Sein Ferrari fliegt weiter auf den Straßen Bakus, am Ende vielleicht sogar ein bisschen zu hoch: Charles Leclerc rast wie schon im Renn-Qualifying am Freitag auch im neuen Sprint-Shootout um die Startplätze für das Sprintrennen am Samstag (Start 15.30 Uhr deutscher Zeit) zur Pole.
Allerdings übertreibt es der Monegasse dabei auf seinem letzten Versuch in Q3 etwas und schlägt mit dem Ferrari in Kurve fünf frontal in die Begrenzung ein: Leclercs Frontflügel ist futsch, seine Runde und die von Teamkollege Carlos Sainz, der als einziger Pilot noch hinter ihm auf der Strecke fährt, sowieso.
Nicht mal ein Unfall kann Charles Leclerc in Baku stoppen.
Bild: Ferrari

Allein: Weil Red Bull im zweiten Versuch in Q3 nicht mehr entscheidend nachlegen kann, reicht Leclercs erste Rundenzeit trotzdem zur Pole vor Sergio Perez und Max Verstappen!
"Mit dem weichen Reifen war es echt schwierig, die Verhältnisse heute waren auch völlig anders. Auf der zweiten Runde (in Q3; d. Red.) habe ich nochmal voll gepusht, aber da war dann nichts mehr im Reifen drin", erklärt Leclerc seinen Fehler. Der Monegasse grinst: "Zum Glück war meine erste Runde aber super, damit bin ich sehr glücklich."
Anders sieht die Gemütslage bei den geschlagenen Bullen aus: "Bisschen ernüchternd für uns, unsere Hinterreifen sind praktisch schon im ersten Run eingebrochen, dadurch haben wir in Sektor zwei zu viel verloren", erklärt Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko und stellt fest: "Gott sei Dank werden wir den Soft hier überhaupt nicht mehr verwenden, aber man muss schon sagen: Ferrari ist echt stark hier."
Den kleinen Leclerc-Fehler nimmt der Doktor mit einem Schmunzeln zur Kenntnis: "Es zeigt, wie sehr hier alle am Limit sind. Das Rennen muss man erstmal beenden", sagt der Österreicher, der seine Fahrer auch deshalb zu Vernunft ermahnt: "Der Sprint hat deutlich weniger Punkte, wir werden also unsere optimale Reifenwahl aufs Hauptrennen auslegen. Im Sprint wollen wir so gut wie möglich Punkte machen, aber sicher nicht mit aller Gewalt."
Auch George Russell fuhr ein starkes Qualifying.
Bild: Mercedes

Eine starke Leistung im Sprint-Shootout zeigt auch Mercedes-Star George Russell: Nach seinem verfrühten Aus am Vortag steigert sich der Brite am Samstag enorm, rast auf Startplatz vier noch vor Carlos Sainz und Teamkollege Lewis Hamilton. Ebenfalls stark: Williams-Pilot Alex Albon, der als Siebter Fernando Alonso, Lance Stroll (beide Aston Martin) und Lando Norris (McLaren) hinter sich lässt.
Der Deutsche Nico Hülkenberg schlägt im Haas zwar einmal mehr Stallgefährte Kevin Magnussen, nach einem Verbremser und Ausflug in den Notausgang, ist für ihn mit ramponierten Reifen in Q2 aber nicht mehr als der zwölfte Startplatz drin. Für die einzige rote Flagge im Sprint-Shootout sorgt am Samstag Logan Sargeant, der seinen Williams am Ende von Q1 in die Mauer setzt.

Formel 1 Aserbaidschan Grand Prix
Sprint-Shootout, Ergebnis

1. Charles Leclerc, Ferrari, 1'41.697
2. Sergio Perez, Red Bull, +0.147
3. Max Verstappen, Red Bull, +0.290
4. George Russell, Mercedes, +0.555
5. Carlos Sainz Jr., Ferrari, +0.590
6. Lewis Hamilton, Mercedes, +0.805
7. Alexander Albon, Williams, +1.149
8. Fernando Alonso, Aston Martin, +1.313
9. Lance Stroll, Aston Martin, +1.367
10. Lando Norris, McLaren
11. Oscar Piastri, McLaren, +1.730
12. Nico Hülkenberg, Haas, +2.109
13. Esteban Ocon, Alpine, +2.391
14. Kevin Magnussen, Haas, +2.635
15. Logan Sargeant, Williams
16. Guanyu Zhou, Alfa Romeo, +3.480
17. Valtteri Bottas, Alfa Romeo, +3.655
18. Yuki Tsunoda, AlphaTauri, +3.739
19. Pierre Gasly, Alpine, +5.254
20. Nyck de Vries, AlphaTauri, +6.483