Fiat 124 Spider: Kaufberatung
Pasta mit Stäbchen

Der Fiat 124 Spider ist der Traum italophiler Roadsterfans – wendig, leicht und ohne unnötigen Schnickschnack. Kann man ihm unter diesen Umständen sogar verzeihen, dass er gar nicht aus Italien kommt?
- André Huster
Passend zum italienisch-frivolen Humor strahlte Fiat Anfang 2017 eine amüsante TV-Werbung zum 124 Spider aus. In jenem Spot sorgt statt der Einnahme einer gewissen blauen Pille eine Ausfahrt im offenen Zweisitzer für nachhaltigen Lustgewinn – mit der Folge, dass der nicht mehr ganz junge Charmeur sich anschließend wieder leidenschaftlich seiner Liebsten widmen kann. Während unserer Ausfahrt rund um den Starnberger See waren wir natürlich in erster Linie auf der Suche nach fahrerischen Glücksmomenten. Und so viel schon mal vorweg: Diese hatten wir reichlich. Aber der Reihe nach. Basis des freudeversprechenden Roadsters bildet der Mazda MX-5 – die Genetik stimmt also schon einmal. Doch der Körperbau ist eben nicht alles. In Sachen Anmutung und Charakter zieht der Italiener am Japaner vorbei. Denn kaum eine andere Nation versteht es derart gekonnt, mit wenigen stilvollen Akzenten ihr ganz eigenes Flair zu versprühen, wie die Italiener. Die Turiner schicken den kleinen Mazda in die Sportboutique, kleiden ihn etwas adretter ein, wie es sich für einen Verführer gehört. So zitieren etwa die zwei markanten Dome auf der Motorhaube, der sechseckige obere Frontgrill sowie die nostalgischen, ringförmigen Heckleuchten Stilelemente des Originals von 1966.
Zu umfangreich um die Hüfte sollten die Passagiere nicht sein

Der Technikbruder ist sofort erkennbar. Allerdings gibt es im Fiat mehr Lederbesatz, mehr Klavierlack, dickere Seitenscheiben sowie ein besser gedämmtes Verdeck.
Bild: Fiat Chrysler Automobiles
Überblick: Alles zum Fiat 124 Spider
Die verschärfte Version von Haustuner Abarth macht richtig Spaß

Wenn es etwas mehr sein darf, steht Abarth parat und liefert ab: Der Klang des 1,4-Liter-Turbos bewegt sich am Rande der Legalität.
Bild: Lena Willgalis / AUTO BILD
In Sachen Qualität gibt es nichts zu meckern
Nachdem Faktoren wie Verarbeitungsqualität und Exaktheit ja immer so eine Sache sind bei den Italienern, haben wir hier besonders genau hingesehen. Aber siehe da: Auch hier ist alles paletti. Machart und Anmutung stimmen. Einzig auf besonders schnell überfahrenen Wellen kriegt die Frontscheibe ein wenig das Zittern. Ein Basis-Spider startet bei 25.000 Euro, exakt 2000 Euro über dem Mazda. Ratsam ist zudem die 2000 Euro teure Lusso-Ausstattung. Sie umfasst 17-Zoll-Räder, Ledersitze, Klimaautomatik und das doppelte Endrohr. Macht am Ende fast 27.000 Euro. So toll das Fahrgefühl auch sein mag – und es die Roadster-Spezies unbedingt zu erhalten gilt –, über den Preis verkauft sich so ein 124 Spider wohl nicht.
Fazit
Er ist keineswegs nur eine schnöde MX-5-Kopie. Im Gegenteil – der 124 ist kräftiger, luxuriöser und fährt auch einen Tick komfortabler. So ist es nachvollziehbar und in Relation gerechtfertigt, dass sich Fiat diese Aufwertung bezahlen lässt. Als Abarth legt er in vielerlei Hinsicht noch eins drauf, leider auch beim Preis.
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