Das dürfte der bitterste Ausfall für Sebastian Vettel aller Zeiten gewesen sein. Weil es ein eigener Fahrfehler war. Weil es im Motodrom vor tausenden seiner Fans passierte. Weil er dadurch die WM-Führung abgeben muss. Und weil dadurch ausgerechnet sein Titelkontrahent Lewis Hamilton gewinnt – von Startplatz 14, was zuletzt Jenson Button 2006 im Honda geschafft hat.
Ferraris Wunderwaffe: Mercedes hinterfragt Ferrari-Speed
Die Schicksalsrunde ist die 52. von 67. Es setzt Regen ein, die Fahrer rutschen herum, mehrere drehen sich. Vettel führt, rutscht aber im Motodrom ins Kies und schlägt in die Leitplanken ein. Aus, Schluss, Vorbei. Er schlägt aufs Lenkrad, kickt mit dem Fuß und flucht über Funk: „Verdammte Sch....“.
Vettel
Die Spuren am Ferrari waren sichtbar: Hier zebrach Vettels Traum vom Heimsieg
Doch Vettel verteidigt sich: „Ich ärgere mich, aber ich habe nicht viel falsch gemacht. Es war ein kleiner Fehler mit großen Auswirkungen. Ich habe schon schlimmere Fahrfehler gemacht, auch wenn das Resultat natürlich sehr schlimm war. Natürlich ist es bitter, aber es ist jetzt so. Zum Trost reicht mir, dass wir ein gutes Auto haben. Man darf nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht gehen, auch wenn wir das Rennen hier in der Tasche hatten.“
Wie kam es überhaupt zum Fehler: „Es war ja relativ unspektakulär. Es war rutschig, ich habe zu spät gebremst, die Hinterräder haben blockiert – das war’s.“ Hätte er doch auf Regenreifen wechseln sollen? Vettel: „Ich denke, die Trockenreifen waren zu dem Zeitpunkt schon noch okay. Meine waren zwar schon etwas älter, was es natürlich etwas schwieriger gemacht hat, aber es war okay.“
Immerhin: Bis zu dem Crash hatte Vettel das Rennen in der Tasche. Daher reist er nicht ganz niedergeschlagen nach Budapest zum nächsten Grand Prix ab: „Jetzt gehen wir nach Ungarn werden unser Bestes geben. Wir hatten das Rennen in der Hand, wir haben allen gezeigt, was wir können. Ich bin zuversichtlich für Ungarn.“

Bildergalerie

Formel 1
Hamilton
Vettel
Galerie "Formel 1: Vettel versus Hamilton " mit 21 Bildern öffnen
Formel 1: Vettel versus Hamilton