Formel 1: Alonsos letzter GP
Schumi-Bezwinger feiert Abschied

Fernando Alonso fährt am Wochenende in Abu Dhabi seinen letzten Grand Prix. Damit tritt einer der ganz Großen ab – obwohl er sein großes Ziel nie erreichte.
- Michael Zeitler
Am Wochenende geht in Abu Dhabi eine Ära zu Ende. Der 312. Grand Prix von Fernando Alonso (nur Rubens Barrichello hat mit 323 Rennen mehr) wird sein letzter sein. Zumindest vorerst. Denn eine Rückkehr schließt er nicht aus: „Es ist denkbar, dass ich 2020 wieder Formel 1 fahre“, sagt der 37-Jährige.
Aber erst einmal müssen sich die Formel-1-Fans von Alonso verabschieden. Er gilt noch heute, wo sein letzter WM-Titel schon zwölf Jahre zurückliegt, als einer der Besten, den die Formel 1 je hervorgebracht hat. Aber mit zwei WM-Titeln und 32 Siegen nimmt Alonso nur Rang elf in der ewigen Bestenliste ein. Wird aktuell auch von Lewis Hamilton und Sebastian Vettel überragt. Der Traum vom dritten Titel ist nie in Erfüllung gegangen. Den wollte Alonso unbedingt. Weil Ayrton Senna drei Mal Weltmeister war und auch Niki Lauda das geschafft hat – die zwei Idole des Spaniers.

2005 und 2006 wurde Alonso mit Renault Weltmeister
Aber nach seinem WM-Titel 2006 mit Renault stürzt Alonso in eine beispiellose Serie von falschen Entscheidungen ab, die seine Statistik ruiniert. Der Wechsel 2007 zu McLaren ist klug: Renault stürzt ab, McLaren hat das schnellste Auto. Aber auch Neuling Lewis Hamilton, der Alonso richtig einheizen kann. Es bricht ein brutaler Stallkrieg aus, der sogar in einer Erpressung des Teams durch Alonso im Zuge der Spionageaffäre gipfelt. Die WM verlieren Alonso und Hamilton – um jeweils einen Punkt. Inzwischen haben sie Frieden geschlossen.
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Alonso kehrt nach einem Jahr zurück zu Renault, gewinnt da aber nur noch zwei Rennen – eines davon war einer der größten Skandale der Formel-1-Geschichte: Crashgate in Singapur 2008, als Alonso nur siegt, weil Teamkollege Nelson Piquet junior absichtlich einen Unfall fabriziert.
Mit Ferrari will Alonso eine neue Ära einläuten. Ein Strategie-Fauxpass im Finale von Abu Dhabi 2010, ein politisch intrigierender Alonso und ein gegenüber dem Red Bull doch zu langsamer Ferrari verhindern den Erfolg. 2015 kommt der Wechsel zurück zu McLaren, was in einem sportlichen Desaster mündet. Alonso gewinnt keine Rennen, fährt nur hinterher und ätzt mit legendären Funksprüchen über den Honda-Antrieb: „Ich glaube, ich fahre mit einem GP2-Motor...“ Als auch mit dem Wechsel zu Renault-Triebwerken 2018 die erhoffte Wende ausbleibt, zieht Alonso die Reißleine und tritt ab.
Jetzt will er nicht einer der Größten der Formel 1 werden, sondern einer der größten des Motorsports – dank der Triple Crown. 45 Piloten haben den GP von Monaco gewonnen, 144 die 24 Stunden von Le Mans und 73 das Indy 500 – aber nur Graham Hill alle drei Events. Dem eifert Alonso jetzt nach. Nur der Indy-Sieg fehlt ihm noch.
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