Sitzprobe Fisker Atlantic

Fisker Atlantic: Sitzprobe

Edel-Hybrid aus Kalifornien

Ende 2014 will Fisker seine zweite Plug-in-Sportlimousine auf den Markt bringen. Wir haben den Atlantic schon mal unter die Lupe genommen.
Wer an diesem sonnigen Vormittag zur rechten Zeit vorbeikommt in 5515 East La Palma Avenue in Anaheim, Kalifornien, der sieht da fĂŒr ein paar Minuten ein Auto, das zu schön ist, um wahr zu sein. Und das, damit es wahr wird, ganz schön viel GlĂŒck braucht. Der Atlantic, der hier vor der Firmenzentrale von Fisker Automotive parkt, soll ab Ende 2014 der kleine Bruder des Fisker Karma werden, der bislang rund 1800-mal verkauft wurde. Auch diese Sportlimousine natĂŒrlich ein Plug-in-Hybrid, angetrieben von einem E-Motor (beim Karma sind es zwei) sowie einem Vierzylinder-Turbo von BMW mit 245 PS als ReichweitenverlĂ€ngerer – beim Karma kommt der Benziner von GM.

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Das gewohnt edle Fisker-Ambiente: Holz, Leder, Alu, dazu ein Touchscreen – und kaum Schalter.

Weil der Atlantic mit 4,50 Metern ein gutes StĂŒck kĂŒrzer sein wird als der Karma, bleibt auch weniger Platz fĂŒr die Akkus im Mitteltunnel. Die rein elektrische Reichweite dĂŒrfte so bei rund 65 Kilometern liegen (Karma: circa 80 km). Von außen trĂ€gt das viertĂŒrige Mittelklasse-SportcoupĂ© die von FirmengrĂŒnder und Ex-BMW-Designer Henrik Fisker bekannten Stilelemente: der breite Grill in Nierenform, die lange Haube und das Stummelheck. Die ÜberhĂ€nge sind beim Atlantic noch kĂŒrzer, die Dachlinie fĂ€llt etwas steiler ab. Auf den 22-Zoll-RĂ€dern in den Pausbacken sieht der Atlantic bulliger aus als der gestreckte Karma. Die RĂŒcksitze sollen sich umlegen lassen. Das per Knopfdruck zu öffnende Glasdach zieren Dachstreben in Spinnennetzdesign; Fisker verspricht, dass die Spielerei in Serie kommt. Innen das gewohnt edle Fisker-Ambiente: Holz, Leder, Alu; ein Zehn-Zoll-Touchscreen, sonst kaum Schalter. Das alles soll es mal ab geschĂ€tzten 55.000 Dollar geben, das wĂ€ren knapp 43.000 Euro.
Doch bei aller Vorfreude: Dass der Fisker Atlantic tatsĂ€chlich in zwei Jahren im neuen Werk in Michigan vom Band lĂ€uft, hĂ€ngt entscheidend davon ab, ob Fisker bis dahin einen strategischen Partner gefunden hat. Der muss vor allem helfen, die Produktionskosten zu senken. Über Fiat-Chrysler wurde spekuliert, aber Vorstandschef Tony Posawatz erklĂ€rte gegenĂŒber AUTO BILD, dass er auch in China intensiv suche. Scheitern die Verhandlungen, könnte dieser Atlantic da vor dem Fisker-Hauptquartier ein wunderschönes EinzelstĂŒck bleiben. Was sehr bedauerlich wĂ€re.
Hauke Schrieber

Hauke Schrieber

Fazit

Warum ZurĂŒckhaltung? Es ist ein großartiges Auto! WunderhĂŒbsch, sportlich und als Plug-in-Hybrid mit der Zukunftstechnik schlechthin ausgestattet. Wer je den Fisker Karma fuhr, der ahnt, wie viel Spaß der Atlantic machen wird. Wenn er denn kommt. Ich drĂŒcke Fisker beide Daumen.

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