Bei den zahlreichen Regeländerungen, die für die Formel-1-Saisons 2020, 2021 und 2022 beschlossen wurden (mehr dazu HIER), ging ein Detail fast unter: Artikel 23.3.a) des Sportlichen Reglements. Dort wird das Auspuffsystem der Formel 1 neu definiert. Es gehört ab 2021 zum Antriebsstrang.
Das ist viel spektakulärer, als es auf dem ersten Blick erscheint. Bisher konnten die Teams den Auspuff selbst konstruieren. Das hatte zur Folge, dass es in diesem Bereich zu einem richtigen Wettrüsten zwischen den Rennställen kam: Mit teuren Materialien und speziellen Konstruktionen gingen die Teams ans Limit. Das war natürlich auch entsprechend teuer.
Formel 1
Der Auspuff ist ab 2021 Teil des Motors
Um Geld zu sparen, wurde daher beschlossen: Das Auspuffsystem ist ab 2021 Teil der Power Unit. Damit wird es von den vier Herstellern Mercedes, Ferrari, Honda und Renault direkt mitgeliefert.
Vor allem aber sind 2021 nur noch acht (baugleiche) Auspuffsysteme pro Jahr erlaubt. Gerade weil in diesem Bereich viel entwickelt wurde, tauschten die Teams teilweise sogar zwischen den Sessions den Auspuff, um einem Defekt vorzubeugen. Beim Deutschland-GP 2019 blieb Renault-Pilot Daniel Ricciardo trotzdem mit einem Schaden am Auspuff liegen. Wer mehr als acht Teile des Auspuffs pro Jahr braucht, der muss in der Startaufstellung um fünf Plätze zurück.
Die Regeländerung könnte 2021 die Zuverlässigkeit durchaus beeinflussen. Denn für 2021 müssen die gleichen Autos wie 2020 verwendet werden. Bisher ist der Auspuff aber am Limit gebaut. Es ist daher unwahrscheinlich, dass alle Teams 2021 mit nur acht Agastrakten über das Jahr kommen. Immerhin sind acht Teile erlaubt, bei den anderen Motorkomponenten sind es nur zwei oder drei.

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Michael Zeitler