Formel 1: Bilder vom Brasilien GP

Formel 1: Experten prügeln auf Ocon ein

Villeneuve: „Ocon ist eine Schande“

Die Kollision zwischen Max Verstappen und Esteban Ocon erregt die Gemüter im Fahrerlager. Was die Experten sagen und wer Ocon jetzt verteidigt:
Außerhalb des Mercedes-Lagers hat sich Esteban Ocon mit seiner missglückten Rückrundungs-Attacke gegen den Führenden Max Verstappen am Sonntag in Brasilien keine Freunde gemacht. Die Experten im Fahrerlager prügeln nach der Aktion auf den französischen Force-India-Piloten ein!

Ocons freches Grinsen gab's oben drauf: Max wütet

„Ocon ist eine Schande“, wettert Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, der mittlerweile als TV-Experte für das italienische Fernsehen arbeitet. „Es war lächerlich. Und das Schlimmste ist, dass jeder gesehen hat, was passiert ist, und es am Funk noch nicht mal eine Entschuldigung gab. Es ist gut, zu akzeptieren, wenn man einen Fehler gemacht hat“, so Villeneuve.
„Man kann sich zurückrunden, aber man muss es richtig machen. Man darf niemals den Führenden dabei gefährden oder ihn Zeit kosten und unnötiges Risiko eingehen. Wenn man auf der Geraden vorbeifährt, ist es okay. Aber das sah aus wie ein Kampf um die Führung.“ Was Villeneuve besonders sauer aufstößt: „Ocon lernt nie dazu, weil es nie sein Fehler ist.“
Auch für Ex-Red-Bull-Pilot Mark Webber ist die Sache sonnenklar. „Geisteskrank, dass ein Nachzügler (P16) den Führenden raushaut. Auf diesem Level, einfach komplett ohne Gehirn“, twittert der Australier noch während des Rennens. Auch die Strafe für Verstappens Schubserei gegen Ocon im Ziel (Sozialstunden bei der FIA; ABMS berichtete) findet der Australier eher lächerlich:
Villeneuve sieht es ähnlich: „Ich finde, er war eher noch beherrscht in seiner Reaktion. Er hat ihn nicht mal geschlagen!“ Von offizieller Seite gab es allerdings wenig Begeisterung für Verstappens Rangelei - genauso wenig wie für Ocons Manöver auf der Strecke. Die Stewards brummten dem Franzosen eine 10-Sekunden-Stop-and-go-Strafe auf.
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Rennleiter Charlie Whiting erklärt: „Natürlich ist es erlaubt sich zurückrunden. Das gab es auch schon oft in der Vergangenheit. Man erwartet aber selbstverständlich, dass es sicher gemacht wird. Es muss sauber stattfinden und man sollte nicht kämpfen müssen, um vorbeizukommen.“

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Whiting weiter: „Esteban hat es einfach mal probiert. Es war unglücklich, dass er entschieden hat, sich mit Max zu duellieren - das ist natürlich komplett inakzeptabel.“ Einen Sonderstatus für den Führenden gibt es aber nicht, wie der Rennleiter erklärt: „Ob es der Führende ist oder nicht, macht keinen Unterschied für die Stewards. Das macht es nur in den Augen der Leute schlimmer.“
Es gibt aber auch Rückendeckung für Ocon. Ein aktueller und ein ehemaliger Mercedes-Fahrer verteidigen den Silberpfeil-Junior. Rennsieger Lewis Hamilton teilt Verstappen schon im Raum hinter dem Podium mit, dass er persönlich mehr Vorsicht hätte walten lassen. „Du hattest alles zu verlieren, er nichts“, sagt Hamilton zum Holländer. Später legt er nach: „Ich bin in meinem Kopf anders kalibriert. Max ist ein Draufgänger. Manchmal fällt das auf einen zurück.“
Auch Ex-Weltmeister Nico Rosberg schlägt in die gleiche Kerbe: „Ich teile Lewis' Meinung. Es ist Ocons gutes Recht, zu versuchen, sich wieder zurückzurunden. Er war dabei sehr aggressiv, aber eben auch schon neben Max“, so Rosberg in seinem V-Log zum Rennen. „Vielleicht muss sich Max doch auch selbst sagen: 'Da hätte ich vielleicht lieber zurückstecken sollen.' Ganz deutlich sehe ich es deshalb nicht, dass es zu 100 Prozent Ocons Schuld ist.“

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance

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