Die nächste Klatsche für Aston Martin und Sebastian Vettel: Der Heppenheimer wird beim Qualifying zum Spanien GP 16., beide Autos des britischen Sportwagenherstellers scheiden am Samstag schon in Q1 aus. Dabei war Vettels Team mit einem komplett runderneuerten Auto in Barcelona angetreten.
Der Deutsche zeigt sich nach dem frühen Aus enttäuscht. "Heute stinkt es mir natürlich, weil ich dachte, wir können mindestens auf elf, zwölf oder dreizehn fahren, vielleicht sogar in die Top-10, wenn es sehr gut läuft", so Vettel: "Davon sind wir aber weit weg gewesen."
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Der Grund: "Alle Anderen haben heute einen deutlichen Schritt vor gemacht, wir sind stehen geblieben oder sogar einen Schritt zurück, weil die Balance nicht so gut war. Da haben wir uns schwer getan, ich hatte sehr viel Übersteuern und konnte das Auto nicht so fliegen lassen wie ich wollte. Warum wir uns so vertan haben, weiß ich nicht, das müssen wir uns anschauen", sagt Vettel.
"Meine Runde war eigentlich sauber, ich hatte keinen Verkehr und auch keinen groben Schnitzer drin. Wenn dann so früh schon Feierabend ist, ist es natürlich schade", findet der Deutsche. Zumal Aston Martin jede Runde mit dem generalüberholten AMR22 brauchen könnte.
Der Großumbau seines Dienstwagens ist laut Vettel trotzdem der richtige Weg. "Wir wussten, dass es natürlich ein großer Schritt ist. Es ist praktisch ein neues Auto, da gibt es natürlich viel zu lernen", verrät der vierfache Weltmeister.
Vettel zeigt sich nach dem frühen Aus enttäuscht.

Für seine Ingenieure und den betriebenen Aufwand hat Vettel nur lobende Worte übrig: "Das Team hat sich unglaublich geschlagen in den letzten drei Monaten. Wir haben im Prinzip innerhalb nur weniger Wochen zwei neue Autos gebracht", erklärt der Heppenheimer und betont: "Das Konzept dafür hatten wir natürlich schon lange in der Pipeline."
Doch genau an dieser Frage scheiden sich im Fahrerlager gerade die Geister: Denn Vettels Ex-Team Red Bull hatte am Rande des Spanien GP laute Zweifel an Aston Martins neuem Renner angemeldet, der dem eigenen RB18 zum Verwechseln ähnlich sieht. Die optischen Auffälligkeiten sind dabei weniger problematisch als der Umstand, dass Aston Martin zuletzt diverse Ingenieure von Red Bull abgeworben hatte.
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Haben diese etwa mehr als nur ein paar Ideen zu ihrem neuen Arbeitgeber mitgenommen? Die FIA schob den Anschuldigungen bereits am Freitag einen ersten Riegel vor: Der Automobilweltverband erklärte, dass man die Vorgänge untersucht und sich von Aston Martin die genauen Entwicklungsschritte habe zeigen lassen, jedoch keine Regelverstöße oder gar einen Datenklau feststellen konnte.
Aston-Martin-Technikchef Andrew Green beteuert darüber hinaus: "Wir haben mit diesem Konzept schon Mitte 2021 angefangen." Der Brite dreht die Causa aus Aston Martins Sicht sogar um: "Für uns war es ein Schock und eine Überraschung, als Red Bull (bei den Testfahrten vor Saisonstart; d. Red.) mit einem ähnlichen Konzept kam."
Wer war also wirklich zuerst dran? Seitens Red Bull heißt es mit Blick auf die FIA-Untersuchung: "Für uns ging es vor allem darum, sicherzustellen, dass alles innerhalb der Regeln abläuft", so Chef-Ingenieur Pierre Wache.
Ganz ausgestanden ist die Sache aber trotz der FIA-Entscheidung noch nicht, denn die Bullen wollen weiter graben, vorerst allerdings in den eigenen Reihen: "Wir müssen klären, ob wir irgendwo ein Leck bei unserem geistigen Eigentum haben. Das ist unsere oberste Priorität und das untersuchen wir im Moment." Denn laut Red Bull sind definitiv Daten heruntergeladen worden, es sei aber unklar, was damit passierte.
Bei Aston Martin herrscht indes Kopfschütteln über das Vorgehen des Konkurrenten. "Ich bin von den Anschuldigungen enttäuscht, denn die FIA hat ein Statement abgegeben und erklärt, dass es unabhängige Arbeit war", so Green. Auch der zeitliche Ablauf spreche klar gegen einen Kopiervorgang. "Die Mehrheit der Teile wurde in Auftrag gegeben, lange bevor hier irgendjemand von Red Bull angefangen hat. Zu keinem Zeitpunkt haben wir irgendwelche Daten von irgendwem bekommen. Die Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage."

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Von

Frederik Hackbarth