Ford Mustang mit Ecoboost oder V8: welchen kaufen?

Lieber einen Mustang mit Vierzylinder kaufen?

Der Vierzylinder reicht im Ford Mustang völlig, ist leichter und günstiger, sagt Robin! Ohne V8 ist das kein Muscle Car, kontert Boris! Eine Kontroverse unter Redakteuren.
Ein Kollege spielte mit dem Gedanken, sich einen Mustang zuzulegen. Ich empfahl ihm den aktuellen Mustang mit Vierzylinder Ecoboost-Motor. Da hätte ich auch gleich seine Mutter beleidigen können – Mustang ohne V8 geht für ihn gar nicht, raunte er mir unmissverständlich zu. Ruhig Brauner, denke ich. Der Ecoboost ist so ausgereift, wurde mit zig Preisen überschüttet und bringt dem Mustang einen entscheidenden Vorteil: Er wird auf der Vorderachse deutlich leichter, ist auf der Rennstrecke nicht so kopflastig wie der V8. Zusätzlich hat der 2,3 Liter große Vierzylinder mit seinen 290 PS und 440 Nm eine schöne Kraftentfaltung, langt mit seinem Turbo schnell im unteren Drehzahlbereich zu.

Mit dem optionalen Klappenauspuff passt auch der Sound

Der 2,3 Liter große Ford Ecoboost Vierzylinder ist preisgekrönt. 

Turbopfeifen, statt V8-Blubbern – na und? Mit dem optionalen Klappenauspuff passt auch der Sound. Das hat Ford echt raus und auch schon beim Fiesta ST gezeigt, wie garstig ein Dreizylinder klingen kann. Und da sind doch auch alle begeistert! Letztes Argument ist der Preis. Für knapp 45.000 Euro (bei Carwow mindestens 4000 Euro günstiger) bekommt man einen handgeschalteten Mustang mit toller Ausstattung inklusive Klappen-Abgasanlage, Apple-CarPlay und Recaro-Sitzen (1800 Euro), die ich für größere Personen empfehlen würde, da die Sitzposition sonst minimal zu hoch ist. Gebraucht liegen die Preise für das Vorfacelift des Mustang Ecooboost bei 25.000 Euro, scheckheftgepflegt und mit überschaubarem Tachostand.

Das sagt Kollege Boris Pieritz zum Ford Mustang mit Vierzylinder

Eingefleischte Muscle Car-Fans wollen nur den 5,0 Liter V8 mit 450 PS. 

Ich kann dich sehr gut verstehen, Robin. Unter sportlichen Aspekten ist der Ecoboost-Mustang mit seinem putzigen 2.3-Vierzylinder-Aggregat sicherlich die bessere Wahl. Er macht das Auto leichter und agiler. Für mich als eingefleischten Muscle Car-Fan funktioniert die Kombination mit einem solch  mickrigen Motor aber überhaupt nicht. Der künstliche Sound des Vierzylinders sowie das schrille Pfeifen des Turboladers schrecken mich komplett ab. "Dank des aktiven Auspuffsystems, können Sie selbst bestimmen, wie der Ford Mustang klingt", schreibt Ford. What? Bei diesem Satz würde sich Carroll Shelby im Grab umdrehen.
Ein Muscle Car muss von einem V8 befeuert werden und immer brutal klingen. Fünf Liter Hubraum inklusive. Punkt! Ich brauche keine guten Rundenzeiten auf einer Rennstrecke, keine bestechende Querdynamik, sondern will nur eins: Gänsehaut – und zwar schon im Leerlauf im stehenden Fahrzeug! Wenn ich in ein V8-Auto einsteige, den Motor anlasse und dieses drohende Blubbern höre, das die gesamte Karosserie schon im Stand immer leicht vibrieren lässt, fühle ich mich wohl. Das ist für mich wie Musik, da wird das Fahren schon fast zur Nebensache.
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