Drama für Ferrari beim Großen Preis von Aserbaidschan in Baku! Erst muss Carlos Sainz seinen roten Renner mit Hydraulikproblemen und Bremsversagen auf Platz vier liegend in den Notausgang fahren.
In Runde 21 ist auch für Charles Leclerc Schluss. Ganz Bitter: Wie schon in Barcelona scheidet der Monegasse in Führung liegend mit Motorschaden und einer weißen Rauchwolke aus dem Heck aus.
Damit übernimmt Max Verstappen kampflos die Spitze, nachdem er den Monegassen zuvor auf einer anderen Strategie gejagt hat. Für den Red Bull-Star ist es bereits der fünfte Saisonsieg und der 25. Erfolg insgesamt.
Dabei profitiert er auch von einer Ansage an seinen Teamkollegen Sergio Perez. Der Mexikaner hat Leclerc am Start überholt, darf sich aber nicht wehren, als Verstappen mit Geschwindigkeitsüberschuss angreift. Perez wird Zweiter vor George Russell, Lewis Hamilton (beide Mercedes) und Pierre Gasly.
Charles Leclerc scheidet in Führung liegend mit Motorschaden aus.

Dritter Doppelsieg des Jahres also für Red Bull, ganz bitterer Doppelausfall für Ferrari. „Wir müssen uns das anschauen, damit es nicht wieder vorkommt“, sagt Leclerc. „Ich finde nicht die richtigen Worte. Persönlich kann ich nur sagen: Es schmerzt.“
Der Monegasse ist ratlos. „Wir waren zu Saisonbeginn auch sehr schnell und hatten nicht solche Schwierigkeiten. Seitdem haben wir nichts Massives verändert – und wenn dann haben wir es nur besser gemacht.“
Bei Red Bull dagegen hat man gut lachen: Verstappen wird im letzten Renndrittel immer wieder angewiesen, langsamer zu fahren. Der Weltmeister scherzt im Gegenzug: „Ich muss aber aufpassen, dass meine Reifen nicht zu kalt werden.“ Sein Vorsprung auf den Teamkollegen beträgt am Ende rund 20 Sekunden.
„Hätte Ferrari das Problem mit dem Motor nicht gehabt, hätten wir sie trotzdem gepackt", glaubt Red Bull-Motorsportchefberater Helmut Marko. Der Grazer verrät: "Unsere Fahrer haben sich benommen. Obwohl Max uns kurz vor Schluss noch gefoppt, er habe Bremsprobleme. Ein Ablenkungsmanöver!" Hintergrund: Verstappen wollte seinem Teamkollegen die schnellste Runde abluchsen und witzelte deshalb, er könne nicht richtig bremsen. Die Bestzeit hat er dann auch nur um eine Hundertstelsekunde verfehlt.
Sebastian Vettel wird starker Sechster, obwohl er sich selbst um eine bessere Platzierung gebracht hat. Im Duell mit Esteban Ocon verbremst sich der Aston Martin-Star und muss in den Notausgang ausweichen. Die Handbremswende kostet ihn drei Plätze und sieben Sekunden. So verliert Vettel auch seinen Platz an Lewis Hamilton, den er zuvor mit einem schnelleren Boxenstopp überholt hatte.
Später schnappt er sich Ocon allerdings doch noch und profitiert von einem defekten Klappflügel an Yuki Tsunodas AlphaTauri.
Mick Schumacher wurde abgeschlagen 14.

Mick Schumacher wird abgeschlagener 14. vor Williams-Pilot Nicholas Latifi. Immerhin hat sein Ferrari-Antrieb das Rennen überstanden. Sein Teamkollege Kevin Magnussen muss seinen Haas wie Leclerc mit Motorschaden auf Rang elf liegend abstellen. Auch der Chinese Guanyou Zhou scheidet mit Technikproblemen an seinem Alfa Romeo-Ferrari aus.

Grand Prix von Aserbaidschan
Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:34:05,941 Std.
2. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +20,823 Sek.
3. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +45,995
4. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +1:11,679 Min.
5. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri +1:17,299
6. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin +1:24,099
7. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine +1:28,596
8. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren +1:32,207
9. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +1:32,556
10. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +1:48,184
11. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo + 1 Rd.
12. Alexander Albon (Thailand) - Williams + 1 Rd.
13. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri + 1 Rd.
14. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas + 1 Rd.
15. Nicholas Latifi (Kanada) - Williams + 1 Rd.
16. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin + 5 Rd.
Ausfälle:
Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari (9. Rd.)
Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari (22. Rd.)
Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo (24. Rd.)
Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas (32. Rd.)

Fahrer-Wertung
Stand nach 8 von 22 Rennen

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 150 Pkt.
2. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 129
3. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 116
4. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 99
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 83
6. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 62
7. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren 50
8. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 40
9. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 31
10. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri 16
11. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine 16
12. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 15
13. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren 15
14. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin 13
15. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 11
16. Alexander Albon (Thailand) - Williams 3
17. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 2
18. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 1

Konstrukteurs-Wertung

1. Red Bull 279 Pkt.
2. Ferrari 199
3. Mercedes 161
4. McLaren 65
5. Alpine 47
6. Alfa Romeo 41
7. Alpha Tauri 27
8. Haas 15
9. Aston Martin 15
10. Williams 3

Von

Bianca Garloff