Sebastian Vettel (33) pocht zwar auf Nachhaltigkeit, was das Umweltbewusstsein der Formel 1 angeht. Aber was Image und Formbewertungen betrifft, kann der viermalige Weltmeister aus Heppenheim sicher ganz gut damit leben, dass die Königsklasse des Automobilsports das Gegenteil von nachhaltig ist.
Vor vier Wochen wurde er von den meisten Kritikern abgeschrieben, sogar der Rücktritt wurde ihm von Experten nahegelegt. Nach seinem fünften Platz in Monaco und besonders dem zweiten beim letzten Rennen in Baku redet davon keiner mehr. Im Gegenteil: Die Fans wählten den Aston-Martin-Piloten bei beiden Stadtkurs-Rennen zum Fahrer des Tages. Weltweit bekommt er wieder sehr gute Kritiken ob seiner Leistungen.
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Vettel selbst bewertet weder die Kritik noch das überschwängliche Lob über. „Ich habe nie daran gezweifelt, dass ich nicht mehr Autofahren kann“, so der Deutsche zu ABMS, „ich fühle mich im Auto einfach immer wohler. Und gerade auf Kursen wie Monaco und Baku brauchst du das unbedingte Vertrauen in den Wagen.“
Fest steht: Die Früchte, die der Hobby-Bienologe jetzt erntet, sind nicht einfach vom Himmel geflogen. Sie sind das Ergebnis harter Arbeit. „Sebastian hat unsere Arbeitsweise auf eine höhere Stufe gebracht,“ analysiert Aston-Martin-Teamchef Otmar Szafnauer. Besonders bei den Briefings vor und nach den Rennen hätte sich das Team dem Vettel-Style angepasst.
Vettel wird nach seinem zweiten Platz in Baku mit Lob überschüttet.
Szafnauer: „Sebastian hat auf diesem Gebiet eine Menge Erfahrung, deshalb hat sich die Art und Weise, wie wir jetzt die Besprechungen durchführen, geändert. Sein Teamkollege Lance Stroll profitiert davon sowie das ganze Team.“
Allein: Für Experten wie F1-Legende Gerhard Berger (61) gehen bei Vettel Erfolg und Motivation Hand in Hand. Der heutige DTM-Boss zu ABMS: „Sebastian hat schon immer Probleme gehabt, voll motiviert zu sein, wenn er im Mittelfeld herumfahren musste. Wenn er vorne fahren kann, leckt er Blut, macht keine Fehler mehr und bringt volle Leistung.“
Berger, dessen eigene Rennserie am nächsten Wochenende in Monza in die Saison startet (Sa/So live jeweils ab 13 Uhr auf Sat.1), betont:  „Er ist ein viermaliger Weltmeister, hat über 120 Podiumsplatzierungen – er gehört zu den besten Fahrern aller Zeiten. Das vergisst man sehr schnell.“ Und auch wenn Vettel nicht mehr alles so locker von der Hand geht wie bei Red Bull, dürfe man ihn nicht abschreiben. Berger knallhart und dennoch zuversichtlich: „Rein von der Leistungsfähigkeit her ist er meiner Meinung zwar über seinem Zenit. Aber das heißt nicht, dass nicht noch was geht in dieser Saison.“
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Die Voraussetzungen seien jedenfalls gegeben: „Sebastian findet ja mit der Unterstützung von Teambesitzer Lawrence Stroll und der Unterstützung von Mercedes-Teamchef Toto Wolff keine schlechten Bedingungen vor. Das Team ist jedenfalls gut genug, um wie in Baku aufs Podium zu fahren.“

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Ralf Bach