Fußraum. Abhilfe schafft nur eine regelmäßige Reinigung.
Die Ablaufkanäle befinden sich unter anderem zwischen Frontscheibe und Motorhaube. Oft befinden sich Ablaufkanäle auch am Schiebedach oder am Heck des Fahrzeugs. Die teils sehr engen Kanäle zu reinigen sollte zur Wartungsroutine gehören, wird jedoch häufig vergessen. Um den Dreck aus den Abläufen zu bekommen, helfen neben Druckluft vor allem spezielle Ablaufreiniger. Die sind mit Pfeifenreinigern vergleichbar, besitzen allerdings einen deutlich längeren Führungsdraht und einen flexiblen Bürstenkopf, der leicht durch Windungen und Übergänge gleitet. Anschließend mit ein wenig Wasser prüfen, ob der Ablauf wieder frei ist.
Wasserablauf reinigen
Bürste für Schiebedachabläufe: etwa drei Meter lang, biegsam und rund zehn Euro teuer. Die Reinigung sollte regelmäßig erfolgen, denn staut sich das Wasser im Ablauf, sucht es sich einen anderen Weg. Der führt meist in den Innenraum.
Bild: Daniel Ewen

2. Innenraumfilter-Wechsel hinauszögern

Der Innenraumfilter, auch Pollenfilter, sollte eigentlich einmal jährlich gewechselt werden – doch das wird oft vergessen. Ist der Innenraumfilter erst einmal verstopft, kann er die Ursache für Feuchtigkeit im Auto sein. Staub und Schmutz sorgen dafür, dass die Luft nicht mehr optimal zirkulieren kann. Außerdem können sich Pilze und Bakterien ansiedeln, die den verschmutzten Pollenfilter zum Gesundheitsrisiko machen. Deswegen ist der Filterwechsel wichtig.
Ein neuer Filter kostet im Zubehör um 15 Euro und ist schnell selbst eingebaut. Hochwertige Aktivkohlefilter filtern dabei nicht nur Pollen und Staub, sondern auch Stickoxide (NOx) aus der Luft. (Mehr dazu: Aktivkohlefilter einbauen)

3. Mit ausgeschalteter Lüftung fahren

Ist die Lüftung dauerhaft geschlossen oder auf Umluft gestellt, wird das Fahrzeug nicht entlüftet. Folge: Die feuchte Luft kann nicht entweichen. Deswegen die Innenraumlüftung und am besten auch die Heizung einschalten, denn warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Außerdem ist es sinnvoll, zwischendurch kurz die Fenster zu öffnen, um die feuchte Luft herauszulassen. Das ist gerade bei tiefen Temperaturen hilfreich, wenn die Heizung noch nicht warm ist. Denn die warme Atemluft bringt zusätzlich Feuchtigkeit ins Auto und sorgt für beschlagene Scheiben.

4. Klimaanlage nur zum Kühlen nutzen

Tropfsteinhöhle zwischen Blechdach und Innenhimmel verläuft das Antennenkabel - wie hier beim Golf Variant. Zur Kontrolle Heckgummidichtung abstreifen und Himmel behutsam runterdrücken.
Die Klimaanlage trocknet die Luft am schnellsten.
Bild: AUTO BILD
Auch wenn viele die Klimaanlage nur im Sommer zum Kühlen nutzen, sollte sie auch bei kühleren Temperaturen regelmäßig benutzt werden. Denn das schmiert Dichtungen, verhindert Bakterienansammlungen und schlechte Gerüche und beugt Schäden vor. Außerdem entzieht die Klimaanlage der Luft Feuchtigkeit – und zwar um einiges effektiver als Heizung und Gebläse. (Weitere Infos zur Klimaanlage)

5. Mit nasser Kleidung ins Auto steigen

Damit das Auto dauerhaft trocken bleibt, sollte nasse Kleidung vor dem Einsteigen ausgezogen und Schuhe zumindest abgeklopft werden. Nasse Kleidung am besten in den Kofferraum legen – so saugen sich zumindest die Sitze nicht voll. Wenn möglich, die nassen Fußmatten anschließend zum Trocknen aus dem Auto nehmen. Wer einen trockenen Stellplatz in einer Garage hat, kann das Fenster geöffnet lassen. Dann kann der Wagen auslüften. Wichtig: Auch die Garage muss gut belüftet sein. Gibt es dort bereits feuchte Stellen oder Pfützen, wird der Wagen hier kaum trocknen.

6. Dichtungspflege vernachlässigen

Türgummis und Dichtungen bestehen aus Gummi, das mit der Zeit aushärtet, porös wird und dadurch Feuchtigkeit ins Auto lässt. Damit es nicht so weit kommt, sollten Sie die Gummis mit der richtigen Pflege geschmeidig halten. Dazu eignen sich zum Beispiel Produkte mit Hirschtalg oder spezielle Pflegemittel.

Was sind die Ursachen für Feuchtigkeit im Auto?

Die Antwort ist einfach: Sie wird oft von den Fahrzeug-Insassen hineingetragen. Zum Beispiel über nasse Kleidung und Schuhe. Besonders im Winter sammelt sich oft Feuchtigkeit, da die wärmere Luft im Auto an den kalten Scheiben kondensiert. Auch verdreckte Abläufe, poröse Dichtungen, über die Feuchtigkeit eindringt, oder ein verstopfter Pollenfilter können Gründe sein, warum sich Feuchtigkeit sammelt.

Wie legt man den feuchten Innenraum trocken?

  • Mögliche Ursache finden: Zunächst sollte man der Ursache auf den Grund gehen und ggf. beseitigen, also verstopfte Abläufe reinigen, poröse Dichtungen tauschen und den Pollenfilter wechseln.
  • Feuchte Fußmatten raus: Geht es ans Trockenlegen des Wagens, sollten zunächst feuchte Fußmatten aus dem Wagen herausgenommen und getrocknet werden. Sind auch die Sitzpolster feucht, kann ein Nasssauger helfen, die Polster zu trocknen.
  • Nasse Teppiche trocknen: Sind die Teppiche (unterhalb der Fußmatten) von Nässe durchtränkt, müssen diese zumindest angehoben werden. Denn darunter befindet sich oft Dämmmaterial aus Schaumstoff, das sich mit der Feuchtigkeit vollgesogen hat. Die entweicht nur, wenn Luft an diese Stellen kommt. Ein Heizlüfter kann dabei helfen, das Auto sollte dann aber permanent unter Beobachtung bleiben.
  • Innenraum durchlüften: Um die Feuchtigkeit zu beseitigen, ist Lüften das A und O. Den Wagen an einen trockenen Ort stellen, Fenster, Türen und ggf. Schiebedach auf und ggf. noch mit einem Ventilator nachhelfen, um für Durchzug zu sorgen.
  • Entfeuchter einsetzen: Das sind entweder kleine Kissen, deren Granulat die Feuchtigkeit aufnimmt. Sie kosten rund zehn Euro und werden nach der Anwendung zum Trocknen auf die Heizung gelegt. Effektiver sind die etwas größeren Kunststoff-Kassetten, die mit einem Salz (Kalzium-Chlorid) der Luft die Feuchtigkeit entziehen und diese in einem Auffangbecken sammeln. Die mit dem Salz bestückten Patronen lassen sich nachkaufen, sobald es aufgebraucht ist. Alternativ eignet sich auch Katzenstreu in einem atmungsaktiven Stoffbeutel oder Natron, dass man auch direkt auf den feuchten Stellen verteilen und anschließend wieder absaugen kann. Beide Mittel sind jedoch nicht wiederverwendbar.
  • Trotz Heizung Klimaanlage nutzen: Damit weniger Feuchtigkeit ins Fahrzeuginnere gelangt, sollte auch an kalten Tagen während der Fahrt die Klimaanlage eingeschaltet sein. Durch die Aktivierung der Klimaanlage wird der Luft ein Großteil der Feuchtigkeit entzogen, da sie erst durch den Trockner der Klimaanlage strömt, bevor sie in den Innenraum gelangt.

Was hilft gegen beschlagene Scheiben?

Bei Feuchtigkeit im Auto sind beschlagene Scheiben oft ein Problem. Um sie möglichst schnell freizubekommen, hilft es zunächst die Fenster zu öffnen, um die Feuchtigkeit herauszulassen. Dann Heizung und Gebläse (wenn möglich auch Klimaanlage) auf höchster Stufe einschalten und auf die Frontscheibe richten. (Weitere Tipps, wie Sie mit beschlagenen Scheiben umgehen, lesen Sie hier.)