Ford Escort RS Cosworth: Scheunenfund
Diese vergammelten Ford könnten über 100.000 Euro wert sein

Bild: youtube.com/TheBeardedExplorer
Scheunenfunde üben eine besondere Faszination auf Autofans aus. Auch wenn Enthusiasten angesichts des oftmals desolaten Zustands einiger Autos Tränen in den Augen haben dürften. Die Umstände, weshalb viele Autos seit Jahren vor sich hin gammeln, sind meistens mysteriös, teilweise sogar unerklärlich. Handelt es sich bei den Fahrzeugen auch noch um seltene und wertvolle Sondermodelle, so wird die Faszination dieser Scheunenfunde nur noch größer!
Einer, der sich mit Scheunenfunden besonders gut auskennt, ist "The Bearded Explorer", der auf seinem über 230.000 Abonnenten zählenden YouTube-Kanal regelmäßig Lost Places erkundet und dabei nicht selten auch Autos entdeckt! In einem seiner neuesten Videos macht er eine besonders spannende Entdeckung: Unter einem offenen Schuppen irgendwo auf dem Land in Großbritannien stehen zwischen Kartons, Ersatzteilen und Schrott zwei komplette Ford Escort RS Cosworth sowie ein originaler Mini Cooper.
Escort als Homologationsmodell
Wer sich jetzt fragt, was an zwei alten Ford Escort besonders sein soll – wir sprechen hier nicht über gewöhnliche Escorts, sondern um waschechte Homologationsmodelle. Für die Homologation eines Rallyefahrzeugs war damals eine Straßenversion nötig, und so kam 1992 der Ford Escort RS Cosworth auf den Markt, der mit einem gewöhnlichen Escort allerdings nur noch das Dach und ein paar kleinere Details gemein hat.
Damit auch Laien erkennen, dass dieser Escort nicht von der Stange ist, verpasste Ford dem Kompakten extrabreite Backen, zusätzliche Luftschlitze in der Haube, neue Schürzen und 16-Zoll-Fünfspeichenfelgen von Ronal. Doch da ist noch etwas: der gigantische Heckflügel! Von Fans liebevoll "Whale-Tail" genannt, ist er das Erkennungszeichen des RS Cosworth schlechthin.

Die beiden Escort verrotten zwischen Müll und Gerümpel – und das seit rund 20 Jahren. Was mit den Autos geschieht? Ungewiss!
Bild: youtube.com/TheBeardedExplorer
Um das Rallyeauto zu homologieren, waren 2500 Straßenautos nötig, am Ende baute Ford aber insgesamt 7145 Escort RS Cosworth, wobei nur die frühen Fahrzeuge bis Mai 1994 als Homologationsmodelle gelten. Der größte Unterschied zwischen den frühen Homologationsmodellen und den späteren Cossies betraf den Turbolader.
In allen Versionen des Escort RS Cosworth steckt der gleiche 2,0-Liter-Vierzylinder (Cosworth YBT), der in den ersten Modellen bis zu 227 PS und 304 Nm Drehmoment lieferte. Mit dem T25-Turbo soll die Leistung marginal auf 224 PS gesunken sein.
Wert bis zu 100.000 Euro
Mittlerweile ist der Escort RS Cosworth ein gesuchtes Sammlerstück. Viele Autos wurden damals verheizt oder sind verunfallt. Das erklärt auch, warum die Preise in den letzten Jahren immer weiter gestiegen sind. Mittlerweile gibt es fahrbereite Cossies nicht mehr unter 50.000 Euro. Für Top-Exemplare werden sogar bis zu 100.000 Euro aufgerufen.
Ganz so wertvoll dürften die beiden Exemplare aus dem Video nicht sein, denn beide haben schon bessere Tage gesehen. Bei dem blauen Cosworth soll es sich um ein frühes 93er-Modell handeln, das wohl zuletzt 2004 zugelassen war. Der weiße Escort RS besitzt keine Kennzeichen, dürfte aber ähnlich lange in dem offenen Schuppen/Carport stehen.
Bemerkenswert ist, dass beide Autos vollständig und weitestgehend im Originalzustand sind. Während der weiße Escort Scheinwerferblenden und weiße Compomotive-Felgen besitzt, ist der blaue RS komplett original. Mutmaßlich soll eines der beiden Exemplare sogar nur gut 20.000 Kilometer (12.500 Meilen) auf dem Tacho haben.

In Topzustand ist ein originaler Ford Escort RS Cosworth mittlerweile zwischen 60.000 und 100.000 Euro wert.
Bild: youtube.com/TheBeardedExplorer
Zwar sind beide Fahrzeuge über die Jahre extrem verwittert, scheinen jedoch unbeschädigt zu sein. Zu den Umständen, wie die Autos dort landen konnten, gibt es keine offiziellen Informationen, wohl aber verschiedene Theorien. In der Kommentarspalte will ein User wissen, dass beide Cossies zwischenzeitlich in Japan waren und dann nach Großbritannien zurückkehrten. Ein anderer Nutzer mutmaßt, dass es sich um gestohlene Autos handeln könnte. Denn bei genauerer Betrachtung scheint es so, als wäre das weiße Exemplar ursprünglich rot lackiert gewesen.
Mysteriöse Umstände
Die wahre Geschichte wird wohl nur der aktuelle Besitzer kennen, mit dem "The Bearded Explorer" laut eigener Aussage in Kontakt steht, der jedoch keinerlei Ambitionen hegt, die begehrten Escort RS zu verkaufen. Eine Schande, denn die seltenen Sammlerstücke hätten es verdient, gerettet zu werden.
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