Fünf Jahre Arbeit, jetzt steht Red Bull Ford Powertrains erstmals ganz oben. Max Verstappens Sieg beim Bahrain-GP in Malaysia ist nicht nur der erste Erfolg des Niederländers in der Formel-1-Saison 2026. Er ist vor allem der erste Triumph des neuen Motorenprojekts von Red Bull und Ford.
„Unglaublich! Es ist unser erster Sieg als vollwertiger Hersteller. Wir haben vor fünf Jahren mit diesem Projekt begonnen“, jubelt Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies bei. Über Verstappen sagt er: „Max war an diesem Wochenende absolut unantastbar.“

Red Bull und Ford wagen den Neustart

Hinter dem Sieg steckt ein radikaler Strategiewechsel. Seit dem Formel-1-Einstieg 2005 hatte Red Bull seine Motoren immer von anderen Herstellern bezogen. Sebastian Vettels vier WM-Titel gelangen mit Renault-Power, die erfolgreiche Verstappen-Ära entstand gemeinsam mit Honda.
Historischer Erfolg: Mit Verstappens Triumph feiert der neue Red-Bull-Ford-Antrieb seinen ersten Formel-1-Sieg.
Bild: Red Bull Content Pool
Fürs neue Motorenreglement (1,6-Liter-V6-Turbo-Hybrid mit einem E-Motor) 2026 änderte Red Bull das Konzept. Am Stammsitz in Milton Keynes entstand mit Red Bull Powertrains erstmals eine eigene Motorenabteilung. Und Ford kam an Bord.
Der US-Autoriese nutzt das neue Reglement für sein Formel-1-Comeback und ist technischer Partner des Projekts. Ford bringt sein Know-how unter anderem bei Batterie-Technologie, Elektromotoren, Software und Simulation ein. Der komplette Antrieb entsteht unter dem Namen Red Bull Ford Powertrains.
Für beide ist das ein gewaltiges Projekt: Red Bull wird vom Rennstall zum Motorenhersteller und realisiert damit einen Traum von Firmengründer Dietrich Mateschitz, Ford kehrt nach mehr als zwei Jahrzehnten in die Formel 1 zurück.

Red Bull-Teamchef: Fortschritte waren schon sichtbar

Dass Red Bull Ford bereits im ersten Jahr gewinnen kann, hatte sich für Mekies in den vergangenen Wochen angekündigt.
Laurent Mekies spricht von einem Meilenstein: Der erste Sieg krönt die Arbeit von Red Bull Ford Powertrains.
Bild: Red Bull Content Pool
„Es hat sich schon seit einer Weile abgezeichnet“, sagt der Teamchef. „In Monza, Madrid und Baku sind wir immer näher herangekommen.“
Für Mekies ist der Erfolg deshalb vor allem eine Bestätigung für die Arbeit hinter den Kulissen: „Das ist ein großartiger Beleg für die Arbeit, die in der Fabrik geleistet wird.“
Verstappen selbst zeigt sich nach dem ersten Sieg mit Ford-Power ebenfalls überrascht, wie schnell das neue Projekt ganz vorne angekommen ist.
„Ich bin unglaublich stolz auf alle“, sagt der viermalige Weltmeister. „Es ist ziemlich beeindruckend, schon im ersten Jahr mit unserem eigenen Antrieb unser erstes Rennen zu gewinnen.“

Ford gewinnt erstmals seit 2003 wieder

Für Ford schließt sich mit dem Erfolg gleichzeitig ein großer Kreis. Vor dem Comeback 2026 war der Konzern mehr als zwei Jahrzehnte nicht mehr als Motorenpartner in der Formel 1 vertreten.
Der letzte Grand-Prix-Sieg eines Autos mit Ford-Power lag 23 Jahre zurück. 2003 gewann Giancarlo Fisichella mit Jordan den chaotischen Brasilien-GP. Angetrieben wurde sein Auto von einem unter Ford-Namen eingesetzten Cosworth-V10.
Und noch eine Verbindung macht die Geschichte besonders: Als Ford Ende 2004 sein damaliges Werksteam Jaguar Racing aus der Formel 1 zurückzog, verkaufte der Konzern den Rennstall an Red Bull.
Aus Jaguar wurde Red Bull Racing.
Mehr als zwei Jahrzehnte später stehen Red Bull und Ford nicht mehr als Käufer und Verkäufer gegenüber, sondern entwickeln gemeinsam Formel-1-Antriebe.
Jetzt haben sie damit erstmals gewonnen.