Formel 1: Felgenkühlung
Reifendruck als neue Spielwiese

Mercedes und Ferrari arbeiten mit Hohlspeichen in den Felgen, um diese zu kühlen und damit Einfluss auf den Reifendruck zu nehmen.
Bild: Paolo Filisetti, picture-alliance
- Michael Zeitler
Was war nur mit Nico Rosberg in Monaco los? Der Grund seines schlechten Abschneidens (Platz sechs) könnte auch im neuen Reifendruck-Trick der Ingenieure begründet sein. Hintergrund: Mercedes, aber auch Ferrari versuchen mittels einer Felgenkühlung den Reifendruck während des Rennens zu senken. Denn: Ein niedriger Reifendruck erhöht die Auflagefläche des Pneus und bietet damit eine bessere Haftung auf der Straße bei geringerem Reifenverschleiß.
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Der Trick geht so: Die Teams verwenden spezielle Hohlspeichen in den Felgen (gefüllt nur mit einem langsamer rotierenden Luft-Stickstoff-Gemisch), die die Wärmeenergie der Bremsen durch Löcher (Bild) nach außen ableiten. So wird die Felge gekühlt und die Temperaturen und Drücke im Reifen gering gehalten.

Lewis Hamilton kam in Monaco mit den Reifen und Bremsen besser zurecht als Rosberg
Der Automobilweltverband FIA will deshalb 2017 eine Echtzeit-Überwachung einführen. Bis dahin reagiert Pirelli mit erstaunlich hohen Reifendruck-Vorgaben von teilweise deutlich über 20 PSI.
Und was hat das alles mit Rosberg zu tun? Weil der Monaco-GP wegen des Regens hinter dem Safety-Car gestartet wurde, sind die Reifen und Bremsen kaum beansprucht worden. Und durch die Felgenkühlung sind die Reifen Temperaturen möglicherweise so weit abgefallen, dass sie sich auch während des Renens nicht mehr erholen konnten. Zumindest nicht bei Rosberg. Teamchef Toto Wolff verriet: „Bei Nico waren die Reifen nie im Arbeitsfenster.“ Lewis Hamilton kam damit offenbar besser zurecht. Er hatt entsprechende Erfahrungen schon in der Vergangenheit bei McLaren gemacht und seinen Fahrstil angeblich entsprechend angepasst.
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