Formel 1: Der Vettel-Wechsel-Krimi
So lief der Ferrari-Deal!

Ferrari hat es noch nicht bestätigt, aber Fakt ist: Vettel wechselt nach Maranello. ABMS verkündete den Deal exklusiv. So kamen unsere Reporter drauf.
Bild: Red Bull / Getty Images / ABMS
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Januar 2014: Zwei Ereignisse verändern Sebastian Vettels Weltanschauung. Am 12. Januar wird er Vater einer Tochter. Vater zu werden heißt: Nicht mehr sein Sport, sondern seine Familie bildet jetzt das Zentrum seines Seins. Sein Sport, dem er bis dahin alles in seinem Leben untergeordnet hat, wird plötzlich von reiner Gefühls– zur Kopfsache reduziert. Die ersten Testfahrten mit dem neuen Red Bull werden zum Desaster. Wenig später kommt Vettel bei den ersten Testfahrten kaum zum Fahren, weil der neue Renault-Motor voller Kinderkrankheiten steckt. Er ist frustriert, fühlt sich das erste Mal von seinem Team im Stich gelassen. Vettel spürt: Der Vorsprung von Mercedes ist zu groß. Vettel fühlt sich machtlos und hat das erste Mal in seiner Karriere ernsthafte Zweifel, dass er mit Red Bull Weltmeister werden kann. Beide Ereignisse führen dazu, dass er bereit ist, über Veränderungen nachzudenken.
Domenicali-Aus schockt Vettel

Vettel scheint bei der Scuderia bereits Freunde gefunden zu haben und scherzt mit einem Ferrari-Mann
Spa als negativer Höhepunkt
Vettel flippt aus. Eine spanische TV-Reporterin, die Vettel hatte Mut machen wollen, bekommt die Antwort ihres Lebens: „Das spanische Fernsehen unterstützt mich mehr als mein eigenes Team.“ In seinem Fahrerraum motzt er anschließend eine halbe Stunde lang mit Teammanager Jonathan Wheatley. Danach erkundigt er sich hinter verschlossenen Türen über die Vertragssituation bei Ferrari. ABMS weiß jetzt: Er will weg von Red Bull. Mercedes macht ihm immer wieder Offerten. McLaren, vom neuen Motorpartner 2015 Honda unter Druck gesetzt, einen Mega-Star zu präsentieren, unterbreitet ihm ein geradezu unmoralisches Angebot: Von 40 Millionen Euro Jahresgehalt ist da die Rede. Das ist mehr als das Doppelte von dem, was er von Red Bull bekommt. Vettel fühlt sich von anderen mehr respektiert als von seiner Mannschaft.
Machtwechsel in Maranello

Keine Freunde sondern Rivalen: Vettel (li.) tritt bei Ferrari die Nachfolge Alonsos (re.) an
Marko hat Vorahnung
Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko ahnt es auch. „Irgendwas passiert gerade“, wundert sich Marko, „weder sein Anwalt noch er reagieren auf Anrufe. Das ist nicht Vettel-like.“ Was nur wenige wissen: Vettel muss bis spätestens 4. Oktober reagieren. Bis dahin muss der Heppenheimer eine Ausstiegsklausel ziehen, die in seinem Vertrag verankert hat. Ist er bis 30. September nicht mindestens Dritter der Fahrer-WM, kann er Red Bull Ende des Jahres verlassen.
Lauschangriff aus Italien

Vettel (li.) im Gespräch mit den ABMS-Reportern Bach (M.) und Garloff (re.)
Trennung von Red Bull
Samstag: Die ABMS-Reporter sind früh an der Strecke. Vettel kommt um 8.30 Uhr in die Red Bull-Hospitality. Er schaut verschämt zu Boden und grinst. Dann fasst er sich ein Herz und kommt zu uns: „Sorry, aber ich konnte es Euch gestern nicht bestätigen. Auch, weil dieser italienische Reporter zugehört hat. Den hatte ich hinter Eurem Rücken gesehen.“ Die entsprechende Meldung veröffentlichen wir erneut exklusiv auf autobildmotorsport.de. In Deutschland ist es da gerade erst zwei Uhr morgens. Um 2.50 Uhr verkündet Red Bull die Trennung von Vettel zum Saisonende. Zu Ferrari darf Vettel noch nichts sagen. Die Scuderia will sich erst offiziell von Fernando Alonso verabschieden. In der Red Bull-Garage erfährt derweil das ganze Team, wohin es Vettel zieht. Der Heppenheimer ist den Tränen nahe, als er sich von der Mannschaft verabschiedet...
Verschwörungstheorien um Red Bull: Vettel nach Wechsel benachteiligt?
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