Das Formel-1-Highlight in Las Vegas wurde am Freitag zur großen Blamage. Das erste freie Training wurde nach acht Minuten gestoppt, weil ein Metalldeckel sich gelöst und Carlos Sainz‘ Ferrari demoliert hatte.
Mit fast drei Stunden Verspätung ging das zweite Training aufgeblasen von 60 auf 90 Minuten zwar über die Bühne, doch die Tribünen waren leer. Alle Zuschauer – auch die es Paddock Clubs – wurden wegen eines Schichtwechsels der Sicherheitsmannschaften nach Hause geschickt. Das Worst-Case-Szenario für die Formel 1.
Immerhin: Nachdem rund 50 weitere Gefahrenstellen mit schnell trocknendem Beton entschärft wurden, konnten die Formel-1-Stars wieder auf die Bahn.
Begeisterung hört sich allerdings anders an. Mercedes-Pilot George Russell berichtet: "Am Anfang hat es sich wie auf Eis angefühlt. Die Strecke war noch sehr staubig. Es war nicht einfach, die Bremspunkte zu finden. Wir konnten das Tempo nur langsam steigern. Dazu haben alle mit Graining gekämpft und mit der Frage, wie man die Reifen im Temperaturfenster hält."
Mit fast drei Stunden Verspätung ging das zweite Training aufgeblasen von 60 auf 90 Minuten zwar über die Bühne.
Bild: Red Bull Content Pool

Sein Teamkollege Lewis Hamilton, eigentlich ein bekennender US-Fan, reiht sich in den Reigen der Kritiker ein: "Neben der Ideallinie gibt es nicht viel Grip. Ich befürchte, dass man hier nicht gut überholen kann. Das Qualifying wird deshalb sehr wichtig."
Weltmeister Max Verstappen hatte sich bereits am Donnerstag als kein großer Fan des Show-GP geoutet. Er legt seinen Finger weiter verbal in die Wunde: "Viel Spaß hatte ich heute nicht. Ich bin schon auf besseren Strecken gefahren."
Schuld dürfte auch das Ergebnis gewesen sein: Verstappen wurde Sechster, zwei Ränge hinter seinem Teamkollegen Sergio Perez, der es auf Rang vier schaffte.
Ausgerechnet Ferrari dominierte die Session mit Charles Leclerc an der Spitze und dem reparierten roten Renner von Carlos Sainz auf Platz zwei. Die nächste Klatsche für den Spanier: Ein Wörtchen um den Sieg am Sonntag wird er kaum mitreden können. Weil er seine durch den Metalldeckel kaputt gegangene Batterie tauschen musste, bekommt er eine Strafe von zehn Startplätzen. Trotz der Umstände kennt die FIA kein Erbarmen.

Formel 1 Grand Prix von Las Vegas
2. Freies Training, Ergebnis

1. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 1:35,265 Min.
2. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,517 Sek.
3. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +0,528
4. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,820
5. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo +0,864
6. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +0,918
7. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +1,224
8. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +1,231
9. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +1,398
10. Alexander Albon (Thailand) - Williams +1,423
11. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +1,599
12. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +1,625
13. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas +1,652
14. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +1,722
15. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +1,869
16. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +1,976
17. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri +2,147
18. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo +2,391
19. Daniel Ricciardo (Australien) - Alpha Tauri +2,415
20. Logan Sargeant (USA) - Williams +2,875