Formel 1 Aktuell: Mercedes überzeugt
Bis 2020 erfolgreich in der F1 unterwegs

Bei Mercedes ist man sich sicher: Der Erfolg geht auch 2017 unter neuen Regeln weiter. Für die F1 wäre das wenig positiv, will man neue Hersteller anlocken.
Bild: Hersteller / Picture-alliance
- Frederik Hackbarth
- Michael Zeitler
Ob die verbleibenden beiden letzten Rennen der Saison seine letzte Chance auf den WM-Titel sind, wollte ein Journalist im Fahrerlager von Sao Paulo von Nico Rosberg wissen. Immerhin kommen 2017 neue Regeln, die die Hackordnung in der F1 komplett umstürzen könnten. "Mein Glaube ist: Nein!", sagte Rosberg und entgegnete: "Diese Frage höre ich mittlerweile jedes Jahr. 2014 schon, 2015 wieder..." Und doch ist der Deutsche 2016 neben Teamkollege Lewis Hamilton der einzige Titelanwärter. "Wir haben so ein starkes Team, dass wir auch nächstes Jahr stark sein werden", gibt sich Rosberg ganz beruhigt.

Nico Rosberg glaubt: Mercedes feiert auch weiterhin
"Was danach passieren wird, ist noch unklar", erklärte Mercedes-Sportchef Toro Wolff unlängst der 'Gazzetta dello Sport'. "Aus meiner Sicht werden wir aber in der Formel 1 bleiben, wenn sich diese positiv entwickelt." Trotzdem hat sich Mercedes gerade auch einen Startplatz für die Formel E gesichtert. Der Konzern weiß, dass die Mobilität der Zukunft elektrisch aussieht - auch im sportlichen Wettkampf.

Toto Wolff sieht Mercedes' Zukunft langfristig in der F1
Allein: Die Zeit bis dahin sollte dennoch sinnvoll genutzt werden. Nicht zuletzt der aktuell stattfindende Niedergang der WEC muss auch für die F1 als ernster Weckruf gesehen werden. Denn viele sahen noch bis vor kurzem in der Sportwagen-WM eine echte Konkurrenz für die Königsklasse. Doch der Ausstieg von Audi hat die Top-Prototypen-Serie in eine tiefe Krise gestürzt. Mit Porsche und Toyota stehen nur noch zwei Hersteller am Start.
Schluss nach 18 Jahren: Audi steigt aus Prototypen-Sport aus
Blickt man auf die nackten Zahlen, zeigt sich schnell: Auch in der Formel 1 ist der Herstellerschwund ein großes Problem. Seit 2010 nehmen nur noch maximal vier Motorhersteller pro Saison teil - das gab es in so einem langen Zeitraum noch nie. Minusrekord mit drei Motorbauern sind die Jahre 1974 und 2014. Auch 1973, 1975, 1979 und 1980 hatte das Teilnehmerfeld nur die Wahl zwischen vier Triebwerken. So wie von 2010 bis 2013 und seit 2015. Zum Vergleich: Das Teilnehmermaximum liegt bei zehn - erreicht 1968, 1985 und 1986.

Audi steigt 2016 nach 18 Jahren aus der WEC aus
Das liegt vor allem auch an der Komplexität der aktuellen Hybrid-Motoren, noch mehr aber an den horrenden Kosten. Beides schließt unabhängige Motorkonstrukteure wie Judd, Hart oder Motori Moderni, die es bis in die 90er Jahre hinein zuhauf gab, automatisch aus. Auch Privat-Rennställe, die eigene Aggregate auf Kiel legen wie einst BRM, Tecno oder auch das deutsche Zakspeed-Team wird es unter diesen Voraussetzungen nicht geben.
Kurz- und mittelfristig sind auch keine neuen Automobilgiganten in der Formel 1 zu erwarten. ABMS weiß: Ein Hersteller zeigt tatsächlich ernsthaftes Interesse, in der Königsklasse des Motorsports mitzumischen, aber die Pläne würden frühestens 2020 greifen - und sind noch längst nicht beschlossene Sache.

Hondas Beispiel schreckt eher ab als dass es hilft...
Aber auch darüber hinaus werden die Motoren ähnlich zu denen sein, die auch jetzt zum Einsatz kommen. Der Weg zurück zu einfacheren Saugmotoren ist quasi ausgeschlossen, weil das den derzeit aktiven Herstellern nicht ins Marketingkonzept passt. Der Trend wird dahin gehen, das Downsizing der Motoren zu verstärken und im Gegenzug die Energie aus den Rückgewinnungssystemen zu erhöhen.
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