Grün ist die Hoffnung – und das ist auch das Einzige, was Aston Martin nach dem desaströsen Saisonauftakt in Bahrain bleibt. Oder anders gesagt: Das einzig Positive für Sebastian Vettel (34) war rund um das Auftaktwochenende der Formel 1 sein eigener Corona-Test…
Die nackten Zahlen: Platz 17 für Vettel-Ersatzmann Nico Hülkenberg und Platz 19 für seinen Teamkollegen Lance Stroll im Qualifying. Im Rennen profitierte Aston Martin vom Red Bull-Doppelausfall an der Spitze. Stroll wurde 14., Hülkenberg landete auf Rang 17. Ganz hinten und überrundet.
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„Ich glaube, da gibt es einige Bereiche, in denen wir arbeiten müssen“, deutete der Deutsche hinterher vielsagend an. Nach AUTO BILD-Informationen ist man sich teamintern der misslichen Lage bewusst. Das Auto bewege sich nicht nur hoch und runter, sondern reagiere unkontrollierbar auch mit Über- und Untersteuern. Schon bei den Testfahrten soll Vettel demnach gewusst haben, was auf ihn zukommt. Mehr noch: Experten zeigten sich schon nach der Präsentation vom dick-bäuchigen Aston Martin entsetzt. 
Das bestätigte am Sonntagabend auch Sky-Experte Ralf Schumacher im AvD Motor & Sport Magazin: „Das Auto ist – so hört man – eine Katastrophe. Das muss alles können, was man nicht braucht. Und hinzukommt, dass scheinbar der Teambesitzer (Lawrence Stroll; d. Red.) mittlerweile auch mit in den Meetings sitzt und sich äußert, wie die Dinge zu laufen haben. Wenn das so ist, dann wird es wirklich sehr kompliziert.“
Aston Martin Bahrain GP
Für Aston Martin war der Saisonauftakt der Formel 1 in Bahrain ein Rennen zum Vergessen.

Die Aussage zeigt: Hinter dem schlechten Auto steckt ein strukturelles Problem. Ein Grund, warum Teamchef Otmar Szafnauer Ende 2021 entnervt hingeschmissen hat.
„Das Team hat den Faden verloren“, legt Ralf Schumacher den Finger in die Wunde. „Da wollte man zu schnell, zu viel erreichen und das funktioniert in der Formel 1 einfach nicht. Man kann nicht einfach viele Leute und viel Geld nehmen, in einen Topf geben, kurz umrühren und dann kommt was Gutes raus. Das Team wollte da mit der Bulldozer-Methode rangehen und das hat schon damals bei Toyota nicht funktioniert.“ Schumi II muss es wissen. Er war Fahrer, als die Japaner mit 400 Millionen Dollar das höchste Budget der Formel 1 hatten – aber nicht ein Sieg dabei raussprang.

Auch F1-Experte Christian Danner ergänzt: „Das Vorgängerteam von Aston Martin war ein kleines und effizientes Rennteam. Wenn man es mit viel Geld aufbläst, wird es nicht unbedingt gleich besser.“ Das Allerschlimmste aber sein ein Besitzer, der sich ständig einmischt. „Dann wird es richtig problematisch. Und Papa Stroll ist ja auch nicht gerade dafür bekannt, dass er damit besonders viel Feingefühl herangeht.“
Vettel dürfte sich laut Danner nun sogar „überlegen, ob er die Corona-Infektion nicht über Jeddah (am kommenden Wochenende fährt die Formel 1 in Saudi-Arabien; d. Red.) hinauszieht.“
Doch Aston Martin hat nicht nur ein Problem mit dem Auto. Dass Nico Hülkenberg aus der kalten Hose Lance Stroll im Qualifying drei Zehntelsekunden abnimmt, ist ein Armutszeugnis für den Sohn des Teambesitzers. Ralf Schumacher findet dazu klare Worte: „Stroll sollte sich fragen, ob er sich nicht ein anderes Hobby suchen sollte. Das war ja wirklich peinlich.“
Aston Martin Bahrain GP
Nico Hülkenberg landete auf Rang 17. Ganz hinten und überrundet.

Findet auch AvD-Gast Karl Wendlinger: „Lance Stroll muss sich fragen, was er bei den Testfahren gemacht hat. Ich will die Leistung vom Nico gar nicht schmählern, aber da waren tagelange Testfahrten und Nico kommt und stellt Stroll in den Schatten.“
Dass Vettel angesichts der nahezu aussichtslosen Situation hinschmeißt, glaubt der Österreicher aber nicht. „Er hat jetzt definitiv die Erkenntnis, dass das Auto weit abgeschlagen ist“, räumt Wendlinger ein. „Das war noch schwächer als in der letzten Saison und es wird sicher schwer da hinten wieder rauszukommen. Ich glaube aber, dass er nach seiner Genesung wiederkommt und sein Bestes geben wird.“
Wendlingers Wort in Vettels Ohr…

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Von

Bianca Garloff