Eine turbulente erste Runde, mehrere Berührungen und harte Zweikämpfe, unter anderem mit Teamkollege Lance Stroll und Mick Schumacher, berauben Sebastian Vettel am Sonntag in Monza aller Chancen auf Punkte – obwohl mit den beiden WM-Rivalen und Alpha Tauris Pierre Gasly gleich drei etatmäßige Top-10-Fahrer ausfallen. „Das ist natürlich enttäuschend, wir hätten von dem Crash vorne heute profitieren können“, räumt Vettel ein.
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Dabei ist es ein anderer Crash vor ihm, der dem Deutschen das Rennen ruiniert. In der zweiten Schikane dreht sich nach dem Start Antonio Giovinazzi: Vettel muss ausweichen, wird dann von den schnelleren Autos von hinten überholt, allen voran von Teamkollege Lance Stroll, der ihn in der ersten Lesmo-Kurve auf den Seitenstreifen drückt. „Dadurch habe ich viele Positionen verloren“, sagt Vettel, an dem gleich zahlreiche Konkurrenten vorbeischlüpfen.
„Ich hatte einen guten Start, habe ein paar Plätze gutmachen können. Aber nachdem ich ausweichen musste und abgedrängt wurde, habe ich all die Plätze wieder verloren. Die erste Runde hat mir das Rennen heute kaputt gemacht, denn danach war mit unserem Topspeed klar, dass es sehr schwer wird zu überholen“, erklärt Vettel. „Ich hatte ein bisschen Schaden am Auto und das Safety-Car hat uns dann auch nicht wirklich geholfen, weil wir schon gestoppt hatten. Es war nicht unser Tag, nicht mein Tag.“
Knappe Kiste: Vettel im Duell mit Alpines Esteban Ocon
Das zeigt sich auch bei einer kleinen Kollision mit Alpine-Pilot Esteban Ocon, die Vettel in der zweiten Schikane weitere Zeit kostet. „Esteban hat mir keinen Platz gelassen. Ich denke, er wusste nicht, dass ich da war, denn wir hatten Kontakt und es hat nicht viel gefehlt, dass wir beide abgeflogen wären“, sagt der Aston-Martin-Star.
Die Vorwürfe an den Franzosen spart sich Vettel aber, denn in einer Szene mit Kumpel Mick Schumacher geht es ihm selbst ähnlich: „Mit Mick war es ein Missverständnis. Ich wusste nicht, dass er so nah dran ist und habe ihn nicht gesehen. Ich wollte mich für die Gerade positionieren, dabei habe ich ihn wahrscheinlich überrascht.“
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Etwas Positives findet Vettel dann aber doch noch am Sonntag, denn das Duell aus Zandvoort mit Robert Kubica findet in Monza seine Fortsetzung. „Das hat viel Spaß gemacht. Robert hatte mit dem Alfa das schnellste Auto auf den Geraden, dafür war er in den Kurven nicht so flott. Bei uns war es andersrum.“ Am Ende legt sich Vettel den Polen zurecht. „Ich habe ein bisschen mit der Energieverteilung gespielt und versucht bei ihm ein Muster rauszulesen, bin schließlich vorbeigekommen. Einen großen Unterschied hat es aber natürlich nicht mehr gemacht“, sagt der Zwölftplatzierte.
Bleibt Sebastian Vettel der F1 auch 2022 erhalten?
Das trostlose Hinterherfahren in Monza dürfte auch den sich hartnäckig haltenden Rücktrittsgerüchten um Vettel neue Nahrung geben. Aston-Martin-Teamchef Otmar Szafnauer erteilt diesen aber eine klare Absage. Probleme in den Vertragsverhandlungen seien „absolut hundertprozentiger Unsinn“, betont der 57-Jährige und stellt klar: „Wir haben keinen Plan B. Er hat keinen Plan B.“
Grund für die Warterei seien Deteils in dem umfangreichen Fahrervertrag. Vettels Kontrakt sei zwar mehrjährig, beinhalte auf beiden Seiten aber Optionen. Szafnauer: „Sie können Seb fragen und ich bin mir sicher, dass er sagen wird, dass er es hier liebt.“ Mit einer offiziellen Verkündung rechnet der US-Amerikaner vor dem GP Russland in zwei Wochen.

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Von

Frederik Hackbarth