Doppel-Pole für Red Bull beim Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi: Eine Woche nach dem Teamkollegen-Zoff teilen sich Max Verstappen und Sergio Perez für die Startaufstellung zum letzten Grand Prix des Jahres am Sonntag die erste Reihe, 0,228 Sekunden ist der Niederländer im Qualifying schneller als sein Stallgefährte.
Durchatmen bei den Verantwortlichen des Weltmeister-Teams, allen voran bei Helmut Marko: "Erster und Zweiter waren wir schon lange nicht mehr. Vor allem nach dem Brasilien-Fiasko sind wir froh, dass die alte Rangordnung wieder hergestellt ist", sagt der Österreicher.
Für kurze Irritationen sorgen allerdings zu Beginn von Q3 Probleme am Auto von Verstappen. Denn eigentlich soll der Holländer als erster der beiden Red Bulls auf die Strecke gehen und Perez Windschatten spenden. Doch das passiert nicht. "Was ist los?", fragt Perez am Funk, ehe ihm sein Ingenieur die Schwierigkeiten am anderen Fahrzeug mitteilt.
Max Verstappen sicherte sich die letzte Pole der Saison

Verstappen klärt auf: "Es gab einen Moment, wo der Motor ausging, aber das konnten wir zum Glück schnell wieder lösen." Marko verrät: "Max hatte zweimal einen Blackout am Dashboard (auf dem Lenkrad; d. Red.), dann auch noch ein kleines Problem mit dem Frontflügel. Aber zum Glück prallt das alles an ihm ab und wenn er muss, dann liefert er ab."
So findet sich Red Bull für Sonntag in der komfortablen Position wieder, dass Pole-Mann Verstappen Perez im Kampf um den Vizetitel in der Fahrer-WM ganz vorne Schützenhilfe geben kann. Mit Charles Leclerc lauert Perez' punktgleicher Konkurrent allerdings direkt dahinter auf Startplatz drei, gerade einmal 40 Tausendstel fehlen dem Ferrari-Star auf die Zeit des Mexikaners. Marko ist aber guter Dinge: "Bei den Longruns waren wir mit den Reifen deutlich besser als Ferrari. Wir hoffen das hält morgen an, dann sollte unser Ziel mit den Plätzen eins und zwei in der WM in greifbare Nähe rücken."
Leclerc erklärt hingegen: "In Kurve sechs und sieben habe ich mich etwas verbremst, aber mehr (als Platz drei; d. Red.) hatten wir heute auch nicht wirklich verdient, denn die Red Bulls waren stärker." Trotzdem schreibt der Monegasse die Vize-WM noch nicht ab: "Unsere Ausgangsposition für morgen ist nicht schlecht, es wird sicher ein enger Kampf mit Checo. Vielleicht kann ich auch mit Carlos (Sainz; d. Red.) zusammenarbeiten, wir geben jedenfalls alles und hoffen, dass wir Platz zwei sichern können - bei den Fahrern und Konstrukteuren."
Zumindest für Letzteres stehen die Chancen der Scuderia nach dem Qualifying tatsächlich gut, denn mit Sainz auf Platz vier landet auch der zweite Ferrari vor den beiden Mercedes von Lewis Hamilton und George Russell, die nicht über die dritte Startreihe hinauskommen. "Wir haben den Job heute nicht hinbekommen. Bei uns ging es zurück und sie haben ein Schritt nach vorne gemacht", sagt Mercedes-Sportchef Toto Wolff in Bezug auf Ferrari. "Wir haben hier auf viel Downforce gesetzt, um morgen ein gutes Rennauto zu haben, aber damit waren wir einfach zu langsam auf den Geraden", erklärt Wolff.
Vettel fuhr ein starkes Abschieds-Qualifying in Abu Dhabi

Stark läuft sein letztes Qualifying in der Formel 1 für Sebastian Vettel. Der Deutsche schafft in Abu Dhabi den Q3-Einzug, startet als Neunter in seinen Abschieds-Grand-Prix. Auch Mick Schumacher kann im finalen Rennen mit Haas noch einmal überzeugen, schlägt Teamkollege Kevin Magnussen klar und wird im zweiten Quali-Abschnitt 13. - weil McLaren-Pilot Daniel Ricciardo aber eine Strafversetzung um drei Plätze für seinen Crash mit Magnussen in Brasilien kassiert, fährt Schumi Jr. sogar als Zwölfter los.

Formel 1 Grand Prix von Abu Dhabi
Qualifying, Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:23,824 Min.
2. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,228 Sek.
3. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,268
4. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,418
5. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +0,684
6. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +0,687
7. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,945
8. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +1,006
9. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin +1,137
10. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren +1,221
11. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine 1:25,096
12. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 1:25,219
13. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas 1:25,225
14. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 1:25,359
15. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 1:25,408
16. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:25,834
17. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri 1:25,859
18. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 1:25,892
19. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:26,028
20. Nicholas Latifi (Kanada) - Williams 1:26,054

Von

Frederik Hackbarth