Sport und SUV – das passt doch nur für die Marketingabteilungen dieser Welt zusammen. Denke ich, als ich den Schlüssel für unseren neuen Dauertest abhole. Auf dem Mäppchen steht "Ford Puma ST". 200 PS, 320 Nm. Stark, ja, aber sportlich? Mal schauen. Ups! Spätestens beim Einsteigen kommen erste Zweifel an der eigenen Skepsis auf. Die Sportsitze spannen mich prächtig ein, noch bevor die ersten Meter gerollt sind. Der 1,5-Liter-Turbo-Dreizylinder straft jeden Lügen, der Dreizylinder verteufelt.

Alles ist so, wie es sein soll: Kräftig knurrend zieht der EcoBoost den Puma ST nach vorn. In Kombination mit dem knackigen und kurz übersetzten Sechsganggetriebe kommt schnell Stimmung in die kleine Bude. Die Lenkung ist so direkt wie in einem Sportwagen – fast ohne jede Verzögerung beißt sich der Puma in die Kurven. Wankende Karosserie? Nicken? Nein. Warum? Das Fahrwerk ist zu keinen Kompromissen bereit. Der Fahrbahnzustand teilt sich über die 19-Zoll-Räder, Lenkung und Sitze fast ohne Filter den Insassen mit.
Ford Puma ST X
Unser Puma fährt als ST X vor, neben 19-Zoll-Rädern mit B&O-Soundsystem und einigem mehr.

Der Puma ST sieht nett aus, ist aber Hardcore. Und doch faszinierend. Im S-Modus ist die Gasannahme schärfer, und der Dreizylinder blubbert beim Abtouren gut hörbar in den Auspufftrakt. Auf verwinkelten Landstraßen ist der Puma ST in seinem Element, bei engagierter Fahrweise tritt das harte Fahrwerk in den Hintergrund, und der Kleine outet sich als wahre Fahrmaschine gefangen in einem SUV-Körper. Eine tolle Kombination – aber im Alltag nichts für Weicheier!

 Der Ford Puma ST X im AUTO BILD-Dauertest

Dauertest-Start: 15. Juli 2022
Preis des Testwagens mit Extras: 38.900 Euro
Bisher gefahren: 6648 km
Testverbrauch: 8,5 l S/100 km
Top: Der Puma ST tut nicht nur sportlich – er ist es. Optisch bleibt er dabei angenehm zurückhaltend.
Nicht so gut: Auf der Autobahn und auf schlechten Straßen ist mir das Fahrwerk wirklich zu hart.